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In "Fracture" übernimmt der Spieler die Kontrolle von Jet Brody, eines
Soldaten der Streitkräfte der Atlantischen Allianz. Wir schreiben das
Jahr 2161 und die Erde ist bereits fast zugrunde gegangen. Durch
Kilmawechsel wurde der mittlere Westen der USA geflutet und das Land
dadurch in zwei Hälften geteilt. Der Osten des Landes - die Atlantische
Allianz - entwickelte seine Technologien weiter, um die Welt zu
verbessern, während der Westen - die Republik von Pazifika - genetische
Modifikationen nutzt, um ich Vorteile zu verschaffen. Zu Beginn des
Spiels muss unser Protagonist nach San Francisco reisen, der neuen
Hauptstadt der Republik Pazifika, um das neue Verbot drastischer
genetischer Veränderungen durchzusetzen und General Sheridan, den
Anführer des pazifikanischen Widerstands fest zu nehmen. Doch natürlich
leistet dieser Widerstand, und natürlich ist es daraufhin eure Aufgabe
den renitenten General ausfindig und unschädlich zu machen.
Dabei stehen euch eine Unmenge neuer Waffen, Ausrüstungsgegnstände zur
Verfügung, wie beispielsweise die Schwarze Witwe, mit der man bis zu
sechs Haftbomben auf einmal verschießen und fernzünden kann, oder das
ALM-37 Deep Freeze, mit dem man die Gegner in Eis am Stiel verwandeln
kann. Generell haben sich die Entwickler viele Spielereien und
futeristische Waffen ausgedacht, die es so noch nie in einem Shooter
gegeben hat, wie zum Beispiel eine Waffe, mit der ihr Torpedos in den
Boden schießt, welche sich in Blickrichtung bewegen und manuel gezündet
werden können. Zwei dieser Waffen kann man gleichzeitig mit sich
tragen. Eine in der Hand und eine auf dem Rücken, und für welche der
Schießeisen ihr euch entscheidet, solltet ihr von den Anforderungen
abhängig machen, die an euch gestellt werden. Darüber hinaus gibt es
vier verschiedene Granaten, die ihr über das Digitalsteuerkreuz
auswählt. Unter anderem gibt es da die Vortex-Granate, mit der ihr
kleine schwarze Löcher erzeugen könnt, die alles in ihrer Umgebung
anziehen und herumwirbeln, bevor sie implodieren. Aber im Vordergrung
steht der Veränderer, mit dem ihr bestimmtes Terrain heben oder senken
könnt und den ihr vielseitig einsetzen könnt, in erster Linie, um den
Boden so zu verändern, dass ihr Areale erreichen könnt, die ihr ohne
den Einsatz dieser Waffe nicht erreichen könnt.
Mit Sicherheit hofft man bei Lucas Arts, dass diese neu geschaffenen
Möglichkeiten mit dem Terrain zu interagieren, "Fracture" von der Masse
der Third-Person-Shooter abheben. Aber leider ist dies nicht der Fall.
Natürlich kann man mit den Gefechten, den Datenzellen, die gesammelt
werden wollen und den kreativen Waffen eine Weile seinen Spaß haben,
aber alles in allem ist das Spiel doch ziemlich durchschnittlich. Die
zentrale Errungenschaft des Spiels, der Veränderer, wird einfach zu
wenig im Spiel eingebaut. Die Stellen, an denen man ihn zum
Weiterkommen einsetzen muss, ähneln einander zu sehr und so muss man
ein ums andere Mal damit Tunnel von Erde befreien oder mit Hügeln an
der Decke hängende Schalter betätigen. In dieser Hinsicht hätte man
sich schon etwas mehr einfallen lassen können. Außerdem kann man den
Veränderer nur in Verbindung mit loser Erde verwenden, was bedeutet,
dass ihr in Gebäuden oder auf Stein- und Marmorböden nichts damit
anfangen könnt.
Die Kampagne selbst ist in drei Akte eingeteilt - San Francisco, den
Südwesten der (ehemaligen) USA und Washington D.C. - wobei es keine
Kapitelbezeichnungen für die einzelnen Abschnitte gibt. Das Geschehen
wird lediglich durch kurze Zwischensequenzen in Echtzeitgrafik
unterbrochen und Ruckler des Bildes zeigen dem Spieler, dass er gerade
einen Autosave-Point passiert hat. Und so läuft man im Prinzip durch
ein außergewöhnlich langes Level, tötet alles, was sich bewegt auf dem
Weg zur nächsten Markierung auf dem Radar, um dann vor Ort mit dem
Veränderer eine der Aufgaben mit hohem Wiederholungsfaktor zu erfüllen.
Und das wird leider schnell langweilig. Auch die teilweise echt
dämliche KI eurer Gegner macht das Spiel nicht interessanter. So kommt
es teilweise vor, dass ihr einem Gegner, der euch noch nicht bemerkt
hat, aus der Entfernung einen nicht tödlichen Schuss in die Schulter
verpasst und dieser sich nicht rührt, sondern darauf wartet, bis ihr
ihm den Rest gebt. Darüber hinaus haben alle pazifikanischen Truppen,
deren grüne Kutten stark an "Dark Sector" erinnern, dieselbe Stimme.
Hallo?! Wenigstens zwei, drei verschiedene Synchronsprecher hätte man
der Gegnerschar spendieren können. Auch die Boss-Kämpfe sind leider
nicht mehr als Standard. Man weicht aus, bis man die Schwachstellen
attackieren kann und wiederholt dies, bis der Feind tot ist.
Auch grafisch enttäuscht "Fracture". Es gibt zwar einige Passagen, in
denen das Spiel - in erster Linie die Explosionen - echt schön
aussieht, aber sowohl auf der Playstation 3, als auch auf der Xbox 360,
auf der das Ganze etwas schärfer und farbenfroher aussieht, trübt die
zum Teil miserable Framerate doch arg den Spielspaß. Auch den
Spielarealen hätte etwas mehr optische Vielfalt gut zu Gesicht
gestanden und so wirkt die Umgebung mit der Zeit recht eintönig. Noch
schlimmer sind allerdings die Zwischensequnzen, die so verpixelt und
unscharf aussehen, dass sie einfach nicht zeitgemäß wirken.
Der Silberstreif am Horizont ist bei "Fracture" der umfangreiche
Mehrspielermodus, der abwechslungsreich gestaltet ist und echt Spaß
macht. Auf acht verschiedenen Karten kann man mit bis zu 12 Spielern
gleichzeitig in acht unterschiedlichen Spielmodi gegeneinander
antreten. Von "Deathmath" über "Capture the Flag" bis hin zu "King of
the Hill" sind alle beliebten Varianten, die es so für
Multiplayer-Shooter gibt. Aber der Modus "Exvacation" macht deutlich am
meisten Laune, da man hierbei im Gegensatz zu den anderen Modi die
Fracture-typischen Waffen auch wirklich benötigt, um erfolgreich zu
sein. Denn man muss bestimmte Punkte auf der Map erreichen, dort das
Terrain absenken und sogenannte Team Basalts errichten. Diese müssen im
Anschluss dann verteidigt werden, damit der Gegner sie nicht wieder
zerstört. Doch ob die genannten Features ausreichen, um einen Kauf zu
rechtfertigen, bleibt zu bezweifeln.
FAZIT:
Was an "Fracture" am meisten stört, ist die Tatsache, dass es ein
richtig gutes Spiel hätte werden können. In der Idee, das Gelände
verändern zu können, steckt Potential, dass man kreativer und
abwechslungsreicher hätte nutzen können. Generell hätte der Titel an
manchen Stellen etwas mehr Feinschliff benötigt und besitzt kein
wirklich individuelles Setting. Fracture fehlt im Vergleich zu anderen
Titeln, mit denen es im hart umkämpften Third-Person-Shootergenre
konkurriert, ein eigener Stil. Es wirkt, als sei es um die eine große
Idee herum konzipiert wurde. Das bedeutet nicht, dass es ein schlechtes
Spiel ist. Es ist besonders im Multiplayer streckenweise echt spaßig
und bietet einige coole Waffen und Features. Aber es ist dennoch nur
Durchschnittsware und keines der Spiel, an die man sich nach Jahren
zurück denkt und in Erinnerungen schwelgt.
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