Army of Two
Hüpfen, rennen, hüpfen, hüpfen, rennen, klettern. Im Prinzip die größten spielerischen Aspekte jedes Prince-of-Persia-Spiels. Ach ja, den Säbel muss man auch noch schwingen. Und wenn man das im Tutorial das erste Mal macht, ahnt man nicht, was man sich damit einhandelt: Man rettet die verfolgte Prinzessin Elika, die dem Spielhelden ab diesem Moment nicht mehr von der Seite weicht und dazu noch so einiges verlangt. Denn bei ihrer Familie ist nicht alles im Reinen...
Elikas Vater hilft dem Bösewicht Ahriman aus seinem Gefängnis, dem Baum des Lebens, auszubrechen. Dorthin wurde der böse Gott vom guten Ormazd nach einem erbittlichen Götterkampf eingesperrt, damit er kein Unheil über das Land bringen kann.
Durch die Befreiung hat der Schurke aber nahezu freie Hand und widmet sich seiner teuflischen Berufung: Dunkelheit stiften.
Der Prinz gibt sich den Waffen einer Frau in Form der hübschen Elika also geschlagen und erklärt sich bereit, ihr bei der Befreiung des Landes zu helfen.
Natürlich hat Elika mal abgesehen vom Aussehen auch andere gute Seiten: Erstens ist sie eine perfekte Lebensversicherung und hilft dem Protagonisten aus sämtlichen Schlamasseln. Sterben kann der Spieler in Prince of Persia nicht. Vorbei sind also die Zeiten, an denen man fast ein komplettes Level erneut spielen muss, weil man kurz vor Ende die falsche Taste auf dem Pad gedrückt hat.
Zweitens ist die hübsche Dame gar keine schlechte Kämpferin.
3, 2, 1, Fight!
Die Kampfszenen haben fast ein wenig etwas von Beat 'em Up Spielen. Glückliche Kombinationen sind hier das A und O. Und neben dem typischen Schwert-Angriff lassen sich per Knopfdruck auch sogenannte Handschuh- und Akrobatik-Attacken ausführen. Wenn man den Y- beziehungsweise den Dreieck-Knopf drückt, greift Elika mit an.
Wenn man nun bestimmte Tastenkombinationen verwendet, lassen sich großartige Kombos ausführen, insbesondere die Interaktion mit Elika macht auf dem Bildschirm Einiges her.
Leider kommt das aber nicht immer zur Geltung, da Prince of Persia während der Kämpfe in unserer Preview-Version noch Probleme mit der Kameraführung hat. So kommt es ab und an vor, dass man auf einmal keinen der kämpfenden Charaktere im Bild hat.
Ansonsten scheint das Kampfsystem aber recht ausgereift. Ab und zu bietet PoP sogar Quick-Time-Events, die durch schnelles aufeinanderfolgendes Drücken einer Taste gelöst werden.
Außerdem kann man nicht jeden Gegner mit den normalen Moves besiegen, ab und zu muss man auch seine Umgebung mit Köpfchen einsetzen: Manche Schurken lassen sich zum Beispiel nur besiegen, in dem man sie eine Klippe hinunterschubst.
Sandkasten-Spielchen
Im Gegensatz zu den Vorgängern bietet Prince of Persia eine offene Spielwelt und keinen linearen Ablauf. Das passt auch ganz gut zur Story: Schließlich müssen etliche Gebiete auf der Weltkarte wieder mit Licht und Fruchtbarkeit gefüllt werden und die Dunkelheit, die sich durch Ahriman verbreitet, in die Schranken verwiesen werden.
Natürlich muss man nicht die ganze Zeit von A nach B laufen, die Weltkarte bietet auch eine Teleport-Funktion - zum Glück. So kommen die Prince-of-Persia typischen Elemente nicht zu kurz.
Die Turn-Passagen und das von einem Block zum anderen Hüpfen bestimmen das Gameplay komplett. Mit dabei sind wieder Wallruns, Wand-zu-Wand-Sprünge und einige andere Akrobatik-Highlights. Hinzu kommt, dass Elika dem Spieler auch hier helfen kann. So kann diese dem Prinzen während eines Sprungs einen kleinen Hieb verpassen, um größere Distanzen zu überwinden.
Sofort stellt sich das Prince-of-Persia-Feeling ein, auch wenn die anfänglichen Passagen vielleicht sogar etwas zu einfach sind. Insgesamt soll das Spiel übrigens leichter zu meistern sein, als die Vorgänger - dieses Ziel ist ja auch bei den verdammt schwierigen Vorgängern nicht zu verfehlen.
Optik & Präsentation
Die neuartige Comic-Cel-Shading-Optik scheint dem Prinzen wie auf den Leib geschneidert. Prince of Persia kommt nicht ganz so verspielt wie zum Beispiel Zelda: The Wind Waker daher, hat aber auch nicht den ernsten Grafik-Anspruch der Vorgänger. Wegweisend ist Prince of Persia in optischer Hinsicht mit Sicherheit nicht, aber es bietet dem Spieler eine enorm stimmige Atmosphäre. Leider mangelt es einigen Level-Teilen - nicht zuletzt Storybedingt - an Farbvielfalt. Ein bisschen mehr austoben hätten sich die Entwickler hier schon können...
Absolut stimmig ist die deutsche Synchronisierung. Auch wenn die textliche Übersetzung (wer zum Teufel kam auf den Namen "Lichtkeime"?) nicht immer zu hundert Prozent großartig ist, haben Elika und der Protagonist jede Menge Wortwitz in petto. Mit großartigen Synchronstimmen macht das Lauschen hier richtig Spaß. Per Knopfdruck kann man die Beiden übrigens zur Unterhaltung animieren, hier fallen für den Spieler dann auch Tips zum Weiterkommen ab.
Vorläufiges Fazit:
Prince of Persia wird anscheinend nicht nur für Fans der Serie ein großartiges Action-Adventure. Die PoP-typische Hüpferei ist intuitiver denn je, die Grafik ist eigenwillig, aber absolut stimmig. Großartige Dialoge zaubern dem Spieler ein Lächeln auf die Lippen, lediglich die manchmal etwas eintönige Farbwahl trübt das Gesamtbild etwas. Zumindest als nicht Prince-of-Persia-Freak wird man sich außerdem darüber freuen, dass das Spiel insgesamt einfacher ist als seine Vorgänger. Hardcore-Fans ärgern sich darüber vielleicht genauso, wie über den neuen Stil. Das dem linearen Ablauf durch ein Open-World-Konzept adieu gesagt wird, stimmt aber mit Sicherheit auch diese glücklich.