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Man könnte vermuten, dass Microsoft sich den besten Titel bis zur letzten Woche des Summer of Arcade aufgehoben hat. Shadow Complex heißt dieses Werk, welches auf der diesjährigen E3 für verwirrte Gesichter sorgte, da man nicht begreifen konnte, warum sich das kettensägenfreundliche Studio Epic Games nur mit einem Arcadetitel abgibt. In Kooperation mit Chair, welche bereits für Untertow verantwortlich waren, will man nun ein altes Konzept neu entflammen. Dreist bediente man sich hierfür einer klassischen Nintendoserie, namens Metroid.


Bis Mitte der 90er Jahre, bevor die Dreidimensionalität Überhand nahm, gab es das Jump&Shoot Genre. Klassische Beispiele hierfür sind Turrican, Contra, Megaman und auch die Geschichten von Samus, welche einen gewissen Adventureanteil aufweisen. Shadow Complex klaut sich nun dieses 15 Jahre alte Spielgefühl von Super Metroid (SNES) und bringt es mit zeitgemäßer Technik wieder auf die heimischen Flimmerkisten.

Doch beginnen wir am Anfang. Nach einem kurzen actionreichen Einleitungsabschnitt startet das eigentliche Spiel auf einer düsteren Berglandschaft. Hauptdarsteller ist Jason Fleming, der eigentlich einen netten Ausflug mit seiner Freundin genießen wollte. Kurz nicht aufgepasst ist die bessere Hälfte wie vom Boden verschluckt und man begibt sich nur mit der Taschenlampe bewaffnet auf die Suche nach ihr. Vorsichtig steigt man abwärts in eine Höhle mit rauschendem Wasserfall und findet den verlorenen Rucksack wieder, mit dessen Inhalt man von nun an auch klettern kann. So ausgerüstet begibt man sich wieder etwas zurück und kann einen anderen Wegabschnitt erreichen, da es nun möglich ist, sich an Felsvorsprüngen festzuhalten. Man erreicht einen Gebäudekomplex und sichtet, wie die Freundin von mysteriösem Cybersoldaten in Gewahrsam genommen wird. Jason bleibt nun nichts anderes übrig, als seine Geliebte auf eigene Faust zu retten, womit die Geschichte ihren Lauf nimmt. Man schleicht sich an Überwachungskameras vorbei, bis in einen Kontrollraum, wo man sich mit einer herumliegenden Pistole ausrüstet.

Trifft man auf die ersten Gegner, visiert man diesen mit dem rechten Analogstick an. Dank des zusätzlichen Ziellasers sind Headshots möglich. Wenn ein Feind zu nahe kommt, kann man diesen zur Not mit einem Nahkampfangriff ausschalten. Auch ist es kein Problem Gegner in der Tiefe zu treffen, da Jason automatisch in deren Richtung zielt. Lästiges Muntionsaufsammeln bleibt dem Spieler erspart, da man über unbegrenzte Kugeln verfügt. Ganz nach Metroideigenart gibt es nur eine Primärwaffe. Wird ein besseres Modell gefunden, so ersetzt dieses den alten Ballermann. Zusätzlich findet man im Laufe des Spieles munitionsbegrenzte Sekundärwaffen, welche mit dem Steuerkreuz durchgeschaltet werden. Man steht hin und wieder vor verschlossenen Türen, Geröll oder sonstigen Hindernissen, an denen man zunächst nicht vorbei gelangt. Hier kommt die Taschenlampe wieder ins Spiel, welche neben der Aufhellung des Raumes, auch dazu dient, Objekte zu scannen. Die abgetasteten Gegenstände leuchten in einer entsprechenden Farbe, wodurch man weiß, mit welcher Sekundärfunktion sich diese aus dem Weg räumen lassen (z.B grün für Granaten). Wie schon erwähnt, bleibt einem sehr oft zunächst der Weg verwehrt, da man noch nicht über die entsprechende Ausrüstung verfügt. So kann man später an alte (geheime) Orte zurück kehren, wo man z.B. Upgrades für die eigene Gesundheit oder Muntionsaufstockung für Sekundärwaffen erhält. In Fachkreisen nennt man dieses Gameplayelement Backtracking. Zum Glück wird auf der sehr detaillierten Rasterkarte aufgezeichnet, wo sich noch ein Geheimnis verbirgt. Zusätzlich verrät einem die Karte immer, welchen Ort man als nächstes aufsuchen sollte, um die Mainstory voranzutreiben. Der Spielfortschritt wird in Speicherräumen gesichert, die über die ganze Karte fair verteilt sind. Der Gesundheitsstatus und der Munitionsvorrat werden dabei größtenteils aufgefrischt. Man kriecht durch enge Luftschächte, springt und hangelt sich über Abgründe und taucht im feuchten Nass. Bei Schlüsselstellen gibt es sogar stationäre Geschütztürme, mit denen man Gegnermassen im dreidimensionalen Raum bekämpfen muss. An manchen Locations trifft man auf imposante Mechbosse, welche häufig ihre Vorbilder aus dem Tierreich haben. Diese lassen sich entweder mit sinnlos roher Gewalt besiegen oder man wendet etwas Köpfchen an. Manchmal ist es auch möglich, die Umgebung zu manipulieren, um einen Boss zu bezwingen.

Angetrieben von der hauseigenen Unreal Engine 3 gehört Shadow Complex zu den beeindruckendsten Arcadegames. Der gelungene Mix aus Natur und SciFi bietet jede Menge optische Abwechslung. Besonders überzeugen einige Shader-, Partikel, und Wassereffekte. Mitunter vergisst man bei all dieser grafischen Pracht, dass es sich „nur“ um einen Arcadetitel handelt. Ebenfalls begeistert die integrierte Physikengine: Ragdollleichen gibt es massenhaft, Kisten zerbrechen und teilweise kann die Umgebung zerstört werden. Die musikalische Untermalung passt sich den Situationen an, hält sich allerdings eher im Hintergrund. Die Soundeffekte, wie das Waffenfeuer, der Explosionen und sonstige Umgebungsgeräusche können hingegen voll und ganz überzeugen. Die deutsche Sprachausgabe ist im Großen und Ganzen recht passabel, mit Luft nach oben.

Nach ca. acht Stunden ist auch dieses wundervolle Meisterwerk zu Ende, mit allen gefundenen Geheimnissen kann die Spielzeit auf ca. 12 Stunden anwachsen. Zusätzlich bietet das Game einen sehr großen Wiederspielwert (auch aufgrund der vier Schwierigkeitsgrade), da es neben dem klassischen Achievements auch ein Ingame-Belohnungssystem gibt. Als Bonus haben die Entwickler kleine Herausforderungsräume eingebaut, in denen man alle errungenen Fähigkeiten und Waffen noch einmal ausgiebig austesten kann.

Insgesamt betrachtet wird Shadow Complex seinem Hype gerecht. Man tritt in die Fußstapfen von Samus, baut aber auch neue Ideen ein und transferiert alles ins Next-Gen-Zeitalter. Es wird schwierig für Team Ninja mit Metroid: Other M das Level von Shadow Complex in der heutigen Zeit zu erreichen. Epic Games und Chair haben jedenfalls ihre Hausaufgaben erledigt und präsentieren das wohl beste ArcadeGame, welches auch gegen so manch großes Retailgame locker bestehen kann. Pflichtkauf!

Als kleines Extra hier noch ein Vergleich zwischen Super Metroid und Shadow Complex!












Bewertung
Gameplay : 96% Sound : 89% Grafik : 94% Steuerung : 93% Multiplayer : -%
Gesamt-Bewertung


Erstellt am : 17.08.2009      Autor : Stefan & Robert Schmidt          © EVO-X.DE & XBLIVE.DE
GAME-FACTS
Publisher : Microsoft
Entwickler : Epic Games
Release : 19.08.2009

Genre : Action Adventure
Player : 1
USK Einstufung

ab 16 Jahre
Homepage
xbox.de
Titel : Shadow Complex (Arcade)      Publisher : Microsoft      Release : 19.08.2009
Titel : Shadow Complex (Arcade)      Publisher : Microsoft      Release : 19.08.2009
Titel : Shadow Complex (Arcade)      Publisher : Microsoft      Release : 19.08.2009
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Titel : Shadow Complex (Arcade)      Publisher : Microsoft      Release : 19.08.2009
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