XBLive   psxhome   gamers  




Boom, blast, crash! Pandemic schickt den Nachfolger zu Mercenaries ins Rennen. Neue Konsolen, neues Setting, mindestens genau so viel Action. Taugt das Spielkonzept auch für die nächste Konsolengeneration?


Willkommen...

... im wunderschönen aber mindestens genau so korrupten Venezuela. Bevor es allerdings losgeht, wählt man zuerst seinen heldenhaften Charakter aus. Klischeebehafteter könnte die Auswahl nicht sein: Afroamerikanischer Warlord mit der Gabe, mehr Munition tragen zu können, gut gebauter Draufgänger mit einer besseren Energie-Regeneration oder charmantes bis heißes, wieselflinkes Girlie. 

Egal wie man sich entscheidet, die plumpe Story bleibt identisch. Korrupter Bösewicht heuert Spieler an, Spieler soll nach erledigtem Auftrag kalt gemacht werden. Klappt aber glücklicherweise nicht, sonst hätte Merceneries 2 praktisch keinen Sinn. Natürlich schlüpft man also in die Rolle des edlen Helden, der dem Ganoven das Handwerk legen will und dadurch einem ganzen Land die Freiheit schenkt. Wie könnte es anders sein: Verbrecheroberhaupt Ramon Solano hat sich an die Spitze des Landes mit dem großen Ölvorkommen geputscht. Und da die Suche nach einem Spitzenpolitiker und Diktator nicht immer einfach ist, haben die Jungs aus dem Hause Pandemic ein paar Stunden Open-World-Gameplay auf die DVD pressen lassen, bevor man sein Hauptziel erfüllen kann. 

Boom!

Neben den bloßen Fäusten bietet sich natürlich das Söldner-Standardwaffenarsenal zur Erledigung der Aufträge an: Mit von der Partie sind Pistolen, automatische Gewehre, Panzerfaust, Granatwerfer, Plastiksprengstoff und einige andere Sterne am Waffenhimmel. Und da die Füße beim auseinandernehmen einer kompletten Insel auch nach einiger Zeit müde werden, kann man sich genretypisch einfach in herumstehende oder -fahrende Fahrzeuge schmeißen und alles zu klump fahren, was halbwegs nicht hart ist. Und für den Rest gibts neben "normalen" Autos und Motorrädern zusätzlich Panzer. Mit Helikoptern und Schiffen hat es Pandemic also immerhin auf 150 Vehikel gebracht. Auch wenn die Anzahl gar nicht so winzig klingt, bietet sich auf der virtuellen Straße ein eher biederes Bild. Motorräder und Autos sind leider relativ oft vom selben Typ.

Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen

Klar: In einem politisch sehr instabilen Land mit verschiedenen sich bekriegenden Fraktionen gibt es für einen Söldner enorm viel Arbeit. Man arbeitet zwar durchaus für die fünf verschiedenen Fraktionen und ergreift Partei, da das gesamte Geschehen aber grundsätzlich eher Linear abläuft, hat man prinzipiell nicht das Gefühl, man habe sich auf eine Seite festgelegt. Trotzdem gibt es einer Art Freund-Feind-Ranking für den Protagonisten. Ist man beispielsweise gerade für eine der fünf Fraktionen unterwegs, kommt es durchaus vor, dass aus heiterem Himmel von anderen Fraktionen das Feuer eröffnet wird. Schade ist dabei aber, dass der virtuelle IQ der KI eindeutig zweistellig ist. Und so kann man mit einem Zwischensprint im Prinzip jeglichen Verletzungen durch Feindfeuer entgehen. Natürlich kann man sich nach Gusto auch einfach eine Wumme schnappen oder per PDA einen Luftangriff auf das kugelspeiende Ziel ordern. Andererseits kann man auch einfach auf Frieden aus sein und ordentliche Schmiergelder zahlen oder einfach vermeiden, alles was sich bewegt dem Erdboden gleich zu machen. Apropos Erdboden gleich machen: Willkürliche Attentate auf Zivilisten gelten als Kolleteralschaden und schlagen mit sage und schreibe 5000 Dollar zu buche. 

Die ingesamt 55 Missionen bieten leider eher wenig Abwechslung, spielerische Revolutionen sind aber bei Open-World-Games ohnehin nicht zu erwarten: Fahre dorthin, töte den, rette jenen, mache das Gebäude dem Erdboden gleich. Das vermutliche Ebenbild der Aufgaben eines Söldners eben. Immerhin gibt es beim stehlen von Fahrzeugen oder anderen Missionszielen Quick-Time-Events, die ein wenig Pepp in den harten Arbeitstag des Hauptcahrakters bringen.

Und sonst?

In Sachen Technik und Präsentation haben die Pandemic-Jungs leider etwas geschlampt. Die Grafik entspricht definitiv nicht dem aktuellen Next-Gen-Standard und krebst mit enormer Detailarmut und mangelnder Weitsicht vorsich hin. Immerhin glänzt die Farbenpracht und auf dem Bildschirm geht mit den vielen Explosionen, die dank Zerstörbarkeit von vielen Objekten noch eindrucksvoller sind, einiges ab. Bezüglich der destruktiven Möglickeiten hat man einen wirklich guten Job gemacht. Nahezu jedes Objekt im Spiel ist zerstörbar, egal ob Bäume, Fahrzeuge oder Gebäude -so kann man schon ein paar Minuten damit verbringen, nur Explosionen und Zerstörung zu verursachen.
An der Vertonung haperts aber schon wieder. Insbesondere die oftmalige Wiederholung der NPC-Sprüche geht einem bereits nach ein paar Minuten auf den Keks und man hofft, gut daran zu tun, die Sprachausgabe auf englisch umzustellen. Leider bringt auch das keinen besonderen Vorteil - auch der englische Wortschatz der virtuellen Kollegen und Gegner lässt leider zu wünschen übrig. 

Army of 2

Viel Freude bietet der Kooperations-Modus in Mercs 2 - so kann man sich zu zweit auf die Suche nach Oberboss Roman Solano machen. Cool ist, dass man den Mitspieler per Knopfdruck ruck-zuck wiederbeleben kann, falls dieser auf dem Schlachtfeld ablebt. Außerdem macht das Spielen mit der destruktiven Mercenaries 2 Engine zu zweit grundsätzliche noch mehr Spaß als alleine, schließlich kann man dem Mitspieler vorführen, wie gut man Gegner und Gebäude plätten kann. Auch hier gibts aber einen kleinen Wehmutstropfen: Ein paar Slow-Downs und Lags schleichen sich in das Gameplay ein, damit lässt sich aber sehr gut leben. Schade, dass man keine Möglichkeit hat, zu zweit an einer Konsole zu spielen. Ein Split-Screen-Koop-Modus wäre in Mercs 2 mit Sicherheit ganz großes Kino.



Bewertung
Gameplay : 80% Sound : 65% Grafik : 70% Steuerung : 80% Multiplayer : 80%
Gesamt-Bewertung


Kommentar des Redakteurs
Mercenaries 2 ist ein konsequenter Nachfolger: Neue Missionen, mehr Explosionen, mehr Waffen, mehr Fahrzeuge. Aber reicht das? Für ein Spiel, dass man auch als Nicht-Fan im Regal haben sollte, definitiv nicht. Dafür leistet sich Pandemic zu viele Patzer: Schnöde, detailarme Grafik, strohdoofe KI und die miserable Sprachausgabe bringen einen oftmals zum Haareraufen. Trotzdem gibt es viele Lichtblicke. Mercs 2 lässt sich vielleicht ein wenig mit einem stupiden Hollywood-Action-Streifen vergleichen: Kein besonders hohes Niveau, aber dafür großer Unterhaltungsfaktor mit Spaß- und Lachgarantie. Eben ein Open-World-Game, bei dem der Spieler eine Menge Möglichkeiten hat, die es nie langweilig werden lassen.
Erstellt am : 02.10.2008      Autor : Ansgar Babucke          © EVO-X.DE & XBLIVE.DE
GAME-FACTS
Publisher : Electronic Arts
Entwickler : Pandemic
Release : 04.09.2008

Genre : Action
Player : 1
USK Einstufung

keine Jugendfreigabe
Homepage
pandemicstudios.com/mercenaries
Titel : Mercenaries 2: World in Flames      Publisher : Electronic Arts      Release : 04.09.2008
Titel : Mercenaries 2: World in Flames      Publisher : Electronic Arts      Release : 04.09.2008
Titel : Mercenaries 2: World in Flames      Publisher : Electronic Arts      Release : 04.09.2008
Titel : Mercenaries 2: World in Flames      Publisher : Electronic Arts      Release : 04.09.2008
Titel : Mercenaries 2: World in Flames      Publisher : Electronic Arts      Release : 04.09.2008
Titel : Mercenaries 2: World in Flames      Publisher : Electronic Arts      Release : 04.09.2008
 1  :: 2  :: 3 
 4  :: 5  ::
(1 von 5)


All Content © 2002-2012 EVO-X.DE | Powered by webEdition 5.1.2.5 | Ladezeit der Seite: 2.572050 Sekunden.

.