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Lautsprecher aufdrehen, Instrument in die Hand, anschnallen - Welttournee! Activision spendiert allen Couchrockern mit Guitar Hero World Tour den vierten Teil des Erfolgstitels. Auf Wunsch legt die Plastikgitarrenschmiede Red Octane auch ein komplettes Band-Kit in die Riesenkiste im praktischen Container-Format.


What's in the box?

Nach dem Erscheinen von Electronic Arts "Rock Band" stand fest: Activision muss nachlegen. Und so haben sich die Instrumenten-Entwickler aus dem Hause RedOctane erneut mit den Guitar-Hero-3-Machern von Neversoft zusammengesetzt und ein paar nette Bundles geschnürt. Auf die Spitze getrieben wird das Instrumenten-Wettrüsten mit dem "Guitar Hero: World Tour Super Bundle", das für knapp 200 Euro folgende Komponenten beinhaltet:

- Kabellose Gitarre inklusive neuem "Slide-Pad" am Gitarrenhals
- Kabelloses Drum-Kit mit fünf Anschlagflächen und einem Fußpedal, Sticks aus Holz
- USB-Kabel-Mikrofon
- Vollwertiges Guitar Hero: World Tour Spiel (inklusive Hülle, Cover und Anleitung)

Neben der Band-Variante gibt es das Spiel sowohl einzeln zum normalen Preis als auch ein Bundle mit der neuen Gitarre für zirka 90 Euro, das Mikrofon gibt es für 20 Euro auch einzeln.

Hat man sich einmal durch den Verpackungswust des Band-Kits gewuselt, lässt sich das metallene Schlagzeuggestell recht einfach aufbauen und in der Höhe verstellen. Das Drum-Kit selbst macht einen wertigen Eindruck und hat zur eventuellen anderweitigen Nutzung einen Midi-Anschluss integriert. Zum einen lässt sich per Midi-USB-Kabel und den richtigen Tools die Anschlag-Sensität einstellen. In manchen Fällen ist das auch von Nöten, da es einige Probleme mit dem dynamischen Anschlag der Drums gibt. Die Holz-Sticks lassen jedenfalls echtes Rock-Feeling aufkommen und lassen schon bald vergessen, dass man vor einer Videospielkonsole sitzt.

Auf den Boden der Tatsachen holt einen dann beim nächsten Song die Plastik-Gitarre zurück: Na gut, das gute Stück ist größer als die Guitar-Hero-3-Vorgängerin und liegt tatsächlich ein Bisschen besser in der Hand. Und ja, auch ein Slide-Pad hatte die alte Variante nicht zu bieten. Trotzdem: In Sachen Verarbeitung bleibt die "Wireless Les Paul", die dem dritten Teil beigelegt wurde, ungeschlagen. Die neue Gitarre macht einfach einen "billigeren" Eindruck. Bei dem mir gelieferten Exemplar quietscht die Plastiksaite - nach Recherche scheint das kein Einzelfall zu sein.

Immerhin lässt das Mikrofon aufatmen: Das Kabel ist ausreichend lang, die Optik geht in Ordnung und auch die Materialanmutung befriedigt einen normalen Qualitätsanspruch. Schade nur, dass am Mikrofon nicht zumindest eine Taste ist, mit der man den Spielprozess fortsetzen kann. Leider muss man so zwischen jeder Runde kurz zum Controller greifen, um der Konsole seine Bereitschaft zu signalisieren. In der Praxis läuft das in der Gruppe meist auf ein "jetzt müssen wir schon dein Gejaule ertragen und dann andauernd auf dich warten - drück endlich" hinaus.

Positives lässt sich auch über die Kompatibilität zu anderen Spielen sagen: Die Gitarre ist kompatibel zu allen Guitar Hero Teilen sowie Rock Band und Rock Band 2. Das Drum-Kit scheitert leider an Rock Band, Rock Band 2 kommt allerdings damit klar - dann aber nur mit dem Support von vier Anschlagflächen, da die Rock-Band-Drums ja eine Farbe weniger bieten.

Wer nun schon das Rock Band Set inklusive allem hat, kann sich mit Guitar Hero neues Futter zum Klimpern besorgen: Die Rock Band Instrumente funktionieren einwandfrei, die Software kaschiert die "fehlende Farbe" des Drum-Kits gekonnt mit einfachem Weglassen dieser.

What's on the disc?

Satte 86 Songs haben die Neversoft-Entwickler auf die Discs gebannt. Und zwar ohne Kompromisse: Cover-Versionen gehören in Teil vier nun endgültig der Guitar Hero Geschichte an. In der neuen Trackliste finden sich sowohl echte Klassiker als auch recht moderne Pop-Rock-Songs. Das beste Bild von der Songauswahl entsteht aber mit Sicherheit beim betrachten der gesamten Songliste:

  • 311 - “Beautiful Disaster”
  • 30 Seconds To Mars - “The Kill”
  • Airbourne - “Too Much Too Young”
  • The Allman Brothers Band - “Ramblin' Man”
  • Anouk - “Good God”
  • The Answer - “Never Too Late”
  • At The Drive-In - “One Armed Scissor”
  • Beastie Boys - “No Sleep Till Brooklyn”
  • Beatsteaks - “Hail to the Freaks”
  • Billy Idol - “Rebel Yell”
  • Black Label Society - “Stillborn”
  • Black Rebel Motorcycle Club - “Weapon of Choice”
  • blink-182 - “Dammit”
  • Blondie - “One Way or Another”
  • Bob Seger & The Silver Bullet Band - “Hollywood Nights”
  • Bon Jovi - “Livin’ On A Prayer”
  • Bullet For My Valentine - “Scream Aim Fire”
  • Coldplay - “Shiver”
  • Creedence Clearwater Revival - “Up Around The Bend”
  • The Cult - “Love Removal Machine”
  • Dinosaur Jr. - “Feel The Pain”
  • The Doors - “Love Me Two Times”
  • Dream Theater - “Pull Me Under”
  • The Eagles - “Hotel California”
  • The Enemy - “Aggro”
  • Filter - “Hey Man, Nice Shot”
  • Fleetwood Mac - “Go Your Own Way”
  • Foo Fighters - “Everlong”
  • The Guess Who - “American Woman”
  • Hush Puppies - “You're Gonna Say Yeah!”
  • Interpol - “Obstacle 1”
  • Jane's Addiction - “Mountain Song”
  • Jimi Hendrix - “Purple Haze (Live)”
  • Jimi Hendrix - “The Wind Cries Mary”
  • Jimmy Eat World - “The Middle”
  • Joe Satriani - “Satch Boogie”
  • Kent - “Vinternoll2”
  • Korn - “Freak On A Leash”
  • Lacuna Coil - “Our Truth”
  • Lenny Kravitz - “Are You Gonna Go My Way”
  • Linkin Park - “What I've Done”
  • The Living End - “Prisoner of Society”
  • Los Lobos - “La Bamba”
  • Lost Prophets - “Rooftops (A Liberation Broadcast)”
  • Lynyrd Skynyrd - “Sweet Home Alabama (Live)”
  • Mars Volta - “L'Via L'Viaquez”
  • MC5’s Wayne Kramer - “Kick Out The Jams”
  • Metallica - “Trapped Under Ice”
  • Michael Jackson - “Beat It”
  • Modest Mouse - “Float On”
  • Motörhead - “Overkill”
  • Muse - “Assassin”
  • Negramaro - “Nuvole e Lenzuola”
  • Nirvana - “About a Girl (Unplugged)”
  • No Doubt - “Spiderwebs”
  • NOFX - “Soul Doubt”
  • Oasis - “Some Might Say”
  • Ozzy Osbourne - “Crazy Train”
  • Ozzy Osbourne - “Mr. Crowley”
  • Paramore - “Misery Business”
  • Pat Benatar - “Heartbreaker”
  • R.E.M. - “The One I Love”
  • Radio Futura - “Escuela De Calor”
  • Rise Against - “Re-Education Through Labor”
  • Sex Pistols - “Pretty Vacant”
  • Silversun Pickups - “Lazy Eye”
  • Smashing Pumpkins - “Today”
  • Steely Dan - “Do It Again”
  • Steve Miller Band - “The Joker”
  • Sting - “Demolition Man (Live)”
  • The Stone Roses - “Love Spreads”
  • Stuck In The Sound - “Toy Boy”
  • Sublime - “Santeria”
  • Survivor - “Eye of He Tiger”
  • System of a Down - “B.Y.O.B.”
  • Ted Nugent - “Stranglehold”
  • Ted Nugent’s Original Guitar Duel Recording
  • Tokio Hotel - “Monsoon”
  • Tool - “Parabola”
  • Tool - “Schism”
  • Tool - “Vicarious”
  • Trust - “Antisocial”
  • Van Halen - “Hot For Teacher”
  • Willie Nelson - “On The Road Again”
  • Wings - “Band on the Run”
  • Zakk Wylde’s Original Guitar Duel Recording

Alle Lieder lassen sich natürlich mit jeglichen Instrumenten spielen oder live besingen. Ein bisschen schade ist, dass zwar jede Menge hochkarätige Bands sich virtuell die Klinke in die Hand drücken, aber diese nie ihre absoluten Kracher auffahren - egal ob nun Coldplay, Nirvana oder Oasis nachgeahmt werden.

Was für ein Typ bin ich?

Die Schwierigkeitsstufen sind im Prinzip identisch zu den der Vorgängerversionen: Bass spielen ist in der Regel einfacher als Gitarre und im Profi-Modus bestehen nur totale Freaks. Klare Gesetzmäßigkeiten der Wohnzimmer-Bühne. Hinzu kommt in GH4 aber das Schlagzeug, für das ganz andere Regeln gelten: Hier bestehen nur Rocker mit Taktgefühl! Das Drum-Kit entpuppt sich als totaler Motivationskiller für Neulinge, da man bei den meisten Songs erst nach ein paar mal Anspielen das Gefühl hat, zumindest ein paar korrekte Töne zu erzeugen. Hat man den Bogen erst mal raus, wünscht man sich aber teilweise noch während eines Songs den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen. Überhaupt ist der Schwierigkeitsgrad so eine Sache:

Teils scheint die Gliederung in Ordnung, manchmal aber etwas zu krass: So gibt es Songs, bei denen man sich auf "Mittel" zu Tode langweilt, sich dann aber auf "Schwer" nach 30 Sekunden des Versagens geschlagen geben muss.

Glücklicherweise bleibt einem noch das Singen übrig, bei dem man sich eindeutig weniger konzentrieren muss.

Du bist in der Band!

Na klar, Guitar Hero: World Tour ist auch für Solisten ein willkommener Gitarren-Nachschub. Trotzdem ist das Herzstück mit Sicherheit der Band-Modus:

Entweder startet man den Karriere-Modus als mehrköpfige Gruppe oder kann sich nach Wunsch eine eigene Set-Liste zusammenbauen. Cool ist, dass man nicht nach jedem Song ins Hauptmenü zurückgeworfen wird, sondern einfach einmal die Liste erstellt und dann eine ganze Show geben kann.

Für Motivation sorgt aber insbesondere der Karriere-Modus. Auf der World Tour spielt man sich über kurz oder lang durch die komplette Track-Liste, kann sich bei manchen Gigs aber auch aussuchen, welchen Song man nun zum Besten gibt.

Aber Vorsicht: Ist man erst einmal eingespielt, hat man schnell Stunden damit verbracht, das ganze Spiel in einem Stück durchzuspielen.

Leider gilt das aber nur für fortgeschrittene Spieler. Auf Grund der Tatsache, dass beim Versagen eines einzelnen Band-Mitglieds gleich die ganze Band scheitert und den Song abbrechen muss, macht sich schnell Frustration breit. Die Konkurrenz geht dabei einen besseren Weg: Bei Rock Band lässt sich der verlorene Freund immerhin durch ein paar gekonnte Griffe wieder zurück ins Spiel holen.

Trotzdem: Guitar Hero macht zu mehreren Spielern absolut Laune und motiviert eine ganze Gruppe - vorausgesetzt sie ist über die Anfangs-Miseren hinweg - für eine Ewigkeit!

Und sonst?

Neben dem "auf den Instrumenten rumschlag"-Modi bietet Guitar Hero World Tour noch mehr: Kreative Naturen finden einige coole Features im Hauptmenü:

Zum einen lassen sich in einem recht simpel gehaltenen Charakter-Editor nun die eigenen Spielfiguren basteln, zum zweiten findet sich ein umfangreicher Musik-Editor auf der Disk, mit dem man sich musikalisch vollends austoben kann. Ist der Song gelungen, kann man ihn mit dem GHTunes Service ins Internet laden und die eigene Genialität mit anderen Teilen.

Leider wird der Guitar Hero Editor vom typischen Level-Editor-Schicksal heimgesucht: Gute Ergebnisse nehmen viel Zeit, Selbstdisziplin und Können in Anspruch - mal eben schnell eine Symphonie dahin zu zaubern wird für die Meisten ein Wunschtraum bleiben.

Glücklicherweise bietet Guitar Hero 4 aber noch mehr Online-Freuden: Mit acht Spielern kann man sich via Xbox Live oder das Playstation Network an den Instrumenten messen!

Fazit

Auch wenn sich an der wahnwitzigen Präsentation nicht viel geändert hat, ist Guitar Hero: World Tour ein absolut würdiger Nachfolger. Das überfällige Instrumenten-Update ist bis auf kleine Schwächen in Ordnung und passt perfekt in das Guitar Hero Konzept. Die Songliste ist umfangreich, die Karriere fordernd und das Spielprinzip nach wie vor erstklassig. Kleiner Wehmutstropfen ist, dass Einsteiger in einer Gruppe schnell zum Motivations-Killer werden, da das Versagen eines einzelnen Band-Mitglieds gleich einen kompletten Song beendet. Dafür punktet Guitar Hero World Tour mit einem guten Online-Modus, dem Song-Editor und der Erweiterbarkeit durch GHTunes.


Bewertung
Gameplay : 85% Sound : 90% Grafik : 70% Steuerung : 85% Multiplayer : 85%
Gesamt-Bewertung


Erstellt am : 10.01.2009      Autor : Ansgar Babucke          © EVO-X.DE & XBLIVE.DE
GAME-FACTS
Publisher : Activision
Entwickler : Neversoft
Release : 07.11.2008

Genre : Musik
Player : 1-4
USK Einstufung

ohne Altersbeschränkung
Homepage
guitarhero.com
Titel : Guitar Hero World Tour      Publisher : Activision      Release : 07.11.2008
Titel : Guitar Hero World Tour      Publisher : Activision      Release : 07.11.2008
Titel : Guitar Hero World Tour      Publisher : Activision      Release : 07.11.2008
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