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Im September 2007 wurde der Sci-Fi Survivor Horror angekündigt und fand Anfangs wenig Beachtung. Dieser Typ mit dem Kübel auf dem Kopf schien auf den ersten Blick nicht wirklich sympathisch. Spätestens seit der positiven Kritik zur E3 2008 war klar: EA haben ein heißes Eisen im Feuer und man könnte der Konkurrenz aus dem Hause Atari (Alone in the Dark 5) und Konami (Silent Hill: Homecoming) mal zeigen, wie ein Next-Gen-Schocker zu sein hat.


Ihr schlüpft in die Rolle des Mechanikers Isaac Clarke und werdet damit beauftragt die Kommunikationsanlagen des Abbau-Schiffes "USG Ishimura" zu reparieren. Bei der Ankunft findet ihr jedoch einen wahr gewordenen Alptraum vor - die Mannschaft wurde auf grausame Art umgebracht und in abartige Abscheulichkeiten verwandelt. Hat man den ersten Herzkasper überlebt, bekommt man auch die erste Waffe und versucht nun wieder Kontakt zu Team herzustellen. Das Unheil nimmt nun seinen Lauf.

In Dead Space hat man ständig das Gefühl völlig allein und isoliert zu sein, vergleichbar ist das etwa mit der Metroid Prime-Serie, nur dass EA nochmals eine große Schippe Horror drauflegt. Für genügend Schockmomente ist dank guter Scripte dauerhaft gesorgt. Teilweise ist es sehr dunkel und man wartet förmlich darauf, erschreckt zu werden; etwas Helligkeit bringt in solchen Situationen nur die eigene Funzel. Dann betritt man auch ausgeleuchtete Räume, wo man zunächst denkt, dass nix passieren kann; ein Alarm wird urplötzlich ausgelöst, alle Türen werden verriegelt und die eine sich drehende Warnleuchte blendet einen ständig. Angespannt wartet man nun auf die Biester und kann diese durch die ständig wechselnden Lichtverhältnisse nicht all zu schnell ausfindig machen. Der Spielverlauf führt einen von bedrückenden, eng verwinkelten Passagen, bei denen man es Platzangst bekommt, über zugestellte Räume, wo man nicht vorhersehen kann, aus welcher Ecke der nächste Mutant springt, bis hin bis zu großen, schwerelosen Orten. Da einige Abschnitte geringfügig recycelt werden, fühlt man sich an diesen Stellen sehr sicher, da man eben schon mal dort war und zuvor bereits alles bereinigt hat; genau das nutzen die Programmierer aus. Gekämpft wird sich durch verschiedene Kapitel, während jedes in einem anderen Gebiet des Schiffes statt findet, somit ist für genügend Abwechslung gesorgt. Insgesamt wirkt die Ishimura sehr gigantisch und vor allem kalt, so wie sich ein riesiger Stahlklotz im Weltall eben anzufühlen hat. Im Laufe des Spieles werden die Monster auch immer größer, jedes Vieh ist ekelhafter, als das andere. Einige erscheinen plötzlich aus Luftschächten, andere krabbeln an Wänden oder an der Decke entlang, und ganz andere suchen sich auf die Schnelle noch einen geeigneten Wirt und sind auf einmal doppelt so groß. Besonders wenn man von hinten angegriffen wird, stehen einem die Nackenhaare zu Berge. Man trifft auch auf den einen oder anderen Endboss, diese sind grandios inszeniert und fordern etwas mehr Geschicklichkeit. Die leichten Rätsel zwischendurch lockern den Spielfluss etwas auf und kleine Audio und-Videoschnipsel verraten einem, was sich zuvor abgespielt hat.

Sichern kann man seinen Fortschritt nur an den fair platzierten Speicherstationen, wovon es aber ausreichend gibt - Frust kommt dadurch selten auf. Ebenfalls gibt es ein Shopinterface, wo man neue Waffen kaufen oder sein Inventar aufstocken kann. Bezahlt wird mit Credits, welche überall verstreut sind. Bei einer Werkbank kann man seine Waffen oder seinen Anzug tunen, um die eigenen Überlebenschancen zu erhöhen.

Besonders gelungen ist das HUD, welches eine Art holografische Projektion ist. In diesem kann man sein Inventar begutachten, Missionsziele abrufen oder sich auf der 3D-Karte orientieren, wo man denn als nächsten hingehen muss. Dieses läuft in Echtzeit ab, was bedeutet, dass das Spiel nicht pausiert wird und man während des Stöberns attackiert werden kann. Verlaufen kann man sich übrigens nicht, da man sich durch Drücken des rechten Sticks den Weg zum nächsten Ziel anzeigen lassen kann.

Headshots bringen bei den Gegnern nix, man muss diese Stück für Stück auseinandernehmen. Es kann schon mal vorkommen, dass sich ein kopfloser Mutant ohne Beine mit Hilfe seiner zusätzlich gewachsenen Extremitäten in Richtung des Spielers schleift. Besser ist es, nochmals genau hinzuschauen, ob das Monster wirklich den Löffel abgegeben hat. Natürlich spritzt der rote Saft und davon nicht wenig, wenn man die Gliedmaßen abtrennt. Auch die einzelnen Überreste lassen sich dank hervorragender Ragdoll noch so manipulieren, wie man lustig ist. Es kommt bei mehreren gekillten Gegnern hintereinander nicht selten vor, dass man sich förmlich durch Fleischhaufen wühlen muss. Auch sind viele Wände mit Blut verziert und in gravitationslosen Räumen schwebt dieses durch die Luft, wie man es vielleicht aus StarTrek 6 kennt. Spätestens wenn eine erblindete Frau über einem Torso trauern sieht, welche sich kurze Zeit später selbst hinrichtet, fragt man sich, wo denn die Grenze des guten Geschmacks ist!? Aber auch der Tod Isaac’s ist extrem brutal dargestellt, man wird aufgespießt, enthauptet oder gar zweigeteilt. Anhänger von Splatter und übertriebenem Gore kommen somit voll und ganz auf Ihre Kosten. Dead Space legt also die Gewaltmesslatte ganz oben an, umso erstaunlicher, dass die USK-Version vollkommen ungeschnitten erscheinen wird.

Grafisch spielt Dead Space locker in der höchsten Liga mit, das Raumschiff ist mit viel Liebe zum Detail umgesetzt: Saubere Texturen treffen auf wunderschöne Licht -und Schattenspiele. Die Beleuchtung gepaart mit dem Qualm wirkt sehr voluminös. Die Bestien sind erstklassig modelliert und bewegen sich dank gelungener Animationen sehr realistisch. Dead Space läuft sehr stabil; es kommt lediglich zu sehr leichten Framedrops, wenn zu viel auf einmal passiert, das bleibt allerdings die Ausnahme.

Der Sound ist gewaltig, besonders in Dolby Digital. Man hat ständig das Gefühl, dass das Schiff lebt, irgendwo knirscht immer etwas. Das Gekrächze der Mutanten zieht einem ins Hirn und untermalt deren abscheuliches Äußeres. Was einem soundtechnisch da geboten wird, ist wirklich umwerfend, wenn nicht sogar Referenz.

Auf einen Multiplayerpart wurde komplett verzichtet, welcher nur die Qualität des Singleplayers getrübt hätte. Das SP-Erlebnis nimmt dafür ca. 15-20 Stunden in Anspruch.

Man kann Electronic Arts manchmal vorwerfen, einige Serien immer wieder neu aufzufrischen und den Kunden auszunehmen. Aber mit Dead Space gelingt Ihnen ein grandioses Horrormeisterwerk. Technisch auf dem aktuellsten Stand und gruselig wie kaum ein anderes Spiel - der heftige Gewaltfaktor trägt den Rest bei. Sicherlich ist es nicht von der Hand zu weisen, dass sich die Entwickler bei Filmen wie Aliens, das Ding aus einer anderen Welt und Event Horizon etwas abgekupfert haben. Auch die Parallelen zu Resident Evil sind deutlich, dennoch erzählt Dead Space seine eigene Geschichte und hat seinen eigenen Charme. Am Besten „genießt“ man Dead Space allein, im Dunkeln, mit auf gedrehter Anlage auf einer großen Diagonale. Für Zocker mit Eiern in der Hose ist Dead Space ein Must-Have! Hut ab EA, für diese wirklich saubere Arbeit! Wir freuen uns schon auf Teil 2!


Bewertung
Gameplay : 92% Sound : 95% Grafik : 93% Steuerung : 90% Multiplayer : -%
Gesamt-Bewertung


Erstellt am : 26.10.2008      Autor : Robert Schmidt          © EVO-X.DE & XBLIVE.DE
GAME-FACTS
Publisher : Electronic Arts
Entwickler : EA Games
Release : 06.11.2008

Genre : Survival
Player : 1
USK Einstufung

keine Jugendfreigabe
Homepage
deadspace.ea.com
Titel : Dead Space      Publisher : Electronic Arts      Release : 06.11.2008
Titel : Dead Space      Publisher : Electronic Arts      Release : 06.11.2008
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