The Broken Bond fängt genau dort an, wo Rise of a Ninja endete. Das Spiel erzählt die Story zwischen Folge 81 und 135 des Animes. Gleich zu Beginn wird man Zeuge, wie der mächtige dritte Hokage das zeitliche segnet und die Ninjas aus dem Blätterdorf sich auf die Suche nach einem Nachfolger begeben. Gleichzeitig aber gerät Narutos Freund und Konkurrent Sasuke auf die schiefe Bahn und der Bösewicht Orochimaru treibt natürlich auch wieder sein Unwesen. Fans der Serie werden sich von Beginn an wohl fühlen, absolute Neueinsteiger hingegen werden so manche Probleme mit dem Einstieg haben, denn leider waren die Entwickler nicht dazu im Stande, einen kurzen Storyrückblick des Vorgängers zu integrieren. Demnach werden Neulinge ins kalte Wasser geschmissen und müssen schauen wie sie zurecht finden. Zum Glück gestaltet sich The Broken Bond aber immerhin spielerisch wesentlich einsteigerfreundlicher. Noch immer lässt sich das Spiel am besten als eine Mixtur aus Beat em Up und Action-Adventure mit einigen Plattformelementen beschreiben. In GTA-Manier läuft man durch die unterschiedlichen Städte und nimmt Aufträge an. Meistens besteht die Aufgabe des Protagonisten darin, bestimmte Gegner zu besiegen oder gewisse Gegenstände zu finden oder zu sammeln. Die Kämpfe erfolgen in traditioneller Beat em Up Art und natürlich stehen dem Spieler wieder Mal verschiedene Jutsus (also Spezialfähigkeiten) zur Verfügung um den Kampf zu gewinnen. Das Kampfsystem ist einfacher als in den meisten Naruto Spielen, für Fans der Serie ist es allerdings einen Tick zu simpel, zumal es zu sehr auf Buttonmashing setzt. Neben den Kampf- und Suchpassagen enthält The Broken Bond natürlich auch wieder die aus dem Vorgänger bekannten Sprungsequenzen, welche dieses Mal aus der Egosicht erfolgen. Aufgelockert wird der Spielverlauf dann schließlich noch durch einige Minispiele wie z.B. einen Angelwettbewerb. Doch auch trotz dieser Spielereien gestaltet sich der Spielverlauf leider zu abwechslungsarm und der Großteil des Spiels besteht weiterhin aus Kämpfen. Zum Glück hat sich aber der Rätselanteil erhöht, was auf das neu eingeführte Teamplayfeature zurückzuführen ist. Naruto ist nämlich nicht mehr alleine, sondern kann mit bis zu zwei weiteren Kämpfern in den Kampf ziehen. Die meisten Rätsel lassen sich dann nur durch eine geschickte Kombination der unterschiedlichen Spezialfähigkeiten erfüllen. Außerdem können nun im Kampf so genannte Teamattacken ausgeführt werden.
Hinsichtlich des Umfangs haben die Entwickler ein wenig aufgestockt und die Spieldauer wurde um ca. 3 Stunden verlängert. Neben dem Storymodus gibt es selbstverständlich auch wieder den Fightmodus, bei dem nun über 30 verschiedene Kämpfer mit unterschiedlichen Fähigkeiten zur Auswahl stehen. Dieser Modus kann dann mit bis zu vier Spielern sowohl offline als auch online gespielt werden. Um online auch nur den Hauch einer Chance zu haben ist es jedoch von Vorteil, die unterschiedlichen Moves ausreichend zu üben. Eine Bestenliste sowie ein Turniermodus sorgt dann für die nötige Motivation. Im Dojo können die Moves in aller Ruhe geübt werden.
Was die Präsentation betrifft, so kann man Naruto: The Broken Bond als absolute Referenz auf dem Animegame-Sektor bezeichnen. Die Charaktere sehen dank des großartigen Cel-Shading-Looks teilweise besser aus als in der Animeserie und die Umgebungen sind äußerst detailverliebt und atmosphärisch. Allgemein kommt das Flair der Serie perfekt rüber und dank einer hervorragenden japanischen Synchronisation sowie spannend inszenierten Kämpfen und Ingame-Zwischensequenzen wird der überaus positive Eindruck letztlich noch einmal bestätigt. Doch es gibt auch eine Schattenseite in Form von leichten Kameraproblemen, über die sieht man als Spieler aber getrost hinweg.
Fazit:
Die Entwickler konnten ihr Versprechen halten und liefern mit Naruto: The Broken Bond einen in nahezu allen Bereichen verbesserten Nachfolger ab. Der Titel ist umfangreicher und hübscher als Naruto: Rise of a Ninja und hat zusätzlich auch noch einige interessante Features anzubieten, wie z.B. die toll umgesetzte Teamplayfunktion und den spaßigen Onlinemodus. Bedauerlich ist nur, dass Neulinge hier einen sehr schweren Einstieg haben und gleichzeitig Narutofans das Kampfsystem als zu simpel betrachten werden. Ansonsten aber sollten sich sowohl Naruto- als auch Action-Adventure-Fans Naruto: The Broken Bond näher anschauen.