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It´s your Choice …
Wie schon im ersten Teil seid ihr diejenigen die, darüber zu befinden
haben ,was…wie…und wann…geschieht. So werdet ihr zu Beginn schon vor
die erste Entscheidung gestellt, indem ihr das Geschlecht unseres
Helden bestimmen dürft. Doch wer jetzt erwartet, dass man den soeben
erstellten Charakter in aller Detailtiefe manipulieren kann, ist schief
gewickelt, denn es ist so wie im wahren Leben … man wird geboren ohne
das man wirklich Einfluss auf seine Herkunft oder Abstammung nehmen
kann. Ok, da ich die klassische Heldennatur eher Testosteron
geschwängert erleben möchte, entschied ich mich also für den Knaben.
Ihr startet in der Story etwa 500 Jahre später in Begleitung eurer
etwas älteren Schwester, deren Traum es ist, dem Leid und Elend des
Alltags zu entfliehen und eines Tages im Prunk und Protz bei Hofe zu
leben. Doch wie sollten zwei Waisenkinder es schaffen ihr Schicksal in
diese Richtung zu wenden? Aufgeschlossen und zu allen Schandtaten
bereit durchkämmen sie die malerischen Gassen von Browerstone in der
Hoffnung, ihr Glück auf der Strasse zu finden. Strassen auf denen
Händler ihre Waren feilbieten, die sie sich ohnehin nicht leisten
konnten. Na ja schauen & träumen muss erlaubt sein.
Ihr Augenmerk fiel dabei auf eine kleine aber „magische Spieluhr“, die
in den richtigen Händen die Träume des Besitzers erfüllen sollte.
„Papalapapp, alles Humbug", murmelte Rose, die Schwester unseres
kleinen Helden, doch eine geheimnisvolle blinde Frau ermutigte die
Beiden, diese Spieluhr aus dem Eigentum des Händlers auszulösen. 5
Goldstücke von der Schicksalswende entfernt machen die beiden sich also
auf durch kleine Aufträge und Gefälligkeiten diesen Betrag zu
verdienen.
Ihr werdet ganz fix merken, dass euer unschuldiges reines Wesen
schon recht schnell in Versuchung gebracht wird. Oftmals scheint der
aufrechte Weg, doch der viel mühsamere zum Ziel zu sein. Aber man will
ja letztendlich ein guter Held sein, deswegen trotzt man den unlauteren
Versuchungen und kommt auch so zu der ersehnten Belohnung, bei der man
am Rande einen Freund fürs Leben gefunden hat, den Hund.
Um das Intro etwas von Fable 2 etwas zu verkürzen … mit Hilfe der
Spieluhr wird der Graf auf euch beide aufmerksam und ihr werdet zu Hofe
gebeten. Alles scheint sich so zu entwickeln, wie es sich eure
Schwester in ihren Träumen ausgemahlt hat, doch … es kommt anders. Der
Graf ist euch nicht ganz so zugetan, wie ihr es angenommen habt und
entledigt sich zuerst eurer Schwester, nachdem er zuvor etwas
Unverständliches über einen vierten Helden murmelt, um dann auch euch
mit der Pistole aufs Korn zu nehmen.
Ihr, der ihr euch bald als der sagenumwobene vierte Held entpuppt,
entkommt gerade noch schwer verletzt dem Schicksal, welches eurer
Schwester den Tod bringt.
Die Rache ist mein …
Jahre später, zu einem jungen Mann heran gewachsen, wird die Geschichte
nun fortgesetzt. Was war passiert? Die blinde geheimnisvolle
Unbekannte, die euer beider Schicksal an diesem Tage so entscheidend
beeinflusste, hatte sich eurer angenommen, gesund gepflegt und zum
jungen Helden ausgebildet. Ihr seid nun alt genug, um eurer Bestimmung
zu folgen und das dem Untergang geweihte Albion zu retten. Angetrieben
von Rachegelüsten ist das eine Aufgabe, derer ihr euch gerne annehmt,
denn letztendlich zeichnet sich dieselbe Brut für beide Schicksale
verantwortlich.
Soviel zur einleitenden Geschichte. Fortan werdet ihr in einer
gradlinigen Story durch das etwa 8-10 stündige Hauptquest getragen, das
man so auch sehr gut bewältigen kann. Doch Molyneux versteht es euch
vom direkten Weg abzubringen, denn in der facettenreichen Welt Albion,
gibt es unzählig viele Dinge zu erledigen, Areale zu erkunden, das es
den meisten Spielern unmöglich erscheint das Spiel ohne Verzweigung zu
beenden.
An allen Ecken und Enden wird eure Neugier geweckt. Dort gibt es noch
einen Auftrag zu erledigen, noch eine Höhle zu erkunden oder noch eine
Frau zu bezirzen.
Alles zum Wohle Albions und im Namen seiner liebevollen Einwohner. Doch
nicht nur Gutes ist auf den Wegen zwischen den verschiedenen
Ortschaften verborgen. Räuber und Trolle machen vielfach die schöne
Welt unsicher. Einer Herausforderung, derer sich der moderne Held zu
stellen hat. Zu diesem Zwecke verfügt der Held der Gegenwart natürlich
über Waffen, die es ihm erlauben sich der Überdrüssigen zu entledigen.
Dabei trägt unser Held immer eine Nahkampf – (Schwert, Streithammer
oder Axt) sowie ein Fernwaffe (Armbrust, Pistole oder Flinte) am
Körper, um sich der Herscharen zu erwehren. Im Laufe der aufkeimenden
Gemetzel sammelt ihr so verschiedene Erfahrungspunkte, die ihr wiederum
gegen Konstitution, Stärke und besondere Fähigkeiten (Magie)
eintauschen könnt. So wächst euer Protagonist im Laufe der Zeit zu
einem mächtigen und starken Krieger heran, dem die gestellten Aufgaben
in der Regel nicht allzu schwer fallen.
In der ganzen Welt verteilt findet ihr unter anderem auch mit Hilfe
eures getreuen Hundes immer wieder versteckte Schatztruhen und
Wertgegenstände, mit denen ihr euer Inventar aufleveln könnt. Es gibt
sogar Einwohner, die euch so zugetan sind, dass sie euch von Zeit zu
Zeit mit Geschenken bedenken. Dieses gilt allerdings nur für den
gutmütigen Helden, der die Leute mit seiner Anwesenheit beglückt, böse
Helden erhalten Geschenke aus Angst der Bürger vor ihnen. Ermächtigt
ihr euch konträrer Wesenszüge oder verliert mal die Kontenance, dann
nimmt euer Charisma in der Öffentlichkeit ordentlich Schaden und es hat
Auswirkungen auf den weiteren Verlauf der Geschichte.
Irgendwie hat man doch alles schon mal gesehen und gehört, was in Fable
verarbeitet wurde und doch ist es das ganz Besondere, was dieser Welt
ein Leben einhaucht. Man kann es schwer beschreiben. Ist es diese
liebevolle Fantasiewelt, die einen fesselt? Ist es diese üppige
Charaktervielfalt, auf die man im Verlaufe der Story trifft? Sind es
die schier unzähligen Möglichkeiten oder Nebenquests, die einen im
Spiel gefangen halten?
Ich weiß es nicht sicher, aber mir ist so als würde ich in eine Welt
eintauchen, in der ich alles Reale beiseite schiebe. Ehe man sich
versieht ziehen Stund um Stund an einem vorbei, ohne dass Langeweile
aufkommt. Klar hat man irgendwann alle Orte mal gesehen, aber hat man
das wirklich? Vieles gewinnt erst im späteren Verlauf an Bedeutung und
macht auf einmal Sinn. Immer neu aufkeimende Situationen geben dem
Spiel dann eine neue Wendung. Es kann nicht das erklärte Ziel sein,
dieses Werk stringent zu durchqueren. Es ist durchaus die Absicht der
Entwickler, alle Facetten mit einfließen zu lassen. So wird Fable
lebendig. Nur so erlebt man ein Gameplay, welches zu begeistern weiss.
Ich könnte noch Stunden damit zubringen, darüber zu berichten, was man
alles unternehmen kann, aber eigentlich solltet ihr das selber erfahren.
Aber auch technisch gesehen ist der Titel über jeden Zweifel erhaben.
Grafisch gehört Fable 2 in die Kategorie „Ganz großes Kino“. Die
audiovisuelle Umsetzung ist wie aus einem Holz geschnitzt. Es passt
alles zusammen. Selbst die oftmals bemängelte deutsche Synchronisation
lässt hier keine Kritik zu. Andere Magazine berichteten von nicht
optimalen Kamera-Perspektiven … kann ich nicht nachvollziehen.
Vereinzelte Popups – mag sein, fällt aber ebenfalls nicht auf.
Die einzige Kritik, die ich eventuell äußern könnte, ist die Bedienung
der äußerst komplexen Menüstruktur. Oftmals sucht man schon einen ganze
Weile in den verschachtelten Einträgen nach dem gewünschten Punkt. Auch
der Wechsel zwischen verschiedenen Zaubern ist nicht zu jedem Zeitpunkt
wirklich erfolgreich gewesen. Man darf halt nicht in Hektik verfallen,
sonst leidet schon mal die normale Bevölkerung mit unter einem
Angriffszauber. Doch ich könnte momentan auch nicht sagen, wie ich es
besser machen würde.
Fazit:
Kurz gesagt: Fable 2 ist ein weiteres Meisterwerk aus der Feder von
Peter Molyneux und seinem Lionhead Studio. Habt ihr auch nur im
Entferntesten ein Faible (Wortspiel) für märchenhafte &
fantasievolle Rollenspiele ist das der Titel, den ihr euch zulegen
solltet. Mich hat auf jeden fall das Fablefieber gepackt. Vielleicht
sieht man sich ja im bald erscheinenden Coop-Modus. Zurzeit lassen sich online leider nur ein paar Geschenke tauschen, aber das soll sich ja ändern.
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