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Bereits im atemberaubenden Intro wird deutlich, dass man die Kulisse
für das halsbrecherische Rennspiel geändert hat. Jagte man im Vorgänger
seine Kontrahenten noch durch Canyons in den USA, findet man sich nun
auf einer paradiesischen Tropeninsel im Pazifik wieder. Doch die Idylle
trügt. Denn obwohl es einerseits Sandstrände, Wasserfälle und
azurblaues Meer vor der malerischen Dschungelkulisse zu bewundern gibt,
sorgt andererseits ein Vulkan dafür, dass Teile der Insel von
magmaspeienden Erdspalten und Lavaströmen durchzogen sind und die Luft
buchstäblich brennt. Dabei ist die Pazifik-Insel, die im zweiten Teil
die Heimat für das MotorStorm Festival ist, in vier Rennzonen
aufgeteilt: Erde, Wasser, Feuer und Luft. Natürlich ist der Name in den
jeweiligen Zonen Programm. Während beispielsweise in der Feuer-Zone
eine Strecke um den gerade ausbrechenden Vulkan herum führt, pflügt ihr
in der Wasser-Zone durch ausgetrocknete und nicht ganz ausgetrocknete
Flussbetten. Insgesamt wurde die Streckenanzahl auf 16 Rennstrecken
verdoppelt. Scheinbar hat man sich die Kritik bezüglich der doch recht
bescheidenen Kursauswahl zu Herzen genommen.
Spielerisch hat man das rasante, aggressive Spielprinzip beibehalten
und sich auf Feintuning der Fahrzeugphysik und des Fahrverhaltens
beschränkt. So fühlt sich die Steuerung der acht verschiedenen
Fahrzeugklassen, die alle unterschiedliche Fahreigenschaften aufweisen,
etwas geschmeidiger an, als beim Vorgänger. Neulinge werden wohl eine
gewisse Eingewöhnungsphase brauchen, alleine schon wegen des rasanten
Spieltempos, aber dennoch geht die recht arcadelastige Steuerung schon
bald gut von der Hand. Jede der Fahrzeugklassen gibt es in
verschiedenen Modellen und Lackierungen, die ihr genau, wie die
einzelnen Rennherausforderungen im Festival-Modus, dem Herzstück von
"MotorStorm - Pacific Rift", nach und nach frei fahren müsst. Neu hinzu
gekommen sind Monster Trucks, mit denen ihr eure kleineren Kontrahenten
einfach unter euch zermalmen könnt, wenn sie euch in die Quere kommen.
Die Crashs werden dabei in Zeitlupe gezeigt, damit man das schöne
Schadensmodell bewundern kann, können aber auch weggedrückt werden,
wenn man sich satt gesehen hat. Und Unfälle sind auch diesmal wieder an
der Tagesordnung, da die Strecken teilweise sehr gemeine Stellen
aufweisen und auch die Gegner versuchen euch von der Strecke zu
drängen, wo sie nur können. Dabei ist die KI eurer Widersacher
ordentlich.
Als neues Spielelement sind Feuer und Wasser hinzu gekommen. Fahrt ihr
über heiße Untergründe und boostet zudem noch kräftig, fängt das
Fahrzeug Feuer und droht zu explodieren. Zudem lädt sich der Boost
logischerweise langsamer wieder auf, wenn das Fahrzeug in Flammen
steht. Um dem entgegen zu wirken, könnt ihr durch Wasserpfützen oder
Sprenkleranlagen fahren, die dem Motor Kühlung verschaffen. Aber
aufgepasst: wenn ihr im Wasser zu viel Boost verwendet, säuft der Motor
im wahrsten Sinne des Wortes ab. Ach ja, rammen könnt ihr eure Gegner
durch Druck auf die Schultertasten auch. Diese Attacken kosten etwas
Boost und äußern sich in einer seitlichen Rammbewegung. Allerdings kann
man dies vernachlässigen, da es in den meisten Fällen schneller ist,
den Boost für zusätzlichen Geschwindigkeitsschub aufzusparen. Denn
natürlich gibt es wieder die Boost-Skala am linken unteren
Bildschirmrand, die komplett gefüllt das Auto wegen Überhitzung
explodieren lässt. Also darf man nicht zu verschwenderisch mit dem
Turbo umgehen.
Bei "MotorStorm - Pacific Rift" kommt es wieder darauf an, auf jedem
Kurs die für sein Fahrzeug am besten geeignete Route zu finden. Während
man mit Motorrädern in engen, kurvigen Passagen auftrumpfen kann, haben
Renntrucks in knietiefem Schlamm natürlich klare Vorteile. Hört sich
einfach an, ist in der Praxis aber oft ganz schön schwierig, zumal die
anderen Rennteilnehmer nach Kräften versuchen, euch das Leben zur Hölle
machen. Neben dem Festival-Modus bietet der Titel für Einzelspieler
einen Time Trial Modus, in dem es auf jeder Strecke mit jedem Fahrzeug
gilt, die jeweiligen Bestzeiten der Entwickler zu schlagen. Nettes
Feature, aber auf Dauer doch recht eintönig. Allerdings kann man
verschiedene Geister vorfahren lassen, die helfen die Ideallinie der
Strecke kennen zu lernen. Dennoch ist das neben den insgesamt 96
Festival-Herausforderungen nicht gerade eine Unmenge an Umfang für
Solisten. Trotzdem sorgen Checkpoint-Rennen, Eliminierungs-Wettkämpfe
und gewöhnliche Rennen für einige Stunden Spielspaß. Und durch die
unterschiedlichen Fahrzeuge, die man je nach Herausforderung nehmen
muss, ist auch eine gewisse Abwechslung garantiert.
Im Multiplayer-Modus findet man nun auch einen Splitscreenmodus, der
mit bis zu vier Mann offline gespielt werden kann, online sogar mit bis
zu 16 Spielern. Hierzu wählt man zunächst einen Server aus und findet
sich dann in einer Lobby wieder, in der alle verfügbaren Spieler
aufgelistet werden und in der man Spiele erstellen oder welchen
beitreten kann. Da zurzeit noch kaum jemand online zu finden ist,
können wir über die Verbindungsqualität der Online-Spiele keine
Aussagen treffen. Zum Online-Spielmodus können sich Besitzer eines
PSN-Accounts auch über die Ankündigung freuen, dass man wöchentliche
Updates und Zusatzinhalte veröffentlichen möchte, die sogar kostenlos
sein sollen. Darüber hinaus soll es gegen Ende des Jahres bereits zwei
größere Download-Pakete geben.
Grafisch ist "Motorstorm - Pacific Rift" genau wie sein Vorgänger
absolute Spitzenklasse. Die Jungs von Evolution haben durch den
Schauplatzwechsel optisch reizvollere Kulissen mit einer Fülle von
Details , wie zum Beispiel Teile abgestürzter Flugzeuge, ins Spiel
gebracht. Auch grafische Effekte, wie Bump-Mapping oder
Lensflare-Effekte, wenn man in die Sonne schaut treten zahlreicher auf
als im ersten Teil. Die Weitsicht ist wieder einmal phänomenal und dass
die teilweise in riesigen Feuerbällen endenden Massenkarambolagen ohne
Ruckler vonstatten gehen, ist schon bemerkenswert. Zwar poppen weit
entfernte Motorradfahrer mitunter etwas ins Bild, wenn man genauer
hinschaut, aber dennoch ist die Technik des Spiels eine Augenweide.
Auch vom Sound her kann der Titel überzeugen. Wuchtige Explosionen,
röhrende Motorensounds, kombiniert mit einem treibenden Soundtrack von
Drum'n'Bass bis hin zu Rockmusik von Bands wie Queens of the Stone Age,
hinterlassen einen ausgezeichneten Eindruck.
FAZIT
Man darf zwar kein grundlegend neues Spiel erwarten und die
Änderungen am Offroad-Arcade-Racer aus dem Hause Evolution sind
ziemlich dezent ausgefallen. Aber dennoch hat das Entwicklerteam ein
gutes Spiel nochmals verbessert. Grafik, Sound und dieses Mal vor allem
auch der Umfang sind ausgezeichnet. Lediglich das ein oder andere
zusätzliche Gameplayelement, wie zum Beispiel effizientere
Rammattacken, hätte dem Spiel vielleicht ganz gut zu Gesicht gestanden.
Das Setting ist optisch interessanter und vor allem vielseitiger als
noch beim Vorgänger und die versprochenen Zusatzinhalte dürften für die
Langzeitmotivation sicherlich förderlich sein. Wer "MotorStorm" mochte,
wird von "MotorStorm - Pacific Rift" bestimmt begeistert sein.
Allerdings sollte man sich auf einen knackigen Schwierigkeitsgrad, vor
allem in den letzten Herausforderungen einstellen.
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