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Story
Es war ein wirklich schöner Tag, an dem sich unser Held Cole auf seinem
Bike in der Eigenschaft als Fahrradkurier durch Empire City bewegt.
Doch dann war da plötzlich dieses gleißende helle Licht, eine
wahnsinnige Explosion, die einen ganzen Stadtteil in Schutt und Asche
legte. Als Cole wieder zu sich kommt, liegt er in einem großen Krater.
Um ihn herum nur Leichen, Elend und die Trümmer einer einst so prächtig
wirkenden amerikanischen Großstadt. Wie konnte er das nur überleben?
Ein Wunder? Schwer angeschlagen macht er sich nun auf, dem Unheil zu
entrinnen. Es muss einen Ausweg aus diesem Chaos geben … auf der
anderen Seite der Stadt, jenseits des Flusses gibt es bestimmt Hilfe.
Auf zur Brücke …
… und schon befindet ihr euch mitten im Spielgeschehen. Im
anschließenden kleinen Tutorial erlernt ihr erstmal die elementaren
Funktionen der Steuerung eures vermeintlichen Helden. Ihr merkt
schnell, dass eurer Protagonist über Fähigkeiten verfügt, die in
keinster Weise der humanuiden Rasse entsprungen sind. Obwohl er stark
angeschlagen ist, vermag er sich sehr geschickt durch die Trümmer zu
bewegen. Mit Fähigkeiten, die man so nur aus der Tierwelt kennt.
An der Brücke angekommen ist Cole der Bewusstlosigkeit nahe. Er braucht
Energie … doch welcher normale Mensch würde in Erwägung ziehen, ihn in
dieser Situation unter Strom zu setzen? Sein Körper giert nach
elektrischer Spannung und so langsam begreift auch Cole, dass etwas mit
ihm nicht stimmt. Er mutiert zur menschlichen Batterie … mit der
Fähigkeit, den Lauf der Elektrizität in seiner Umgebung zu
beeinflussen. Doch diese Fähigkeiten muss man erstmal verarbeiten. Er
fällt ins Koma.
Ein paar Tage sind nun vergangen und Cole ist wieder aus dem Koma
erwacht. Er fühlt sich besser, eigentlich besser als je zuvor …
Energiegeladen würde man treffenderweise formulieren. Schnell begreift
er, dass sich alles verändert hat. Die Stadt, die Leute, die Situation,
in der sie leben. Elend macht sich breit und zudem zerfleischen sich
die Überlebenden auch noch selber. Die Stadt steht unter Quarantäne,
Ordnungshüter gibt es nicht mehr im Distrikt, Gangs haben nun das
Sagen. Allen voran eine militante maskierte Gruppe, die sich die Reaper
nennen und das gemeine Volk unterdrücken. Die Menschen sind
verunsichert, wem kann man noch trauen?
In einem weiteren kleinen Tutorial mit anschließender Mini-Mission kann
Cole seine neuen Fähigkeiten direkt unter Beweis stellen. Äußerlich mag
er noch menschliche Züge besitzen, doch die Bewohner von Empire City
meiden ihn, geben ihm sogar die Schuld an der jetzigen Situation. Dabei
will Cole ihnen doch nur helfen … gegen die Reaper zu bestehen. Und mit
seinen neuen Fähigkeiten hat er den Reapern auch einiges entgegen zu
stellen.
Cole ist nicht nur Herr über die Elektrizität sondern kann mit seinem
elektrifizierten Körper auch praktisch jede Hürde nehmen. Er klettert
fast mühelos an Gebäuden hoch, bewältigt Drahtseilakte mit
katzenartigem Geschick und mit zunehmenden Aufbau seiner
außerordentlichen Fähigkeiten überwindet der Höhen und Abgründe fast
fliegend wie ein Superheld.
Mit jeder absolvierten Mission im Spielverlauf baut er sein Karma in
die ein oder andere Richtung aus. Er kann sowohl als Retter als auch
als Scherge in Erscheinung treten. Es bleibt euch überlassen, welchen
Pfad ihr einschlagt. Gut oder böse … diese Entscheidung wird euch
ständig gestellt werden. Es gibt sogar spezielle Missionen, die sich
ganz entscheidend auf den Rest des Spielverlaufes und die Story
auswirken, je nachdem, welche Gesinnung ihr wählen werdet. Auch eure
Fähigkeiten werden im Zwiespalt Held vs. Antiheld speziell angepasst.
Die Karma-Farbgebung ROT (böse) vs. BLAU (gut) soll das Ganze auch
optisch nochmal unterstreichen.
InFamous ist zwar kein Ersatz für Fable, doch durch diese Spielvariante
wird der gesamte Spielverlauf um einiges spannender. Auch bei
Spielmechanik & Outlook hat sich Sony´s Entwicklerstube Sucker
Punch an anderen Highlights orientiert. Cole bewegt sich so geschickt
wie Altaire in Assassin's Creed und das Ganze in einer freien Welt
ähnlich dem GTA Szenario. Diese Spielwelt verteilt sich auf 3
verschiedene Stadtbezirke, in denen jeweils verschiedene
Gegnerfraktionen das Sagen haben. Dadurch, dass Cole sich quasi in jede
Richtung bewegen kann, gewinnt das Spiel ordentlich an Dynamik.
Schusswaffen sind Cole gänzlich fremd. Alles was er braucht ist immer
mal wieder eine Energie-Tanke, um seine Gegner mittels Blitzen zur
Aufgabe zu überreden. Dabei sind die eingesetzten Energiearten durchaus
unterschiedlich. Cole kann Gegnern elektrische Handschellen verpassen,
explosiv mit Energiebällen zu Leibe rücken, Straßenzüge mit senkrechten
Blitzorgien in Schutt und Asche legen … alles in allem 16 verschiedene
Fähigkeiten in verschiedenen Ausbaustufen zur puren Meinungsverstärkung
nutzen. Der Gewaltgrad im USK18 Titel ist nicht übertrieben brutal.
Die verschiedenen Gegnerklassen agieren teils recht tricky, aber auch
teilweise stupide und dämlich. Zu den Horden von Gegnern gesellen sich
in jedem Stadtteil nochmal ein entsprechend großer Endgegner, der euch
am Ende das Leben zur Hölle machen will. Im ca. 15-stündigen
Spielverlauf wird immer fair agiert. D.h. es kommt an keiner Stelle zu
einem frustrierenden Schwierigkeitsgrad. Alles ist zu schaffen, aber es
ist auch schonmal heftig.
Optik und Technik des Titels sind sehr hochwertig, wenn auch sicher
nicht Referenz auf dieser Plattform. Popups & Kantenflimmern ziehen
sich leider durch das gesamte Spiel und gelegentlich kommt es auch zu
kleineren Slowdowns. Doch alles in allem ist das, was da geboten wird,
technisch sehr ansprechend und “state of the art“. Die Syncro ist
sauber und die Sounduntermalung ordentlich. Die Missionen sind sehr
unterschiedlich, teilweise in der offenen Oberwelt und teilweise in den
düsteren Kanälen des Untergrundes. Die Story ist relativ anspruchsvoll
und spannend gehalten. Auf eine Multiplayer oder Onlineunterstützung
hat man verzichtet.
Fazit
Im Großen und Ganzen ein guter bis sehr guter Titel, der einen
motiviert, das Spiel bis zum Ende zu spielen. Abwechslungsreich und
spannend inszeniert, vor allem erfrischend durch den Einsatz des
Karma-Systems. Optisch schwächelt es ein wenig, doch die Spielmechanik
holt das Ganze wieder raus. Das Wichtigste ist aber der Spaßfaktor und
den hält das Spiel von Anfang bis Ende auf einem sehr hohen Niveau. In
Anbetracht der sauren Gurkenzeit für Videogames im Moment … ein echter
Kandidat zur Erweiterung der eigenen Spielesammlung.
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