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Alljährlich bringt Publisher Electronic Arts unter dem Label EA Sports neue Sportspiele auf den Markt. An besonderer Beliebtheit erfreut sich die Fifa Reihe, die trotz weniger Neuerungen immer wieder großen Erfolg verzeichnet. In jedem Jahr gibt es kleinere Updates, technische Verbesserungen und eine Aktualisierung von Spieler- und Mannschaftsdaten. Während Fifa eher ein auf Realismus ausgerichtetes Spiel ist, schickt EA Sports Big mit Fifa Street ein absolutes Arcadespiel ins Rennen. Ob das allerdings gegen seine großen Brüder punkten kann, erfahrt ihr in diesem Test.



Worum geht’s ?

Genau wie in EA Sports Basketball-Pendant NBA Street dreht sich alles nur um Style. Ihr steht mit drei Spielern und einem Torwart auf dem Platz und versucht, den Ball mit möglichst vielen Tricks wie Fallrückziehern, Hackentricks, Volleys und Co. in den Kasten zu befördern. Genau wie bei anderen Teilen aus der EA Sports Big Reihe bekommt ihr für vollendete Tricks und Tore Punkte. Mit diesen Punkten füllt ihr die so genannte „Gamebreaker“-Leiste auf. Führt ihr dann einen „Gamebreaker“ aus, ist euch das Tor so gut wie sicher. So spielt der Torwart beispielsweise keine große Rolle mehr, denn er wird hier einfach mal „durchschossen“. Insgesamt ist die KI leider nicht besonders gut gelungen; so kann es schon einmal passieren, dass die gegnerische Mannschaft einfach nur auf dem Platz steht, wenn ihr euch in der Defensive befindet. Die Regeln entsprechen denen auf echten Straßenschauplätzen. So gibt es hier keinen Schiedsrichter, der sinnloses Foulen ahndet, und es wird auch nicht auf Zeit gespielt, sondern nach der Anzahl der gefallenen Tore. Der Umfang des Spiels fällt sehr spartanisch aus. So gibt es nur Nationalteams, die jeweils mit wenigen lizensierten Spielern aufwarten können. Auch der Umfang der Spielmodi ist eher gering, denn es gibt neben dem Freundschaftsspiel nur den „Absolut Street Modus“, der den Einzelspieler motiviert. So kreiert ihr euch hier eure Mannschaft mit euren eigenen Spielern und bereist dann verschiedene Schauplätze auf der ganzen Welt. Langzeitmotivation hat das Spiel im Singleplayermodus leider überhaupt nicht, denn oftmals sind die Spiele schnell vorbei und die Tricks werden schnell langweilig.


Die Steuerung

An der Steuerung gibt es nichts auszusetzen. Sie ist auf das normale Fifa Layout abgestimmt und geht schon nach kurzer Eingewöhnungszeit sehr gut von der Hand. Lediglich die Benutzung des rechten Mini-Sticks, der im Spiel als „Trick-Stick“ bezeichnet wird, ist etwas schwerfällig, aber auch die einzige Möglichkeit, vernünftige Tricks auszuführen, um eure Gegner auszuspielen. Leider wurde auch bei FIFA Street eine schlechte Angewohnheit der erwachsenen FIFA Teile übernommen: So ist das Spielverhalten insgesamt sehr träge und man hat das Gefühl, dass die Befehle erst sehr spät umgesetzt werden. Darunter hat das Spielgefühl insgesamt sehr zu leiden und es kommt nicht dieselbe Freude auf, wie man sie zum Beispiel von NBA Street gewohnt ist.


Die Grafik

Auch grafisch ist FIFA Street nicht gerade ein Leckerbissen. Die größtenteils dunklen asphaltierten Straßenschauplätze sind nicht sehr abwechslungsreich und auch die Spieler sind nicht so detailreich wie beim Original. Dafür läuft das Spiel zu jedem Zeitpunkt absolut flüssig, was aber bei insgesamt acht Spielern und einem kleinen Spielfeld auch zu erwarten war. Ein paar mehr Details bei den Spielern und besser designte Hintergründe wären für einen Nachfolger also wünschenswert.


Boah, voll konkret krass, Alda!

Der Sound ist insgesamt gut gelungen, wäre neben den Ball- und Hintergrundgeräuschen sowie der fetzigen Elektromusik nicht dieser schreckliche Kommentator. Dessen Stimme stammt von einem bekannten Berliner Rapper, der auf silberne Metallmasken steht. Was sich EA dabei gedacht hat, ist mir ein Rätsel, denn 99,9% aller Kommentarsätze fangen mit einem „Alda“ an und hören mit einem „Alda“ auf. Am Anfang ist dies zwar ganz witzig, aber spätestens nach fünf Minuten wird das andauernde „Alda“ selbst für den größten Hip-Hop Fan zur Plage.


Multiplayer

Leider bietet FIFA Street weder einen Online- noch einen Systemlink-Mode, so muss sich der Xbox-Live-verwöhnte Spieler mit Spielen vor dem heimischen Fernseher begnügen. Dieses geht mit bis zu vier Spielern und macht wie beim großen Bruder einen Heidenspaß. Hier trumpft FIFA Street auf und wird euch und eure Gäste sicherlich an die Xbox fesseln. Nichts geht über ein entscheidendes Gamebreakertor. Auch die Matches zu viert, zum Beispiel in einem zwei gegen zwei Match, machen durchaus Laune, gerade weil man dauerhaft beschäftigt ist, da nur wenige Spieler auf dem Platz stehen.


Fazit

Insgesamt ist FIFA Street nur für echte Streetfußballfans zu empfehlen, denn das Spiel übermittelt viel zu wenig Spielgefühl. Darüber hinaus ist die Langzeitmotivation sehr gering und der Kommentar zum Spiel ist sehr nervig. Auch ein paar mehr Mannschaften wären wünschenswert, denn gerade ohne die großen Ligen fehlt dem ein oder anderen sicherlich sein Lieblingsspieler. Für eine Multiplayerpartie zwischendurch ist FIFA Street aber immer gut.

 Facts
Publisher : EAUSK : ohne
Entwickler : EARelease-Date : 24.03.2005
Global Sound/Bild Steuerung XBOX-Live
Offline Players1-2
SystemlinkNein
Xbox ExklusivNein
THX SoundNein
Dolby 5.1Ja
TV-Format16:9
Lenkrad-
Arcade Stick-
Light Gun-
Online MultiplayerNein
Content DownloadsNein
  


Bewertung
Gameplay : 65% Sound : 60% Grafik : 75% Steuerung : 80% Multiplayer : -%
Gesamt-Bewertung


Kommentar des Redakteurs
Für Streetfußballfans ein guter Kauf, alle anderen greifen besser zu FIFA 2005. 
Erstellt am : 01.05.2005      Autor : Ansgar Babucke          © EVO-X.DE & XBLIVE.DE
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