|
Trials HD ist ein Geschicklichkeits-Sidescroller in hübscher
2,5D-Pracht. Auf den motorisierten Drahtesel geschwungen, fährt man die
ersten paar Strecken mehr oder weniger gemütlich ab. Hier ein paar
Rampen, dort ein paar Sprünge - Spaß hat man von der ersten Minute an.
Mit der Zeit traut man sich mehr zu, baut Saltos ein und versucht die
Level so schnell wie möglich ohne Stürze zu meistern. Später werden die
Level weitaus anspruchsvoller, es folgen genau getimte riesige Sprünge
und kleine Bunnyhops. Je weiter man im Spiel fortschreitet, desto
wichtiger ist es, das Gewicht des Fahrers perfekt auszubalancieren.
Dies muss zusätzlich mit dem (perfekten) Beschleunigen, also nicht
immer Vollgas, und dem Abbremsen des Motorrades harmonieren. Auch muss
darauf geachtet werden, dass das zweirädrige Vehikel nach einem Sprung
den Untergrund im richtigen Winkel aufkommt. Vor allem die letzten
Herausforderungen fordern alles vom Spieler ab, es gibt ein paar
Stellen, an denen man teilweise hunderte Versuche braucht, um sie zu
meistern. Zum Glück wird man durch Drücken von „B“ zum letzten
Spawnpunkt zurückgesetzt, welche auch sehr fair verteilt sind. Ein
wenig Frustration macht sich teilweise breit, jedoch wird man immer und
immer wieder versuchen, weiterzukommen, einfach, weil man weiß, dass
ein Abschnitt irgendwie zu bewältigen ist und man immer am eigenen
Unvermögen gescheitert ist.
Zum Umfang gehört auch ein umfangreicher Leveleditor, in dem man sich
nach Lust und Laune austoben kann. Mit diesem wurden auch sämtliche
Parkoure des Spieles entworfen. Ähnlich wie bei LittleBigPlanet kann
man eine Vielzahl von Objekten in der virtuellen Halle
aneinanderreihen, auch wenn es nicht ganz an die Komplexität der
ausgestopften Kartoffelfiguren heranreicht. An die Bedienung des
Editors muss man sich, wie bei jedem anderem Welterschaffungstool auf
Konsolen, zunächst gewöhnen. Schade ist, dass man die eigenen
Kreationen nur mit Freunden tauschen kann und es keine weltweite
Sharingoberfläche gibt. Vielleicht wird dies noch gepatched, denn sonst
wird der Editor untergehen.
Als kleinen Bonus haben RedLynx zwölf kleine Minispiele eingebaut.
Einmal fährt man in einer Metallkugel und muss möglichst weit kommen
oder man karrt einen Anhänger mit zwei kleinen Bomben an Board durch
die Gegend, welche bei der kleinsten Erschütterung hochgehen. Auch geht
es darum, den Fahrer möglichst weit und schmerzhaft durch die Luft
fliegen zu lassen und dank ausgezeichneter Ragdollanimationen schaut
vor allem der Aufprall sehr lustig aus. Am Meisten erinnert das Ganze
an die Minigames von Flatout.
Grafisch gehört Trials HD mit zu den hübschesten Arcadegames, welche
man auf dem Marktplatz finden kann. Die 2,5-Optik bietet dutzende
Details, wie man sie nur aus „vollwertigen“ Spielen kennt. Man findet
knackige Texturen, ein wunderschönes Beleuchtungssystem samt
authentischem Schattenwurf, Unschärfeeffekte, Bloom und Glow wieder und
das Beste ist: alles läuft mit 60 Bildern pro Sekunden über die Bühne,
inklusive VSync, also ohne hässliches Bildzerreißen.
Die Musik ist im Gesamten etwas rockiger angehaucht, auch wenn man hin
und wieder elektronische Beats zu hören bekommt. Insgesamt hätten es
jedoch ein paar mehr Tracks sein können, spätestens nach 20 Minuten
geht das Gedudel nämlich wieder von vorne los. Positiver schneiden da
die Soundeffekte ab, vor allem die Motorengeräusche und durchdrehende
Räder auf unterschiedlichen Oberflächen geben dem Spieler ein gutes
Feedback.
Mit einer überzeugenden Grafik, einer traumhaften Physik und einem
anspruchsvollen Gameplay ist Trials HD eines der besten Arcadegames
dieses Jahres. Man schafft genau den Spagat zwischen Frust und Lust, wie es bei einem guten Game sein muss! Gelungener Einstand der
Finnen – bitte mehr davon!
|