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Nachdem Spider-Man nun drei mal über die Kino-Leinwände geklettert ist, darf man nun auf den Konsolen entweder in den rot-blauen oder den tiefschwarzen Spinnenanzug schlüpfen und darin durch New York City schwingen. 



Go, Spidey, go!

So ein Superheld hat es schon schwer: Ein ganzes Territorium muss beschützt werden. Und wer dankt einem das? Niemand! Den ganzen Tag lang muss die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft umherschwingen und sich Bösewichte vorknöpfen. Und das ist im Prinzip das einzige, was man in Web of Shadows zu tun hat. 

Die Story ist schnell erzählt: Schurken namens "Symbionten" suchen New York City heim und verbreiten Chaos - Spider-Man ist nahezu der Einzige, der den Bewohnern aus diesem Schlamassel helfen kann. Wie das geht? Spider-Man muss ordentlich prügel austeilen!

Dabei hält er diesmal nicht nur seine typischen Netzangriffe parat, Spidey kann in Web of Shadows sogar in den schwarzen Anzug hüpfen und mit jeder Menge böser Energie zum Beispiel Autos heben und diese in Richtung Gegner schleudern. Wer mehr auf Spinnennetze steht, hat eine ganze Menge Möglichkeiten, damit zu hantieren: Neben dem typischen durch die Gegend schwingen kann man sowohl Fäden auf seine Gegner verschießen, als auch seine Fähigkeit nutzen, den Gegner mit dem Biofaden zu angeln und sich dann ruckartig auf ihn zu stürzen. Das klappt in der Praxis relativ gut, solange man den Gegner vorher per "Spinnensinn" über den linken Trigger anvisiert hat. 

Zumindest anfänglich hat man mit den vielen Angriffs-Möglichkeiten, die das Spiel bietet, jede Menge Spaß. Leider wiederholen sich die Kampfszenen so schnell so oft - noch dazu gegen optisch identische Gegner, dass schnell Langeweile einsetzt. 

Immerhin macht das schnelle Schwingen durch das virtuelle New York City auch auf Dauer großen Spaß und so ertappt man sich selbst immer wieder dabei, wie man ohne Ziel entspannt einfach zwischen den Wolkenkratzern hindurch fliegt und einen Spinnenfaden nach dem anderen verschießt. 

Vielleicht liegt das auch daran, das die eigentlichen Missionen unglaublich eintönig sind. Prinzipiell gibt es für die Spinne nichts anderes zu tun, als Gegner zu verprügeln oder deren Fahrzeuge zu zerstören. Glücklicherweise gibt es manchmal so etwas wie Zeitlimits, die den Spieler zumindest etwas unter Druck setzen. Sonstige Herausforderungen bietet Web of Shadows nur in geringem Maße.

Zumindest hat das Entwickler-Team von treyarch (ja, genau, die Köpfe hinter Call of Duty 3...) durch ein Rollenspiel-ähnliches Punktesystem einen motivierenden Aspekt ins Spiel gebracht: Je mehr Gegner man beseitigt, desto stärker und schneller wird Spidey also. Außerdem sind überall im virtuellen NYC Spinnensymbole versteckt, die dabei helfen, den Level des Protagonisten nach vorne zu treiben.

Leider bietet Spider-Man: Web of Shadows keinerlei Multiplayer-Modi - weder offline, noch online. Spinnennetz-Schwing-Rennen via Xbox Live wären sicherlich eine großartige Sache!

Hollywood-reif?

Auch in Sachen Technik kann Web of Shadows nicht viele Punkte auf der Haben-Seite verbuchen. Okay, eigentlich ist die Nachbildung von New York City gar nicht so schlecht gelungen und bietet auf jeden Fall genügend Platz zum Austoben.

Optisch ist das Spiel aber eher eintönig und bietet mit vielen identischen Texturen nur wenig grafische Abwechslung. Ein Bisschen mehr Mühe hätte man sich auch beim Gestalten der Fahrzeuge, Bürger und Gegner geben können. Die Meisten Gangster müssen auf Grund ihrer Ähnlichkeit Zwillinge oder Klone sein und das sich bietende Straßenbild ist mit unglaublich vielen ähnlichen und gleichen Fahrzeugen mehr als traurig. Immerhin sehen die Modelle der auftretenden Marvel-Helden einigermaßen ansehnlich, wenn auch nicht überragend aus,.

Hinzu kommt die miserable deutsche Synchronisation, die hinter Spider-Man und den anderen Figuren alles andere als Superhelden vermuten lässt. Schade, dass man hier nicht den Synchronsprecher verpflichten konnte, der Spider-Man in den deutschen Kinofilmen seine Stimmte leiht.

Fazit

Chance vertan: Eigentlich bietet das Spider-Man-Setting die perfekte Grundlage für ein großartiges Videospiel. Leider haben die treyarch-Entwickler das nicht ausgenutzt und machen Spider-Man: Web of Shadows zu einem Durchschnittstitel, der nur für hartgesottene Fans eine Daseinsberechtigung hat. Schließlich sinkt die Motivationskurve der Story durch die sich unzählig wiederholenden Kampfsequenzen ohne Abwechslung rapide. Das die Technik abgesehen von der Größe des virtuellen New York Citys mehr schlecht als recht ist, kommt noch erschwerend hinzu. Ein kleiner Lichtblick ist nur das großartige Fortbewegen in der Stadt durch Spider-Mans Möglichkeiten - dabei kann schon so einige Zeit draufgehen. Schade, dass das nicht im Multiplayer-Modus möglich ist... Insgesamt kann man Spider-Man lediglich für Marvel-Fans eine Kaufempfehlung aussprechen, alle anderen lassen von Web of Shadows besser die Finger.


Bewertung
Gameplay : 50% Sound : 50% Grafik : 60% Steuerung : 70% Multiplayer : -%
Gesamt-Bewertung


Erstellt am : 15.11.2008      Autor : Ansgar Babucke          © EVO-X.DE & XBLIVE.DE
GAME-FACTS
Publisher : Activision
Entwickler : Treyarch
Release : 23.10.2008

Genre : Action Adventure
Player : 1
USK Einstufung

ab 16 Jahre
Homepage
marvel.com
Titel : Spider-Man: Web of Shadows      Publisher : Activision      Release : 23.10.2008
Titel : Spider-Man: Web of Shadows      Publisher : Activision      Release : 23.10.2008
Titel : Spider-Man: Web of Shadows      Publisher : Activision      Release : 23.10.2008
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