Ist das wirklich FIFA?
Wenn man als FIFA-Kenner das erste mal Hand an die 09er-Version legt, erscheinen einem jede Menge Fragezeichen über dem Kopf... Ist das wirklich das diesjährige FiFA? Das kann doch nicht sein... Das spielt sich so unglaublich gut, so geschmeidig und flott?! Nach ein paar Minuten verwandelt sich der Unglaube aber in schiere Freude. Denn FIFA 09 holt in Sachen Spielbarkeit in riesigen Schritten zum Genreprimus PES auf. Wahnsinnig gelungene und Spieleranimationen, schnelle Spielzüge und eine bessere Ballphysik als je zuvor. Klar, so geschmeidig wie bei der Live-Übertragung sieht das Ganze noch nicht aus, aber die Entwickler haben an den richtigen Schrauben gedreht...
Umfang aktuell
Natürlich bietet auch FIFA 09 wieder gefühlte Millionen Ligen und Mannschaften. Neu ist allerdings die Tatsache, dass man über das "Adidas Live Season"-Feature die im Spiel enthaltenen Mannschaften wöchentlich auf den neuesten Stand bringen kann. Aber nicht zu früh freuen, die Sache hat einen großen Haken: Dieser von EA angebotene Service ist kostenpflichtig - lediglich für eine der zur Aktualisierung angebotenen Ligen liegt ein Gutschein bei. Für den Rest muss man blechen... Schade, denn in der Theorie ist die Sache grandios: Schließlich werden die Mannschaften dem realen Verlauf der Ligen angepasst.
FIFA sucht den Fußballstar
Ebenfalls einem Update unterzogen haben die FIFA-Entwickler dem "Be a Pro"-Modus, bei dem man sich einen Spieler aussucht oder selbst erstellt und dann bis zu vier Saisons lang diesen einen Spieler übernehmen kann. Dieses Konzept wird im Online-Modus auf die Spitze getrieben: Hier kann man mit bis zu 20 Spielern, die jeweils einen Fußballprofi steuern, auf einem Spielfeld spielen. Man muss zwar damit klar kommen, dass man nicht all zu viele Ballkontakte hat, Spaß macht das Ganze aber trotzdem. Dieses Konzept wird auch im neuen FIFA-09-Club-Modus verwendet. Hier "gründet" man eine Mannschaft und tritt dann mit Freunden gegen andere Gründerväter an.
Virtuell Karriere machen lässt sich auch dieses Jahr im Manager-Modus. Wer merkt, dass seine Taktik nicht zu hundert Prozent aufgeht, kann einfach selbst Hand anlegen und seine Mannschaft mit Daumengewalt zum Sieg führen. Einen vollwertigen Fußballmanager ersetzt der Spielmodus zwar immer noch nicht, ist aber wie in den Jahren zuvor eine nette Dreingabe.
Wer die totale Offline-Herausforderung sucht, wechselt über die Arena einfach in den Lounge-Modus, mit dem sich auch ohne Stift, Zettel und Algebra ein lokales FIFA-Turnier mit bis zu 20 Spielern ausrichten lässt. Das ist zwar nichts Neues, aber immer noch genau so hilfreich und erwähnenswert wie im Vorjahr.
Auch für Leute, die sich lieber online beweisen hat FIFA 09 neben den bereits erwähnten Features so einiges parat. Neben Freundschaftsspielen und den üblichen Ranglisten-Partien hat man auch wieder die interaktiven Ligen zur Auswahl, in denen sich die "echten" Partien aus ausgewählten Ligen nachdaddeln lassen.
Und die Präsentation?
Ganz klar: FIFA ist mit der erwachsensten Präsentation denn je erneut König in dieser Disziplin. Selbst die Kommentare wirken in der 09er Version fast ein wenig authentisch. Da man aber nach ein paar Spielen auch schon wieder alles gehört hat, was die Stimmen der beiden Nervtöter zu bieten haben, neigt man dazu, ihnen schon frühzeitig per Audio-Menü den Mund zu verbieten. Immerhin teilt die Spiel-Engine inzwischen den richtigen Kommentare zu den einzelnen Situationen so. Die "das war ken Abseits"-Diskussionen sind während der Test-Sessions nicht mehr wie in den Vorjahren bei Fouls oder Toren vorgekommen. Zum Glück... Ein weiteres Glück ist übrigens, dass man neben den vorgefertigten Steuerungsvarianten die Steuerung endlich selber konfigurieren kann.
Optisch ist FIFA weiterhin auf einem hohen Niveau, aber nicht überragend. Mit einer gehörigen Mehrportion an Spieleranimationen bietet EA dem Spieler auch auf Dauer etwas fürs Auge. Lediglich das Antlitz der Zuschauer treibt einem Tränen in die Augen - hier könnte ein Bisschen Vielfalt nicht schaden. Immerhin trallern die Fans auf den billigen Plätzen wieder den von der Heimmannschaft abhängigen Fan-Gesang und beobachten ihre grandios animierten virtuellen Fußballidole. Mit recht: Denn die Spielermodelle sind Polygon-Nachbildungen allererste Gütekategorie. Immerhin ein Stern am FIFA-Grafik-Himmel.