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Der persische Prinz turnt wieder über die Konsolen, um die Welt zu retten. Dieses Mal bekommt er sogar fulminante Unterstützung: Die schlagkräftige Elika wuselt mit über den Bildschirm und steht dem Prinz zur Seite. Hinzu kommen ein komplett neues Grafikgewand und ein einfacherer Schwierigkeitsgrad. Taugt das was?


Huch, wie sieht das denn aus?

Eigentlich dachte ich, der CelShading-Trend sei schon längst wieder verflogen… Jet Set Radio scheint keinen Nachfolger mehr zu bekommen, Zelda Spiele kommen wieder im klassischen 3D-Kleid daher und Ubisofts XIII war im Shooter-Segment eher eine Eintagsfliege denn Innovationsträger.

Trotzdem haben die Entwickler den Prinzen dieses Mal in einen waschechten Comic-Look eingewickelt. Na klar, Fans der vorhergegangenen Prince-of-Persia-Titel wird das nicht so gefallen, dafür freuen sich Neuankömmlinge im persischen Reich gleich doppelt:

Zum einen wirkt das Spiel optisch absolut wie aus einem Guss, zum anderen haben es die Entwickler nicht unbedingt übertrieben. Auch wenn der Comic-Style im Gesamteindruck überwiegt, erhebt Prince of Persia ebenfalls den Anspruch, zauberhafte Next-Gen Optik auf den Bildschirm zu zaubern. Und das gelingt! Auch wenn die Farbwahl manchmal etwas eintönig und trist wirkt, ist der Gesamteindruck großartig: Schöne Texturen, flüssige Bewegungsabläufe und bunte Effekte machen PoP zu einem Optik-Erlebnis allererster Gütekategorie.

Willkommen im Chaos!

Ein kurzer Abriss der Story: Der Bösewicht Ahriman bricht aus seinem Riesen-Knast aus und taucht das gesamte Reich in eine totale Dunkelheit: Die ganze Welt wird unfruchtbar, das Licht verschwindet. Na klar, in ein paar Minuten geht so ein Vorgang nicht von der Hand, also hat die hübsche Elika noch ein bisschen Zeit zum handeln. Als Charmeur und Edelmann bietet man sofort seine Hilfe an und über kurz oder lang steckt man mittendrin im Schlamassel: Mit Elika im Schlepptau macht man sich also auf, die Welt zu retten. Natürlich nicht, ohne sich dauernd mit lauthalsen Sprüchen bei der Dame zu beschweren: Die Spielfigur ist nämlich weniger der ernste Krieger, sondern viel mehr der streunende Lausbub.

Dass man trotzdem als Schwertschwinger taugt, kann man in den unzähligen Kampfsituationen unter Beweis stellen. Das Kampfsystem wurde deutlich vereinfacht: Mit jeder der vier Haupt-Tasten übt man eine Attacke aus. Da wären also Schwertattacken, Handschuhangriffe, Akrobatikmoves und zu guter letzt Hiebe, bei denen Elika zur Hilfe kommt. Die Kunst des Kampfes liegt bei Prince of Persia größtenteils im Abstimmen der Angriffe zu guten Kombos, alles andere ist Nebensache. Schließlich ist es nahezu egal, wenn der Gegner einen erwischt, da man in Prince of Persia nicht sterben kann. Immer wenn der Moment eigentlich gekommen wäre, mischt sich Elika ins Geschehen ein und befreit den Prinzen aus den Klauen des bösen. Warum das nur nahezu egal ist? Schaut man in die Achievements beziehungsweise Trophies, stellt man fest, dass es Ruhm und Ehre für das Durchspielen und dabei unter 100 Mal von Elika gerettet werden gibt. Ist einem das nicht vorher bewusst, ist die Chance auf diese Pünktchen verschwindend gering. Nicht, weil der Schwierigkeitsgrad so schwierig sei, sondern vielmehr weil man durch den „Ich-kann-ja-gar-nicht-Sterben“-Vorteil auch einfach mal ausprobiert. Da fällt man schon das ein oder andere mal mehr in die Tiefe, als wenn das Ableben jedes Mal mit einem Ladebildschirm bestraft wird.

Apropos in die Tiefe fallen: Die Entwickler haben ihr Versprechen eingelöst und das Spiel erheblich einfacher gestaltet. Die einfacheren, aber stellenweise trotzdem anspruchsvollen Kletterpassagen machen einfach Laune! Egal ob an der Wand zu laufen, sich in schwindelerregender Höhe an der Decke entlang zu hangeln, per Pendel durch die Lüfte zu schweben oder dem Prinzen mit dem Pad einen Ruck über den Abgrund zu geben, ist einfach cool.

Dass die hanebüchene, aber zum Style passende Story mit ihren faden und dunklen Levels anfänglich etwas aufs Gemüt schlägt, tut dem Spiel keinen Abbruch. Schließlich liegt es ja in der Hand des Spielers, mit Elikas Hilfe die Gegend wieder in Farbe zu tauchen. Dazu muss man nach dem Besiegen eines „größeren“ Fieslings ein paar so genannte Lichtkeime sammeln, die Elika zum wiederbefruchten der Gegend braucht. Insgesamt geht das Spiel in Sachen Spielbarkeit einen sehr gesunden Mittelweg zwischen Kämpfen, Kletterpassagen, Storyeinlagen und der Suche nach Lichtkeimen. Wird einem mal langweilig, kann man per Knopfdruck der regen Diskussion zwischen Elika und dem Protagonisten lauschen. Dabei fällt einem dann auf, welche Mühe sich bei der Synchronisation gegeben wurde: Dem Prinzen wurde eine prominente Stimme verpasst, die eine ganze Menge Witz ins Spiel bringt. Teilweise kommt man aus dem Schmunzeln nicht mehr raus - so sollte eine Synchro sein!

Überhaupt gibt es am Spielkonzept nur wenig zu bemängeln: Okay, so ganz übersichtlich ist die Karte der offenen Welt nun nicht. Und wo man sich im Level nun gerade genau befindet, weiß man auch fast nie – das ist aber auch gar nicht wichtig. Auf Knopfdruck lässt man sich eben schnell zeigen, wo es lang geht, und hüpft dann fröhlich weiter durch die Welt! Und das ist es, was das runderneuerte Prince of Persia ausmacht: Unbeschwertes durch die Gegend klettern, ein Bisschen Kampfgewusel und eine schön anzusehende Grafik. Da vergisst man auch ganz schnell, dass die Kameraführung ab und zu ein paar Probleme hat und sieht über die teils recht fad designten Level und Gegner hinweg.

Fazit

Na gut, vergleicht man das neue Prince of Persia mit einem der Vorgängerspiele, lässt sich zu recht bemängeln, dass das Spiel seinen Titel nicht verdient hat: Der neue Prinz und die Story haben nichts mehr mit den Vorgängern zu tun, die Cel-Shading-Optik schlägt eine ganz andere, neue Richtung ein und hartgesottenen Fans wird das Spiel zu anspruchslos sein. Trotzdem hat Prince of Persia einiges auf dem Kasten. Die Kletterei macht einfach Freude, die Kämpfe, in denen man nicht untergehen kann, motivieren ungemein und die wortwitzigen Dialoge im Spiel sind einfach cool. Eigentlich fehlt da nicht viel zum ultimativen Action-Adventure. Vielleicht ein Multiplayer-Modus? Oder eine Coop-Variante? Schließlich wuseln sowieso schon zwei Charaktere über den Bildschirm…


Bewertung
Gameplay : 89% Sound : 90% Grafik : 85% Steuerung : 85% Multiplayer : -%
Gesamt-Bewertung


Erstellt am : 09.01.2009      Autor : Ansgar Babucke          © EVO-X.DE & XBLIVE.DE
GAME-FACTS
Publisher : Ubisoft
Entwickler : Ubisoft Montreal
Release : 04.12.2008

Genre : Action Adventure
Player : 1-2
USK Einstufung

ab 12 Jahre
Homepage
prince-of-persia
Titel : Prince of Persia      Publisher : Ubisoft      Release : 04.12.2008
Titel : Prince of Persia      Publisher : Ubisoft      Release : 04.12.2008
Titel : Prince of Persia      Publisher : Ubisoft      Release : 04.12.2008
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