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Samba de Amigo gehört definitiv in die Kategorie Musikrhythmusspiele und kann daher mit Spielen wie Guitar Hero oder Rock Band verglichen werden. Als Instrument dienen hier allerdings weder Gitarren, noch Schlagzeuge sondern total abgefahrene Maracas (Rasseln). Als das Spiel damals auf der Dreamcast erschien, wurde es mitsamt Maraca-Controllern und einer Tanzmatte ausgeliefert. Demnach war das Spiel mit einem Neupreis von 200 Euro nicht gerade billig. Zum Glück sind diese speziellen Controller im Zeitalter der Wii-Steuerung nicht mehr notwendig. Und so gilt es nun wahlweise mit Nunchuk & Wiimote oder Wiimote & Wiimote die jeweilige Hand entweder Mittig zu halten oder nach oben und unten zu senken, um die kreisförmigen Töne zu treffen. Natürlich ist hier auch das nötige Taktgefühl gefragt und der so genannte Mr. Pose fordert den Spieler auch öfters dazu auf, bestimmte Bewegungen nachzuahmen und die Hüften zu schwingen. Allgemein ist die Steuerung sehr zugänglich und Anfänger dürften mit dem Spiel keine Probleme bekommen. Leider ist die Steuerung aber auch, gerade im Vergleich zum Original, sehr ungenau und dadurch ist es fast unmöglich das Spiel auf den höchsten Schwierigkeitsgraden zu meistern. Das Problem kann aber ein wenig behoben werden indem man die Steuerungsempfindlichkeit aufdreht. Vielleicht wird bald aber auch Wii Motion Plus Abhilfe schaffen.
Samba de Amigo ist alles andere als eine lieblose Portierung der Dreamcastfassung, denn hier wurde einiges an Umfang hinzugefügt. Neben dem Karriere-, Original- und Einzelspielermodus enthält das Spiel auch noch einen netten Trainingsmodus sowie einige kurzweilige Minigames, die einen mit der Steuerung etwas vertrauter machen. Hier hat man unter anderem die Möglichkeit, Volleyball zu spielen oder das Tanzbein zu schwingen. Außerdem besitzt das Spiel eine Mii-Anbindung und die Songliste wurde im Vergleich zum Original fast verdoppelt. Für Fans von Latinomusik dürfte dieser Titel wohl das reinste Paradies sein, denn von Gypsy Kings über Ricky Martin bis hin zu Lou Bega ist hier so ziemlich jeder Klassiker vertreten. Äußerst amüsant ist zudem der so genannte Survivormodus indem der Spieler so lange wie möglich fehlerfrei bleiben muss. Doch auch trotz dieses enormen Umfangs macht das Spiel nun mal erst im Multiplayermodus richtig Spaß. Hier kann dann wahlweise mit- oder gegeneinander gespielt werden und das Spiel kommt so richtig in Fahrt. Einen Onlinemodus gibt es leider nicht, dafür können aber kostenpflichtig weitere Inhalte heruntergeladen werden und eine Onlinehighscoreliste motiviert zum weiterspielen.
Optisch präsentiert sich Samba de Amigo in gewohnt abgefahrener und knallbunter Optik, die mit vielen lustigen Details versehen ist. Dank 480p-Support wirkt das Spiel dann auch auf hochauflösenden Fernsehern scharf und die Farben kommen super zur Geltung. Einige Abzüge gibt es allerdings aufgrund von recht häufig auftretenden Slowdowns. Beim Sound liefern die Entwickler von Gearbox hingegen eine absolut fehlerfreie Leistung. Wie eben bereits erwähnt, ist der Soundtrack mit seinen knapp 40 Songs genial ausgewählt und auch wenn es sich hierbei größtenteils nur um Coverversionen handelt, vermitteln sie echte Rio de Janerio-Atmosphäre. Die Nachbarn werden sich freuen, denn man wird sich öfters dabei ertappen, wie man diese stimmungsvolle Musik laut aufdreht.
Fazit: Wer von Spielen wie Guitar Hero oder Rock Band genug hat und außerdem von lateinamerikanischer Musik nicht abgeneigt ist, der dürfte mit Samba de Amigo bestens bedient sein. Vor allem mit Freunden entpuppt sich das Spiel als wahrer Partyhit, weil das Gameplay so zugänglich ist und die Songs klasse ausgewählt worden sind. Bemängeln muss man hingegen, dass die Steuerung viel zu ungenau ist und vor allem Kenner des Originals damit Probleme bekommen werden. Dafür wurde aber der Inhalt dank neuer Spielmodi und zusätzlichen Songs aufgestockt und letzten Endes kann man dieses Spiel vor allem Fans von Musikrhythmusspielen uneingeschränkt weiterempfehlen.
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