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Wie man es von den bluttriefefenden B-Movies des Splatter-Genres kennt,
ist auch die Story von "Left 4 Dead" recht dünn. Ein Virus hat die
Menschheit befallen, dem beinahe jeder zum Opfer gefallen ist. Und nun
ist es eure Ausgabe die schier erdrückende Übermacht der Untoten, die
auf euch einstürzen, zu überstehen. Glücklicherweise seid ihr dabei
nicht komplett auf euch allein gestellt, sondern verkörpert einen
Charakter eines vierköpfigen Teams Überlebender, bestehend aus einem
militanten Kriegsveteran, einer College-Studentin auf Abwegen, einem
unscheinbaren Bürohengst und einem prügelnden, waffenschwingenden
Rocker, das sich durch vier Akte zu je fünf Kapiteln ballern muss, bis
endlich die Rettung naht. Dazu ist einiges an Teamwork erforderlich.
Denn die Infizierten treten rudelweise auf. Und mit "rudelweise" ist
gemeint, dass die Zombiemassen mitunter den ganzen Bildschirm
ausfüllen. Außerdem verhalten sie sich anders, als man es eigentlich
von Untoten gewohnt ist. Zum einen sind sie unglaublich flink und
darüber hinaus reagieren sie auf jegliche Geräusche und Bewegungen in
ihrer Umgebung. Zum anderen stürzen sich die Horden ohne Rücksicht auf
Verluste auf ihre vermeintlichen Opfer. Dabei rennen sie, springen über
Zäune, reißen Wände ein und schlagen, beißen, kratzen und treten auf
euch ein, bis nichts Menschliches mehr von euch übrig ist, wenn sie
euch einmal in die Mangel genommen haben. Besonders auf dem höchsten
Schwierigkeitsgrad muss die Gruppe der Überlebenden gut zusammen
arbeiten, um der Zombieplage Herr zu werden.
Im Einzelspieler-Modus leistet die KI eurer Mitstreiter von kleinen
Aussetzern mal abgesehen zwar solide Arbeit. Dennoch macht der Titel
erst zu viert im Online-Koop so richtig Laune. Da man neben einer
Reservepistole mit unendlich viel Munition nur eine weitere Pistole,
eine Primärwaffe und entweder Rohrbomben oder Molotow-Cocktails
mitnehmen kann und Munition in bester Survival Horror Manier stets
Mangelware ist, gilt es einander auszuhelfen und sich abzusprechen. Die
Protagonisten müssen einander im Kampf mit den Zombies zur Hand gehen,
sich untereinander heilen und verarzten und die Vorgehensweise
miteinander abstimmen, da den nicht enden wollenden Massen von
Infizierten andernfalls nicht beizukommen ist. Diese reagieren auf die
Bewegungen, Geräusche und den Schein eurer Taschenlampen. Und wo in der
einen Sekunde lediglich eine Handvoll Zombies in einer Gasse standen,
eilen im nächsten Moment scharenweise Untote in eure Richtung, weil ihr
versehentlich die Alarmanlage eines geparkten Autos ausgelöst habt.
Dabei lässt euch der Titel zwischen den Wellen der heranpreschenden
Zombie-Meute kaum zu Atem kommen und das Geschehen wird sehr
atmosphärisch präsentiert und mitunter traut man sich vor dem
heimischen Fernseher kaum einzuatmen, um die Infizierten nicht
aufzuscheuchen. Die Steuerung ist sehr simpel, aber dem Spielprinzip
dienlich. Im Prinzip muss man auch lediglich aus allen Rohren feuern
und gelegentlich mal einen Mitspieler wiederbeleben.
Damit die Zombiemetzelei nicht zu eintönig wird, gibt es neben den
gewöhnlichen Infizierten auch noch fünf Endgegnerklassen. Dazu gehören
Boomer, Smoker, Hunter,Tanks und Witches, welche alle über
charakteristische Fähigkeiten verfügen. Boomer sind fette Monster, die
durch ekelhafte Geräusche und noch ekelhafteres Aussehen auffallen und
zerplatzen, wenn ihr auf sie schießt. Außerdem übergeben sie sich, und
ihre Galle zieht die Infizierten an, wie ein Haufen Scheisse Fliegen.
Smoker greifen mit ihrer langen Zunge aus dem Hinterhalt an,
umschlingen ihre Opfer damit und ziehen es zu sich. In dieser Situation
kann der Gepackte nicht viel machen, außer auf die Hilfe seiner
Kameraden zu hoffen. Hunter haben lange Krallen und rammen diese ihrem
Ziel begleitet von einem ohrenbetäubenden Schrei in die Eingeweide. Der
Tank mutet an, wie Hulk in Zombiegestalt und kann Wände einreißen,
massive Betonblöcke werfen und sein Punch lässt Wlsdimir Klitschko wie
einen Klosterschüler aussehen. Und solltet ihr in der Dunkelheit das
Schluchzen einer Kinderstimme wahrnehmen, sucht schleunigst das Weite.
Denn die Witch begegnet Störenfrieden mit der Entfesselung ihrer
todbringenden Kräfte.
Optisch ist "Left 4 Dead" ganz ordentlich gelungen. Zwar ist die
Source-Engine nicht mehr ganz up-to-date und besonders die Animationen
eurer Mitstreiter wirken teilweise etwas altbacken und unnatürlich,
aber das Geschehen läuft trotz des riesigen Gegneraufkommens immer
flüssig. Die Areale - z.B. eine von den Infizierten verwüstete
Notaufnahme und ein weitläufiges Maisfeld sind ganz nett anzuschauen,
aber dennoch hätte ihnen etwas mehr Detailpflege nicht geschadet. Partikeleffekte gibt es kaum und auch die wenigen beweglichen Objekte, wie leere Milchkartons wirken wie hineingeschnitten. Auch Interaktivität mit der Umgebung sucht man vergeblich. Beispielsweise gibt es zwar einige Wände, die von den Infizierten eingerissen werden und hier und da gibt es ein paar explosive Gegenstände, auf die man schießen kann, aber wirklich interagieren kann man mit der Umgebeung nicht und die Art und Weise, wie die Wände zerbersten, ist immer dieselbe. Zwar
bleiben die Leichen in der deutschen Version im Vergleich zur
internationalen Fassung nicht auf dem Boden liegen, aber dieser Umstand
dürfte dem Großteil der Zocker nicht zu sauer aufstoßen. Denn für eine Weile stapeln sich die Leichen auch hierzulande, wie Ramschartikel auf dem Wühltisch. Was allerdings ein bisschen die Stimmung trübt, ist die Tatsache, dass die Zombies grünes Blut verlieren. Aber es
bleibt ja immer noch der Griff zur Importversion. Wer schon mal ein
Survival Horror Game gespielt hat, weiß das der Sound oftmals einen
Großteil der Atmosphäre ausmacht. Das ist auch bei "Left 4 Dead" nicht
anders. Das Stöhnen der Untoten, schrille Schreie und Kindergejammer,
das die Stille durchbricht, lassen einem mitunter das Blut in den Adern
gefrieren.
Da die Kampagne mit insgesamt 20 zum Teil ziemlich kurzen Kapiteln
nicht sehr umfangreich ist, lohnt sich der Titel nur für Online-Spieler
richtig. Denn erst im Vier-Spieler-Koop läuft der Titel so richtig zu
Hochform auf. Zudem gibt es noch einen Multiplayer-Modus für bis zu
acht Spieler, bei dem ein Team die Steuerung der Endgegnerklassen -
Smoker, Boomer, Hunter oder Tank - übernehmen kann. Somit dürfte "Left
4 Dead" im Mehrspielermodus für einigen Umfang sorgen.
FAZIT
Wer auf Splatterfilme und kompromisslose Action steht, dürfte
mit "Left 4 Dead" glücklich werden. Zwar gehört das Spiel nicht zu den
anspruchsvollsten Vertretern seines Genres und der Umfang der Kampagne
ist zugegebenermaßen auch recht überschaulich, aber eins liefert der
Titel definitiv: und das ist Koop-Action bis zum Abwinken. Für Leute,
die mit ihrer Xbox 360 nicht online spielen, reicht es, sich das Spiel
für ein Wochenende aus der Videothek auszuleihen. Aber jeder, der gerne
Koop-Spiele daddelt und auch nur annähernd etwas mit
Survival-Horror-Games anfangen kann, darf sich auf ein ordentliches
Zombiegemetzel in bester Arcade-Manier freuen, das im Koop-Modus mit
Freunden über einen hohen Wiederspielwert verfügt.
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