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Vorurteile
Denkt man an Umsetzungen von erfolgreichen Filmproduktionen in die
Spieleindustrie, dann fallen einem auf Anhieb mehr desaströse
Verstümmelungen als geniale Spiele ein. Um es kurz zu
machen...Ghostbusters: The Video Game reiht sich glücklicherweise nicht
in die Reihe dieser katastrophalen Umsetzungen ein. Es geht sogar fast
als eine gute Fortsetzung der ersten beiden Teile an den Start, doch
dazu später mehr.
Als 1984 das akademische Trio Dr. Peter Venkman (Bill Murray), Dr.
Raymond Stantz (Dan Aykroyd) und Dr. Egon Spengler (Harold Ramis) das
erste Mal mit ihrem farbigen Kollegen Winston Zeddemore (Ernie Hudson)
auf die Jagd nach paranormalen Erscheinungen geht, lebt das ganze
Spektakel enorm von dem Wortwitz, den das Trio an den Tag legt. Genau
diese Art des Humors hat man auch in die virtuelle Umsetzung dieses
Geisterjäger-Teils gerettet. Die Story des Games knüpft 1991, also
unmittelbar an den 2. Teil der paranormalen Epos an.
Am altbekannten Schauplatz New York nehmen die außergewöhnlichen
gespensthaften Ereignisse wieder stark zu, als im Stadtkern ein neues
Museum rund um den Geistergott Gozer (bekannt aus dem ersten Teil)
eröffnet wird. Da liegt es fast auf der Hand, dass das Telefon bei
unserer Truppe nicht mehr still steht. Im Gegensatz zu den
cineastischen Umsetzungen steigt ihr aber nun in den
Geisterjäger-Alltag, quasi als Geisterkammerjäger-Lehrling, mit ein.
Dr. Egon Spengler, das Technikgenie in der Truppe, hat euch zunächst
mit der Geisterjäger Grundausstattung versehen und ihr werdet mit dem
Team für den ersten kleineren Auftrag ins Getümmel geschmissen. Nach
einer ersten kümmerlichen Einführung geht’s direkt in eines von Big
Appels Grand Hotels, die einen Garantieanspruch auf bereits erfolgte
Eliminierungen von etwas feucht angehauchten, widerspenstigen
Geschöpfen besitzen.
In guter alter 3rd-Person-Manier macht ihr euch nun mit eurem PKE-Meter
(Psycho-Kinetische-Energie) auf die Spur der unliebsamen Gesellen, um
sie zunächst einmal aufzuspüren. Habt ihr den Geist entdeckt, rückt ihr
ihm mit eurem Protonen-Pack zu Leibe. Der erste Schritt in der Kette
ist der Versuch, ihn mittels protonisiertem Sprengstrahl zu schwächen,
um ihn anschließend mit eurem Sperrstrahl in die Geisterfalle, die ihr
oder eure Kollegen ausgelegt habt, zu verbannen. Dabei ist das Handling
der paranormalen Kollegen gar nicht so einfach und auch das Zielen mit
dem Strahl, der eher einem nicht arretierten, aufgedrehten
Gartenschlauch entspricht, gar nicht so ohne.
Während man die kleineren Quälgeister noch alleine gebändigt bekommt,
ist im weiteren Verlauf der Geschichte und mit zunehmender Größe der
Gegner die Zusammenarbeit mit den KI-Kollegen unabdingbar. Gerade, wenn
es um das Bezwingen der Endgegner geht, muss erstmal der Schwachpunkt
detektiert werden, bevor man dem unliebsamen Geschöpf den Garaus machen
kann.
Überall, wo die Geisterjäger auftauchen, um ihrer Arbeit nachzugehen,
bleibt oftmals kein Stein mehr auf dem anderen stehen. Die Waffen
wirken sich derweil nicht nur auf die paranormalen Erscheinungen aus,
sondern zerlegen in der Regel auch alles, was von den Strahlen erfasst
wird.
Im weiteren Verlauf der Story werden die Waffen natürlich den
steigenden Gegnerklassen angepasst. Mittels des Geldes, welches ihr für
eure Dienste kassiert, könnt ihr ebenfalls diverse Updates erwerben,
die euch das Leben als Ghostcleaner deutlich erleichtern.
Neue Spielszenen werden immer mit einer einleitenden, humoristisch
angehauchten Sequenz gestartet, die man so auch in einer Kinoumsetzung
erwartet hätte. Dabei wurden die Originalstimmen aus den Filmen zur
Synchronisation verpflichtet. Bei Leuten, die den Film in ihrer Jugend
gesehen haben, stellt sich fast sowas wie RETRO-Feeling ein, zumal auch
das Hauptthema, der Titelsong aus dem Film (Ray Parker jr.), immer
wieder vernommen werden kann.
Die spieltechnische Umsetzung ist durchaus gelungen. Sowohl Steuerung
als auch Grafik und Sound sind stimmig. Die Umgebung, die Geister und
auch das Team sind sehr gut umgesetzt worden. Das Flair der beiden
Teile wurde getroffen und die Story mit alten, aber auch neuen
passenden Elementen versehen. Die Szenerien sind zwar teilweise etwas
düster, doch habt ihr die passenden Protonenfackeln ja stets am Mann.
Der einzige Kritikpunkt, den man ins Feld führen könnte, ist der, dass
der Ablauf „Aufspüren, Fertigmachen und Einfangen der Gesellen“ auf die
Dauer etwas eintönig wirkt. Der absolut lineare Aufbau der Story lässt
leider auch kaum Freiheiten im Spiel zu, und wenn man mal nicht weiß,
wie es weiter gehen soll, hilft nur eins … suchen, suchen & suchen.
Fazit:
Ghostbusters: The Video Game ist eine würdige Umsetzung, respektive
Fortsetzung, der Filme. Flair und Charme der Blockbuster wurden
eingefangen und gut an ein Spiel adaptiert. Es macht einfach Spaß mit
den humorvollen Kollegen den Geistern immer wieder den Garaus zu
machen. Spaß - das ist ja schließlich das, worauf es beim Spielen
ankommt. Da wir bisher nur den Final-, jedoch nicht den Retail-Code
vorliegen hatten, konnten wir den kooperativen Modus noch nicht
ausprobieren, doch kann man sich durchaus vorstellen, dass das Jagen
und Eliminieren von Geistern mit bis zu 4 Spielern gleichzeitig nochmal
so viel Spaß machen muss. Deswegen können wir für dieses Machwerk auch
unsere uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen, damit es auch bei
euch demnächst heisst: „Who ya gonna call? – GHOSTBUSTERS!“
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