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Es gibt, gerade im Horrorsektor, Filme, die so billig und schlecht sind, dass sie gerade deshalb unterhalten und Spaß machen. Onechanbara beweist nun, dass es auch Videospiele gibt, die man dieser Kategorie zuordnen kann. Rein objektiv betrachtet ist Onechanbara: Bikini Samurai Squad nämlich ein ziemlich dürftiges Spiel. Die Story ist sehr dünn gehalten und nicht der Rede wert und der Spielverlauf ist extrem eintönig. Hier geht es im Grunde genommen nur darum, dass der Spieler in die Rolle von sexy (und sehr leicht bekleideten) Zombiejägerinnen schlüpft und sich von einer Gegnerhorde zur nächsten metzelt. Eine Gegner-KI ist eigentlich nicht vorhanden und die Steuerung ist alles andere als angenehm. Hinzu kommen sehr langweilig inszenierte Bossfights, sowie ein extrem einfallsloses Leveldesign. Doch trotz all dieser gerade aufgelisteten Mankos wird bei Fans von sinnlosen Zombie- und Metzelgames Spielspaß aufkommen. Warum? Weil das Kampfsystem tiefgängiger ist, als man es zu Beginn vermuten würde. Vor allem auf höheren Schwierigkeitsgraden kommt man hier nicht mehr nur mit Buttonmashing weiter. Das Spiel verfügt über viele Spezialmoves sowie ein komplexes Kombosystem, welches es erst einmal zu meistern gilt. Zudem enthält dass Spiel einfach ein paar Kleinigkeiten, die es von Genregrößen wie Devil May Cry 4 oder God of War 2 unterscheidet. Zum Beispiel muss der Spieler regelmäßig das Blut von den Schwertern abschütteln, da diese sonst in den Gegnern stecken bleiben. Dies sorgt dann dafür, dass man überlegter (und vielleicht auch etwas taktischer) vorgeht.
Onechanbara: Bikini Samurai Squad zählt, verglichen mit den Genrekollegen, zu den umfangreicheren Titeln. Neben einem rund zehnstündigen Storymode (welcher in sechs Schwierigkeitsgraden vorhanden ist) sind nämlich noch viele weitere Spielmodi enthalten. Im Practicemodus kann der Spieler seine Kombos und Spezialmoves trainieren, während es im Survivalmode gilt, so lange wie möglich zu überleben. Zu guter Letzt wäre da auch noch ein Free Play-Modus, bei dem man bereits abgeschlossene Level wiederholen kann. Richtig motivierend sind die Quests (Missionsvorgaben), die man mit dem Storymode verbinden kann. Hier müssen zum Beispiel bestimmte Spezialmoves ausgeführt oder eine gewisse Anzahl an Gegnern erledigt werden. Der Großteil der Achievements baut auch auf diesen Quests auf. Abgesehen von all diesen Spielmodi gibt es in Onechanbara allerdings auch sehr viel freizuschalten. Neben neuen Charakteren und Bonusmissionen sind es vor allem die neuen (knappen) Kleidungsstücke, die für eine Langzeitmotivation sorgen. Natürlich verfügt Onechanbara auch über ein typisches Level-Up System und auch hier gilt: Je besser die Fähigkeiten der Charaktere, desto mehr Spielspaß kommt auf. Am spaßigsten ist der Titel jedoch zu zweit mit einem menschlichen Mitspieler, vor allem, weil man sich mit einem Kumpel so herrlich über dieses trashige Werk lustig machen kann. Ein Onlinemode hat es leider nicht ins fertige Spiel geschafft, dafür können neue Spielinhalte kostenpflichtig heruntergeladen werden.
Technisch ist Onechanbara: Bikini Samurai Squad eigentlich eine Katastrophe. Man merkt dem Teil sichtlich das geringe Produktionsbudget an. Lediglich die Hauptcharaktere mitsamt ihrer knappen Bikinis und Kurven sind halbwegs liebevoll gestaltet. Der Rest wirkt einfallslose und nicht mehr zeitgemäß. Man könnte glatt von PS2-Niveau sprechen. Doch als wäre dies nicht schon genug, wird der Spieler mit leichtem Tearing sowie einer grottigen Kameraführung bestraft. Akustisch sieht es leider ähnlich aus. Die japanische Synchronisation geht zwar noch in Ordnung, aber die Soundeffekte sind einfach nur billig und die langweilige Hintergrundmusik sorgt für Ohrenschmerzen.
Fazit: Onechanbara lässt sich am ehesten mit trashigen Horrorfilmen vergleichen. Denn auch, wenn es in diesem Spiel an allen Ecken und Enden etwas zu kritisieren gibt, so weiß es doch vor allem Fans von sinnfreien Zombie- und Metzelgames zu unterhalten. Hinzu kommt, dass das Kampfsystem überraschend tiefgängig ist, der Umfang überzeugt und natürlich die Hauptcharaktere für jeden japanophilen Zocker eine Augenweide darstellen. Trotz allem ist Onechanbara aber nur ein durchschnittliches Spiel, welches allerdings durch den hohen Trashfaktor Kultstatus genießt.
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