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Liebes Leid und (keine) Lust
Eine Braut sollte man nicht sitzen lassen,
denn wie ein altes Sprichwort sagt: Man begegnet sich immer zweimal im Leben.
Selket - äusserlich bildschön und innerlich hasszerfressen. Acht lange Jahre haben sie die öffentliche Demütigung nicht vergessen lassen, als ihr Verlobter während des letzten Kaiserkrönungs-Zeremoniells einfach das Weite suchte und sie schmählich sitzen ließ.
Anubis - benannt nach dem Gott des Todes. Eigentlich wäre "feiger Hund" die bessere Namenswahl gewesen, würde man Selket fragen. Er bewarb sich damals um den Liandri-Kaiserthron. Mit Selket an seiner Seite wollte er herrschen. Doch ohne Vorwarnung suchte er sein Heil in der Flucht und gab die Chance auf den Kaiserthron auf. Seine Verlobte liess er verstört zurück.



Neuwahlen
Der jetzige Kaiser ist krank und seine Abdankung besteht kurz bevor. Sein Nachfolger wird über das erfolgreiche Absolvieren zeremonieller Riten ermittelt werden.
Diese Riten bestehen nicht aus Pomp sondern aus Blut. Nicht aus höfischen Manieren sondern aus Finishing Moves. Die Thron-Anwärter sind die besten Kämpfer der Galaxis und im Rahmen eines Turniers werden die zwei Besten in einem tödlichen Finale aufeinandertreffen. Es gibt keine Gnade für den Verlierer dieses Duells, nach Turnierkampfregeln muss er sterben.

In diesem Szenario, inmitten der Kampfarenen und vor einem aufgeputschten Publikum, treffen die sich einst Liebenden nach 8 Jahren wieder. Aus zarten Banden sind mittlerweile handfeste Waffen geworden und man begegnet sich mit Eiseskälte und gegenseitiger Verachtung.
Selket und Anubis erheben beide Anspruch auf Kaiserthron. Sie will die Macht und er will genau das verhindern.
Der Endkampf um die Kaiserkrone ist gleichzeitig das grandiose Finale ihrer Beziehung und wird mit laufender Kamera vor einem Millionenpublikum live gesendet.
Wer wird sterben ... wer wird gekrönt?


Was Ihr wollt
Im Storymodus stehen drei verschiedene Szenarien zur Verfügung:
In den der Thronbesteigungs-Riten erkämpft man sich aus Sicht von Anubis die erforderlichen Runden-Siege um bis zum Finale aufzusteigen. Vorgerenderte Zwischensequenzen, die den persönlichen Konflikt von Selket und Anubis erklären, wechseln sich mit den Kampfarenen ab, in denen man die Matches in unterschiedlichen Modi bestreiten muss: Capture the Flag, Deathmatch, TeamDeathmatch, Nali Slaughter und Overdose.
Jeder Modus verlangt andere Geschicklichkeiten. So muss man entweder allein gegen alle Gegner agieren oder bekommt ein paar Bots als Team-Kollegen zur Seite gestellt, die sich gar nicht mal dumm verhalten. Durch diese Abwechslung kommt keine Langeweile auf und mit fortschreitendem Spielverlauf freut man sich schon auf die nächste Zwischensequenz, die anzugucken ein optischer Genuss und akustisch ein Sahnehäubchen ist. Nebenbei schaltet man weitere Charaktere für den Online- Part frei.

Zum Storymodus gehört auch ein reiner Turnier-Modus, innerhalb dessen man einige Matches hintereinander gewinnen muss. Hier kann man sich einen Charakter wählen (muss freigespielt sein) und bestreitet die Kämpfe mit dessen spezifischen Eigenschaften.

Die Herausforderungen bilden den dritten und letzten Teil des Storymodus. Hier bekommt man unfaire Vorgaben vor Matchbeginn, so kann es sein, dass man selbst schneckenlangsam ist und die Gegner wieselflink. Ist natürlich nicht so praktisch, wenn das Match im CTF-Modus ausgetragen wird und der Gegner ständig mit der Flagge davonläuft.

Im gesamten Storymodus ist der Schwierigkeitsgrad einstellbar: vom absoluten Anfänger bis zum gottgleichen Kämpfer, kann man seinen ganz persönlichen Skill ausleben.


Wie es Euch gefällt
Bleiben wir bei den Einstellungen und kommen somit zum Optionsmenü, welches sich durch Vielfältigkeit auszeichnet: Sehr gute Menüführung, X- und Ý-Sensitivität lassen sich präzise einstellen, automatischer Waffenwechsel, Kameraeinstellung ... alles da.
Gegenüber dem Vorgängerspiel Unreal Championship fällt auf, dass die vorbildlich freie Button-Wahl nicht mehr vorhanden ist. Es gibt jedoch eine Auswahl vorkonfigurierter Pad-Belegungen, die meiner Ansicht nach keine Wünsche offen lässt. Meine Lieblingskonfiguration aus UC ist sogar gleich als Standard vorhanden: Sprung auf Druck linker Analogstick. Man kann also aus der Bewegung heraus springen und muss sich nicht button-mässig entscheiden: Springen oder Schiessen? Dafür wäre auch das Gameplay einfach zu schnell, das aus solchen sonst simplen Entscheidungen im Zweifelsfall eine matchentscheidende Angelegenheit macht.
 

Mortal Championship
Mit Midway als Publisher profitiert UC2 auf eine ganz besondere Art und Weise: Statt der reinen Ego-Shooter-Perspektive, wie man sie schon von UC her kennt, gibt es jetzt die optionale Sicht aus der dritten Perspektive. Jeder Charakter besitzt zudem eine persönliche Nahkampfwaffe, mit der die sogenannten "Finishing Moves" ausführt werden können. Welche Sichtweise man auswählt bleibt einem selbst überlassen, beide haben Vor- und Nachteile. In der First-Person-Sicht kann man besser zielen und aus der Third-Person-Sicht hat man einen besseren Überblick in der Arena und sieht auch Gegner direkt hinter sich. Bemerkenswert sind in jedem Fall die Finishing Moves, die ich mal als "sauschwer" auszuführen bezeichnen möchte. Während der Gegner freezed ist, hat man ca. 2 Sekunden Zeit eine charakterabhängige Buttonkombination zu drücken. In der Hitze des Gefechts und besonders unter Beschuss anderer Gegner, eine wirklich schwere Aufgabe.


Live ... oh ja, Live
Wie schon erwähnt, ist der Storymodus relativ kurz ausgefallen. Doch in Anbetracht der Hauptambition von UC2 ist das mehr als verzeihlich: Erst Live läuft das Spiel zu seiner Hochform auf. Bis zu 8 Spieler haben im Match auf dem Server Platz. Alle Slots kann man als privat ausschreiben, so dass die Mitspieler nur auf Einladung teilnehmen können. Besonders lobenswert ist die Möglichkeit der Kartenauswahl nach Spieleranzahl. Kleine Spieler-Anzahl = kleine Map, wirklich prima. Das nervige "Hallo, wo seid Ihr denn-Spiel" fällt somit schon mal weg.

Es empfiehlt sich dringendst vor dem ersten Live-Match ein paar Trainingseinheiten offline absolviert zu haben. Die Steuerung ist komplex, aber mit Übung logisch und intuitiv. Besteht man mit einem einfachen Schwierigkeitsgrad gegen die Bots noch relativ einfach, wird man Live erst mal dumm aus der Wäsche gucken wenn man ständig respawnt und vorher nicht mal einen Gegner gesehen hat. Also, Steuerung lernen und dann vor dem nächsten Live-Problem stehen: Die Geschwindigkeit. Offline mag einem das Gameplay noch angenehm flott vorkommen, spätestens Live kann man es nur noch rasant nennen. Mitten im Kampfgetümmel ist der Kontollverlust über seinen Charakter immer drin, manchmal braucht man nur zu blinzeln und es ist zu spät. Dagegen hilft nur eins: Spielen, spielen, spielen und sich dabei verbessern. Der Erfolg wird sich automatisch einstellen, denn auch wenn die Spielgeschwindigkeit rasend schnell und die Steuerung komplex ist, sie ist dabei immer präzise.
Eine Warnung hier an alle notorischen Grobmotoriker und an alle, die die Gemütlichkeit eines Bieres beim gemächlichen Livespielen lieben: Finger weg. Ihr werdet wahnsinnig. Aus Frust oder vor Durst.

Die Offline-Modi sind auch Live spielbar, da ist neben dem klassischen DM und TDM Abwechslung garantiert. Overdose (bringe einen Ball ins Ziel und bekomme dafür Punkte) und Nali Slaughter (schlachte schnell alle harmlosen Bewohner ab, bevor es Deine Mitspieler tun) sind in jedem Fall mal auszuprobieren. Je nach Spielmodus stehen die über 40 Maps/Arenen aus dem Offline-Modus zur Verfügung, die in ihrer Vielfalt, Optik, Abwechslungsreichtum und Qualität einen neuen Maßstab für Live setzen. Alle Spieler sind in einem Sprachchannel und können miteinander kommunizieren. In einem Team-Spiel gibt es entsprechende Team-Channel. Die Sprachausgabe kommt sauber über das Headset, kein Rauschen, kein Verzerren, kein Knacken. Lags sind nur selten vorgekommen, in der Regel treten sie nur auf, wenn ein neuer Mitspieler auf den Server kommt.
Eine  Änderung zum Vorgänger zeigt sich in der Verteilung der Waffen:  Konnte man sich im ersten Teil innerhalb eines Levels alle Waffentypen zusammensuchen, muss man sich jetzt vor Matchbeginn für jeweils eine Waffe mit Energie- und eine mit Explosiv-Munition entscheiden. Im Match findet man die jeweilige Munition dafür. Das empfinde ich nicht als Verbesserung, denn mir fehlt die situationsabhängige Wahlfreiheit des Waffentyps. Nicht immer passt eine Sniper. Aber einmal gewählt, hat man sie das ganze Match dabei.


Wunderbar!
Fehlt noch eine Beschreibung der technischen Eigenschaften. Aber wie beschreibt man etwas Tadelloses, verwendet man zuviele Superlative, wird es schnell unglaubwürdig. Hier also kurz gefasst: Die Grafik und Atmosphäre sind bombastisch. Punkt. Es gibt offline manchmal Performance-Einbussen in Form von stockendem Bild oder Ton, die nimmt man aber klaglos in Kauf. Das ist wirklich nur was für Fehlersucher. Die Charaktere erfreuen sich bester Optik und individueller Animation, die perfekte Ergänzung für das wohl beste Leveldesign, was es bis dato auf der Xbox gibt.

Über den Ingame-DolbyDigital-Sound kann man ebenfalls nur Positives schreiben. Die Arenen werden mit einem stimmungsvollen Soundtrack untermalt und die Spielgeräusche, wie Schritte und Schüsse, sind überaus angemessen. Überragend (oh, schon wieder ein Superlativ) ist die Synchronisation. Die UK-Version ist dabei noch einen Tick besser als die wirklich gelungene deutsche Sprachversion. Besonderes Feature: Midway bringt den Original Mortal-Kombat-Sprecher mit ein und haut damit atmosphärisch richtig einen raus.

 Facts
Publisher : MidwayUSK : 16
Entwickler : Epic GamesRelease-Date : 06.05.2005
Global Sound/Bild Steuerung XBOX-Live
Offline Players1-2
Systemlink8
Xbox ExklusivJa
THX Sound-
Dolby 5.1x
TV-Format4:3
Lenkrad-
Arcade Stick-
Light Gun-
Online Multiplayer-
Content DownloadsJa
  


Bewertung
Gameplay : 85% Sound : 90% Grafik : 95% Steuerung : 90% Multiplayer : 95%
Gesamt-Bewertung


Kommentar des Redakteurs

Ja, das ist es. Als Fan der ersten Stunde von Unreal Championship, war ich mehr als gespannt auf den Nachfolger. Es ist geschafft, der zweite Teil toppt locker seinen Vorgänger, der als einer der ersten Live-Titel auch heute noch sehr beliebt ist. Die Kombination von Nahkampf und Ego-Shooter ist gelungen und erhöht den Live-Spielspass um ein Vielfaches. Allein die Möglichkeit, einen auf sich gerichteten Schuss mittels der Nahkampfwaffe von sich zu abzuwehren und ihn mit verstärkter Wirkung zum Gegner zurückzuschicken, lässt gut Schadenfreude aufkommen. UC2 ist in live-technischer Hinsicht gegenüber dem Vorgänger sehr  verbessert. Den einheitlichen Sprach-Channel hatte ich ja schon erwähnt, dazu kommt eine lagfreie Menüführung und flüssiges Gameplay. Einzig den Soundtrack während des Livespielens empfinde ich nicht so treibend und unterstützend wie bei UC.

Erstellt am : 06.06.2005      Autor : Martina Niebuhr          © EVO-X.DE & XBLIVE.DE
PACKSHOT
         
         
         
         
         
         
         
         
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