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Ihr schlüpft in die Rolle des Mechanikers Isaac Clarke und werdet damit
beauftragt die Kommunikationsanlagen des Abbau-Schiffes "USG Ishimura"
zu reparieren. Bei der Ankunft findet ihr jedoch einen wahr gewordenen
Alptraum vor - die Mannschaft wurde auf grausame Art umgebracht und in
abartige Abscheulichkeiten verwandelt. Hat man den ersten Herzkasper
überlebt, bekommt man auch die erste Waffe und versucht nun wieder
Kontakt zu Team herzustellen. Das Unheil nimmt nun seinen Lauf.
In Dead Space hat man ständig das Gefühl völlig allein und isoliert zu
sein, vergleichbar ist das etwa mit der Metroid Prime-Serie, nur dass
EA nochmals eine große Schippe Horror drauflegt. Für genügend
Schockmomente ist dank guter Scripte dauerhaft gesorgt. Teilweise ist
es sehr dunkel und man wartet förmlich darauf, erschreckt zu werden;
etwas Helligkeit bringt in solchen Situationen nur die eigene Funzel.
Dann betritt man auch ausgeleuchtete Räume, wo man zunächst denkt, dass
nix passieren kann; ein Alarm wird urplötzlich ausgelöst, alle Türen
werden verriegelt und die eine sich drehende Warnleuchte blendet einen
ständig. Angespannt wartet man nun auf die Biester und kann diese durch
die ständig wechselnden Lichtverhältnisse nicht all zu schnell
ausfindig machen. Der Spielverlauf führt einen von bedrückenden, eng
verwinkelten Passagen, bei denen man es Platzangst bekommt, über
zugestellte Räume, wo man nicht vorhersehen kann, aus welcher Ecke der
nächste Mutant springt, bis hin bis zu großen, schwerelosen Orten. Da
einige Abschnitte geringfügig recycelt werden, fühlt man sich an diesen
Stellen sehr sicher, da man eben schon mal dort war und zuvor bereits
alles bereinigt hat; genau das nutzen die Programmierer aus. Gekämpft
wird sich durch verschiedene Kapitel, während jedes in einem anderen
Gebiet des Schiffes statt findet, somit ist für genügend Abwechslung
gesorgt. Insgesamt wirkt die Ishimura sehr gigantisch und vor allem
kalt, so wie sich ein riesiger Stahlklotz im Weltall eben anzufühlen
hat. Im Laufe des Spieles werden die Monster auch immer größer, jedes
Vieh ist ekelhafter, als das andere. Einige erscheinen plötzlich aus
Luftschächten, andere krabbeln an Wänden oder an der Decke entlang, und
ganz andere suchen sich auf die Schnelle noch einen geeigneten Wirt und
sind auf einmal doppelt so groß. Besonders wenn man von hinten
angegriffen wird, stehen einem die Nackenhaare zu Berge. Man trifft
auch auf den einen oder anderen Endboss, diese sind grandios inszeniert
und fordern etwas mehr Geschicklichkeit. Die leichten Rätsel
zwischendurch lockern den Spielfluss etwas auf und kleine Audio
und-Videoschnipsel verraten einem, was sich zuvor abgespielt hat.
Sichern kann man seinen Fortschritt nur an den fair platzierten
Speicherstationen, wovon es aber ausreichend gibt - Frust kommt dadurch
selten auf. Ebenfalls gibt es ein Shopinterface, wo man neue Waffen
kaufen oder sein Inventar aufstocken kann. Bezahlt wird mit Credits,
welche überall verstreut sind. Bei einer Werkbank kann man seine Waffen
oder seinen Anzug tunen, um die eigenen Überlebenschancen zu erhöhen.
Besonders gelungen ist das HUD, welches eine Art holografische
Projektion ist. In diesem kann man sein Inventar begutachten,
Missionsziele abrufen oder sich auf der 3D-Karte orientieren, wo man
denn als nächsten hingehen muss. Dieses läuft in Echtzeit ab, was
bedeutet, dass das Spiel nicht pausiert wird und man während des
Stöberns attackiert werden kann. Verlaufen kann man sich übrigens
nicht, da man sich durch Drücken des rechten Sticks den Weg zum
nächsten Ziel anzeigen lassen kann.
Headshots bringen bei den Gegnern nix, man muss diese Stück für Stück
auseinandernehmen. Es kann schon mal vorkommen, dass sich ein kopfloser
Mutant ohne Beine mit Hilfe seiner zusätzlich gewachsenen Extremitäten
in Richtung des Spielers schleift. Besser ist es, nochmals genau
hinzuschauen, ob das Monster wirklich den Löffel abgegeben hat.
Natürlich spritzt der rote Saft und davon nicht wenig, wenn man die
Gliedmaßen abtrennt. Auch die einzelnen Überreste lassen sich dank
hervorragender Ragdoll noch so manipulieren, wie man lustig ist. Es
kommt bei mehreren gekillten Gegnern hintereinander nicht selten vor,
dass man sich förmlich durch Fleischhaufen wühlen muss. Auch sind viele
Wände mit Blut verziert und in gravitationslosen Räumen schwebt dieses
durch die Luft, wie man es vielleicht aus StarTrek 6 kennt. Spätestens
wenn eine erblindete Frau über einem Torso trauern sieht, welche sich
kurze Zeit später selbst hinrichtet, fragt man sich, wo denn die Grenze
des guten Geschmacks ist!? Aber auch der Tod Isaac’s ist extrem brutal
dargestellt, man wird aufgespießt, enthauptet oder gar zweigeteilt.
Anhänger von Splatter und übertriebenem Gore kommen somit voll und ganz
auf Ihre Kosten. Dead Space legt also die Gewaltmesslatte ganz oben an,
umso erstaunlicher, dass die USK-Version vollkommen ungeschnitten
erscheinen wird.
Grafisch spielt Dead Space locker in der höchsten Liga mit, das
Raumschiff ist mit viel Liebe zum Detail umgesetzt: Saubere Texturen
treffen auf wunderschöne Licht -und Schattenspiele. Die Beleuchtung
gepaart mit dem Qualm wirkt sehr voluminös. Die Bestien sind
erstklassig modelliert und bewegen sich dank gelungener Animationen
sehr realistisch. Dead Space läuft sehr stabil; es kommt lediglich zu
sehr leichten Framedrops, wenn zu viel auf einmal passiert, das bleibt
allerdings die Ausnahme.
Der Sound ist gewaltig, besonders in Dolby Digital. Man hat ständig das
Gefühl, dass das Schiff lebt, irgendwo knirscht immer etwas. Das
Gekrächze der Mutanten zieht einem ins Hirn und untermalt deren
abscheuliches Äußeres. Was einem soundtechnisch da geboten wird, ist
wirklich umwerfend, wenn nicht sogar Referenz.
Auf einen Multiplayerpart wurde komplett verzichtet, welcher nur die
Qualität des Singleplayers getrübt hätte. Das SP-Erlebnis nimmt dafür
ca. 15-20 Stunden in Anspruch.
Man kann Electronic Arts manchmal vorwerfen, einige Serien immer wieder
neu aufzufrischen und den Kunden auszunehmen. Aber mit Dead Space
gelingt Ihnen ein grandioses Horrormeisterwerk. Technisch auf dem
aktuellsten Stand und gruselig wie kaum ein anderes Spiel - der heftige
Gewaltfaktor trägt den Rest bei. Sicherlich ist es nicht von der Hand
zu weisen, dass sich die Entwickler bei Filmen wie Aliens, das Ding aus
einer anderen Welt und Event Horizon etwas abgekupfert haben. Auch die
Parallelen zu Resident Evil sind deutlich, dennoch erzählt Dead Space
seine eigene Geschichte und hat seinen eigenen Charme. Am Besten
„genießt“ man Dead Space allein, im Dunkeln, mit auf gedrehter Anlage
auf einer großen Diagonale. Für Zocker mit Eiern in der Hose ist Dead
Space ein Must-Have! Hut ab EA, für diese wirklich saubere Arbeit! Wir
freuen uns schon auf Teil 2!
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