Neues Spiel, neue Feinde.
Nachdem alles Böse im vorherigen Teil vorerst anscheinend
ausgeschaltet wurde, hat der Prinz allerdings unwissentlich durch die
Verwendung des Sandes der Zeit und dem Dolch den Zeitwächter
auferstehen lassen, der so genannte "Dahaka". Dieser verfolgt von nun
an den Prinzen und trachtet ihm nach seinem Leben. Nachdem sich unser
Held von einem alten Weisen sagen lassen hat, dass er seinem Schicksal
nicht entgehen kann und er nun mal vom Dahaka getötet wird, ist dieser
zwar kurzweilig erschüttert, berafft sich aber natürlich wieder und
steigt auf in ein neues atemberaubendes Abenteuer...
Die dunkle Seite der...
Was einem schon direkt zu Spielanfang auffallen dürfte ist, dass der
Prinz, in dem einem Jahr Entwicklungszeit, einen gewaltigen Umschwung
in Sachen Image durchgemacht hat. Betrachtet man das neue Outfit des
Prinzen könnte man meinen, der alte wäre schon eher ein zartbesaitetes
Goldlöckchen gewesen. "Finsternis" wird in Warrior Within ganz groß
geschrieben, denn nicht nur der Prinz hat einiges daran zugelegt,
sondern auch die komplette Umgebung ist ein ganzschöner Schauder
geworden. Dieses Mal besucht ihr nicht mehr idyllische Paläste mit
edlen Gewändern und Rundbögen, ihr wandert in kalten, rissigen und
feuchten Kerkern und Burgen umher. Die Dungeons bleiben allerdings
abwechslungsreich und intelligent aufgebaut, wie auch im letzten Teil.
Durch euer Auftreten verschmutzt ihr die Dungeons jedoch noch mal um
einiges mehr, denn wenn der Prinz erstmal ein Säbel in die Hand nimmt,
schnetzelt er die Gegner nieder wie Butter. Anders als bei Butter und
dem letzten Teil spritzen die Gegner dabei alles andere als geizig mit
Blut um sich.
Passend zu der neuen Atmosphäre ist in Persien gerade Metal in Mode,
und so werden eure Kämpfe nicht länger von mehr oder weniger
harmonischen Liedern aus der Wüste untermalt, sondern mit kräftigen
Gitarrenriffs und Schlagzeug Gehämmer gepusht.
Wie macht der das nur?
Was das Gameplay anbelangt hat sich bei Prince of Persia Warrior
Within allerdings relativ wenig getan. Die Steuerung ist im Ganzen fast
identisch wie die des ersten Teils und ihr führt die Combos und Sprünge
immer noch mit hauptsächlich drei Buttons aus. Allerdings gewöhnt ihr
euch dadurch wieder nach wenigen Spielminuten gut an die Steuerung und
euch geht alles locker von der Hand. Was die Combos angeht hat es
allerdings wieder einen großen Aufschwung gegeben. Ihr seit nun im
Stande fast unzählige, spektakuläre Combos durchzuführen, so viele, das
es fast schon zu viele sind, denn alle kann man sich wohl leider nicht
merken, es sei denn euer Gedächtnis ist im Top-Zustand.
Warum Ubisoft einen derartigen Haufen an Combos in das Spiel
gebracht hat, liegt klar auf der Hand und stellt sich ebenfalls gleich
zu Beginn des Spiels heraus. Der Actionteil überwiegt dieses mal bei
weitem, natürlich springt und klettert ihr auch immer noch eine ganze
Menge, die brutalen Kämpfe stehen dieses mal jedoch im Mittelpunkt des
Spiels. Der Prinz kann nun auch zwei Waffen gleichzeitig tragen und mit
einer davon auf seine Gegner werfen, die Kämpfe gestalten sich dieses
Mal also wesentlich leichter als noch im Vorgänger. Mehr Kämpfe bringen
natürlich auch mehr Bosse mit sich, welche ihr allesamt nur mit einer
bestimmten Taktik, also Combo, besiegen könnt.
Die Grafik kommt aber nicht aus Persien!?
Grafisch hat Warrior Within ebenfalls noch mal etwas zugelegt. Auch
wenn es in den nun mehr schaurigen Schauplätzen eher weniger
Möglichkeiten dazu geben mag edles funkeln, wie es doch reichlich im
Vorgänger vertreten war, unterzubringen strahlt der neue Teil nur so
mit Effekten. Schöne Texturen und nette Lichteffekte sorgen auch in den
Dungeons für eine wunderbare Atmosphäre.
Auch die bereits genialen Animationen unseres Protagonisten wurden
noch mal ein wenig aufgepeppt und die halsbrecherischen Wandläufe,
Luftsprünge und Klettereinlagen laufen wieder wie in einem Guss über
den Bildschirm.
Hardcore statt Sitar
Ähnlich wie der Stil der Grafik hat sich auch die Musik um 180 °
gewendet. Eure Schlägereien werden nun von hartem Metal und Rock
hinterlegt. Diese Musikrichtung ist sicherlich nicht jedermanns Sache,
passt aber immerhin gut zum neuen Outfit.
Die Synchronisation reicht vom groben Mittelmaß bis zur oberen
Klasse. Die Sprecher machen ihren Job relativ gut, an einigen Stellen
wären jedoch mehr Betonung und Elan wünschenswert gewesen, und wenn der
Prinz in einem Bosskampf zum dritten Mal hintereinander; "Har, der
Nächste bitte!" in einem eher gelangweiltem Ton sagt, kann das einem
schon mal auf den Geist gehen.
Fazit:
Ein würdiger Nachfolger des bereits grandiosen ersten Teils. Ubisoft
geht hier, zumindest was das Design angeht, einen völlig neuen Weg und
liefert nicht nur ein kleines Update. Das komplett neue Outfit von
Prince of Persia Warrior Within ist bestimmt nicht jedem ganz passig,
als schlecht dürfte es aber auf jeden Fall niemand bezeichnen können.
Optik, Sound, Gameplay und Steuerung können ebenfalls wieder vollkommen
überzeugen und fesseln den Spieler schon nach einigen wenigen
Spielminuten.