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ANPFIFF
Die Atmosphäre hat ihren absoluten Siedepunkt erreicht und Spieler wie
Fans im ausverkaufen Fußballtempel warten gespannt auf den Anpfiff des
Spiels. Und da bläst der Schiedsrichter auch schon in seine Pfeife.
Schiedsrichter? Ja, Ihr habt richtig gelesen. In Pro Evolution Soccer 4
läuft erstmals ein immer sichtbarer Schiedsrichter mit über den Rasen.
Der Offizielle pfeift zwar nicht immer astrein, aber das sind wir aus
dem wahren Leben auch nicht anders gewöhnt. Wieder aus dem Spiel
entfernt wurde das Handspiel, welches in Pro Evolution Soccer 3
debütierte. Dafür kennt der Schiedsrichter ab sofort die Vorteilsregel
und lässt das Spiel ggf. ohne Unterbrechung weiter laufen. Offiziell
dabei ist aber diese Saison nicht nur der Schiedsrichter. Erstmals in
der Geschichte der Pro Evolution Soccer Serie wurden Lizenzen
offizieller Ligen erworben. Darunter befinden sich die Ligen aus
Holland, Italien und Spanien. In Zahlen ausgedrückt heißt das 3000
lizenzierte Spieler, 80 europäische Club Teams und 57 National Teams.
SPIELMODI
In Punkto Spielmodi hat Pro Evolution Soccer 4 auch diese Saison die
Nase vorn; dabei hat sich in Sachen Auswahl, im Vergleich zum
Vorgänger, nicht wirklich viel verändert. Wie gewohnt hat man die
Auswahl zwischen Einzelspiel, Liga, Pokal und dem gigantischen
Meisterliga Modus. Neu hinzugekommen ist der Online-Modus (hierzu aber
später mehr). Absolutes Highlight unter den Spielmodi ist ohne Frage
der herausragende Meisterliga
Modus. Hier hat der Spieler zunächst die Wahl, auf eine bestehende
Mannschaft zurückzugreifen, oder sich gleich eine eigene zu basteln.
Entscheidet man sich dafür, ein eigenes Team auf die Beine zu stellen,
stehen dem Spieler alle nur erdenklichen Modifikationsmöglichkeiten zur
Verfügung. Egal ob Trikots, Mannschaftsemblem, Spieler- und deren
Eigenschaften, Mannschaftsname uvm. All das kann bis ins kleinste
Detail angepasst werden. Ist man erst einmal mit den Einstellungen
fertig darf es auch schon mit der ersten Partie losgehen. Vorher sollte
man aber unbedingt der Umkleidekabine einen Besuch abstatten, um dort
Gegnerdaten einzusehen und ggf. seine Taktik und Aufstellung anpassen.
Jetzt wäre der perfekte Augenblick, seine Mannschaft noch kurz auf den
Trainingsplatz zu schicken, um danach in einem echten Match auf
Punktejagd zu gehen. Punkte sind nämlich enorm wichtig, weil sie
gleichzeitig der Finanzierung eurer Mannschaft dienen. Denn habt Ihr am
Ende der Saison nicht genug Punkte in die Kasse gespielt, um Eure
Spielergehälter zu zahlen, ist das Spiel beendet. Die restlichen
Spielmodi sind konzeptionell eher auf ein paar schnelle Spiele
ausgelegt und vernachlässigen den organisatorischen Aspekt. Hierbei
sind hauptsächlich die Faktoren Taktik, Aufstellung und die Fitness der
Spieler zu berücksichtigen. Spielt man beispielsweise ein Turnier immer
mit der Anfangsformation, kann es einem sehr leicht passieren, dass die
besten Spieler in den Endrunden absolut ausgepowered sind.
GAMEPLAY
Wenn es um Sachen Gameplay geht, spielt Pro Evolution Soccer 4 sein
ganzes Können aus. Kein anderes Spiel vermag soviel andauernden
Spielspaß, gepaart mit einer komplexen sowie intuitiven Steuerung, zu
vermitteln. Bei soviel Spaß am runden Leder bleibt die Realitätsnähe
ein ständiger Begleiter im Spiel. Maßgeblich hierfür verantwortlich ist
die göttliche Ballphysik des Spiels, welche über jeden Zweifel erhaben
ist. Zugegeben, bei aller Komplexität und Spieltiefe dürften Einsteiger
zunächst etwas zu knabbern haben, aber das süchtig machende Gameplay
zieht jeden umgehend in seinen Bann, der sich auch nur annähernd mit
dem Sportspiel Genre anfreunden kann. Konami lässt Einsteiger aber auf
keinen Fall im Stich. Mit dem sehr umfangreichen Trainingsmodus findet
sich jeder Spieler schnell zurecht. Wer es erst zunächst gemächlich
angehen will, ist beim Grundlagentraining genau richtig aufgehoben und
kann sich danach an den teilweise recht kniffligen
Herausforderungs(-Training) Modus heranwagen. Spieler, die schon vorher
mit Pro Evolution Soccer in Berührung kamen, werden sich sofort wie
zuhause fühlen. Denn Konami setzt, wie der Spielname schon vermuten
lässt, auf Evolution statt Revolution. So wurde das altbewährte
Spielsystem konsequent verfeinert und ausgebaut. Frei nach dem Motto:
„Was gut ist wird noch besser!“ Neu im Passspielsystem ist
beispielsweise die Möglichkeit, die übernächste Spielstation
anzuspielen, indem man einfach die Passtaste etwas länger drückt. Pro
Evolution Freistoß: Endlich kann man die Mauer austricksen, denn in
Freistoß-Situationen darf man sich nun auch einen Mitspieler zu Hilfe
holen, der den Ball gekonnt vorlegen kann.
TECHNIK
Fakt ist leider, dass es sich bei der Xbox Version von Pro Evolution
Soccer 4 um eine Portierung der Playstation 2 Version handelt. Komisch
ist hierbei aber, dass die Grafikqualität auf Microsofts Konsole
schlechter daher kommt als auf der PStwo. Ein nerviges Flimmern auf
manchen Rasenplätzen sei hierbei besonders hervorzuheben. Gewiss war
der grafische Aspekt nie die Paradedisziplin der Pro Evolution Soccer
Reihe, aber die Frage, wieso die Xbox Version der PStwo Variante
hinterher steht, dürfte mehr als berechtigt sein. Auf der anderen Seite
der Medaille stehen dafür aber erstklassige Spielermodelle, sowie
detaillierte Spieleranimationen, welche zusammen mit dem superben
Gameplay einen atemberaubenden Spielfluss ergeben. Das alles bei
absolut konstanten 60 FPS. Wo die Grafik aufhört setzt die Soundkulisse
des Spiels an. Hier findet man eine eher durchschnittliche Untermalung
des Spielgeschehens. Audiophile Fußballfans werden hier nicht die
Genre-Referenz vorfinden. Wir hätten uns darüber hinaus sehr über
unsere eigenen Soundtracks in den Menüs gefreut. Aber dies ist leider
nicht möglich. So bleibt dem Spieler nur die Möglichkeit, sich an das
Japan-Pop-Rock-Gedudel zu gewöhnen, oder die Musik direkt ganz
abzustellen. Ein ewiges Manko in Fußballspielen ist und bleibt der
Kommentar während des Spiels. Wie gewohnt liefern sich Hansi Küpper und
Wolf Fuß schwere Sprachduelle, die leider oftmals unpassend wirken. Da
kommt es nicht ungelegen, dass man bei Online Duellen den Kommentar am
besten deaktiviert, um die Verbindungsqualität zu erhöhen.
Live Play (Online)
Diese Fußballsaison hat es richtig in sich. Denn dieses Jahr versuchen
gleich zwei Anwärter auf den Online Fußballthron die Schlacht für sich
zu entscheiden. EA’s FIFA Soccer 2005 versucht dies mit gekonntem
Einsatz von Online Funktionalität, kann aber gegen das unschlagbare
Gameplay von Pro Evolution Soccer 4 nicht bestehen. Der Einstieg ins
Online Gameplay ist wie gewohnt kinderleicht: Einfach den Xbox Live
Punkt im Hauptmenü auswählen und schon begrüßen den Spieler die
gewohnten Funktionen, wie z.B. Schnell ins Spiel, Optimatch, Rangliste,
Freundesliste usw. Ein Lobby System sucht man aber leider vergebens.
Dafür lässt sich per Optimatch Suche präzise nach einem passenden
Gegner suchen. Bei der maximalen Spieleranzahl steht es Unentschieden:
Spieler gg. Spieler, d.h. mehr als 1on1 Matches sind nicht möglich.
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