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Möge die Macht mit dir sein
Vader spürt das Potenzial des Jungen und tötet ihn nicht. Er versteckt ihn vor seinem Meister und bildet ihn heimlich als seinen Sith Schüler aus. Von nun an übernimmt der junge Zögling einige der Aufgaben des Adoptivvaters und wird mit jedem getöteten Jedi immer stärker.
Während der nichtsahnende Imperator weiter am Ausbau seiner Macht und dem Bau des Todessterns, einer gigantischen, planetenzerstörenden Raumstation, feilt und naiv auf die Solidarität seines Schülers baut, zieht sich dieser sein eigenes Gewächs heran, um mit dessen Hilfe und nach bester Sith Philosophie, seinen eigenen Meister zu vernichten und zu beerben, um selbst die Herrschaft über die Galaxis zu übernehmen.
Dass dieser Plan wohl nicht gelingen wird, ist jedem Star Wars Fan sofort klar, sobald er erfährt, dass The Force Unleashed ein offizieller von George Lucas persönlich kontrollierter Story Überbrücker zwischen Teil 3 und 4 ist und der Imperator bekanntlich noch bis zum letzten Teil der Saga an der Macht bleibt.
Trotzdem ist das Schicksal des jungen Schülers und die mit reichlichen Zwischensequenzen spannend erzählte Story absolutes Pflichtprogramm für jeden Hobby Sith und schließlich ist man in die ersten drei Filme ja auch schon mit dem Vorwissen aus Teil 4 bis 6 hineingegangen.
Dämonen- oder Jedi-Jäger
Nach den beiden erfolgreichen Rollenspielen Kotor 1 und 2 besinnt sich Lucas Arts im nächsten Großprojekt wieder auf deutlich actionlastigere Kost. In bester Devil May Cry Manier, prügelt man sich mit Laserschwert und Machtfertigkeiten durch die Gegner und sammelt Erfahrungspunkte. Hierbei wird belohnt, wer kreativ ist, denn desto spektakulärer man sich der Gegner entledigt, umso mehr Punkte gibt es. Sind dann schließlich genügend Punkte gesammelt, bekommt man eine Art Level Up und kann neue Fähigkeiten erlernen oder alte verbessern. Dadurch muss man die ersten Feinde noch mit einfachen Lichtschwerhieben beseitigen, verfügt aber im späteren Verlauf über eine Fülle an Fähigkeiten und Combos, auf die selbst Yoda neidisch wäre.
Einen schönen Vorgeschmack auf die zerstörerische Macht, die da noch kommen mag, gibt das Tutorial. In diesem schlüpft man in die Rolle von Darth Vader und spielt nach, wie dieser seinen Schüler findet. Dabei steuert man verständlicherweise einen voll ausgebildeten, fast unbesiegbaren Sith Lord, der über nahezu alle erlernbaren Fähigkeiten verfügt und damit, während er sich durch die hilflosen Wookies metzelt, dem Spieler zeigen soll, was ihn noch so alles erwartet und ihn motivieren soll, da er kurz danach in der ersten Mission mit dem eigentlichen Hauptdarsteller des Titels, ziemlich ins kalte Wasser geworfen wird.
Begleitet von einer abtrünnigen Pilotin und einem Droiden, der ihn permanent zu Trainingszwecken zu töten versucht, wird der junge Schüler, mit Laserschwert und Machtschub ausgerüstet, von Vader auf die erste Mission geschickt. Von nun an beginnt eine abwechslungsreiche Reise durch Raumschiffe, Müllhalden und Sümpfe bis hin zu den Innereien eines riesigen Monsters, stets angetrieben von den Auftragszielen und dem eigenen Überlebenswillen.
Grundsätzlich sind dabei alle Missionen klassisch gleich aufgebaut. Man kämpft sich durch alles was sich bewegt, öffnet Türen und löst kleinere Rätsel mit der Macht, bewältigt mehr oder weniger kniffelige Geschicklichkeitseinlagen und duelliert sich am Ende mit den anspruchsvollen und kreativen Endgegnern. Zur Belohnung gibt es verschiedene Lichtschwertkristalle, Bekleidungen und einen freischaltbaren Schwierigkeitsmodus, wobei der Hauptspielinhalt stets die gelungene Action bleibt.
Es macht einfach unglaublich viel Spass, sich mit Laserschwert und phänomenalen Machteffekten durch Freund und Feind zu kämpfen, da selbst die Imperiums Truppen vor dem Hintergrund, dass der Imperator nichts von der eigenen Existenz erfahren darf, zu Gegnern werden. Besonders am Anfang ist man überwältigt von den Möglichkeiten und auch im späteren Spielverlauf erzeugen die neuen Talente und Fähigkeiten sowie die merkbar zunehmende Stärke der Spielfigur für immer neue Motivation.
Licht und Schatten
Neben dem bombastischen Gameplay bleibt noch der Sound als absolutes Highlight zu bewerten. Der lizensierte Orginalsoundtrack wurde für The Force Unleashed überarbeitet sowie erweitert und kreiert mit von Lucas Arts gewohnt guten Soundeffekten die perfekte Star Wars Atmosphäre. Hier gibt es wirklich keinen Zweifel: nur George Lucas weiß, wie Laserschwerter und Droiden wirklich klingen.
Grafisch gesehen schwankt das Spiel ein wenig.Die abwechslungsreichen Schauplätze und zahlreichen Effekte suchen Ihresgleichen und nahezu Alles in den Arealen ist irgendwie durch Machtfähigkeiten beeinflussbar und kann nach Herzenslust und vor allem mit beeindruckender physikalischer Richtigkeit auf jegliche Art durch die Gegend geschleudert werden. Die Texturen jedoch, lassen an einigen Stellen zu wünschen übrig und ziehen den grafischen Gesamteindruck herunter. Hier wäre mit etwas mehr Feintuning von Entwicklerseite sicherlich mehr möglich gewesen.
Die größte Schwäche des Spiels liegt schließlich in der Steuerung. Diese ist aufgrund der vielen Fähigkeiten etwas überladen und nicht ganz einfach erlernbar, was den Einstieg erschwert. Noch um einiges gravierender ist allerdings die oft sehr ungenaue Zielerfassung in Kombination mit einer bockigen Kamera.
Permanente Nachjustierungen sind besonders in Bosskämpfen und bei Geschicklichkeitseinlagen elementar, um überhaupt einen Überblick zu bekommen. Die dafür benötigte Zeit allerdings ist von den Programmierern nicht eingeplant und führt deshalb oft zum scheitern und zu unnötigen Frustmomenten, die durch häufige Speicherpunkte nur bedingt aufgefangen werden können.
Wenn man dann noch drei Mal hintereinander das falsche Ziel angewählt hat, drängt sich auch hier die Frage auf, ob da mehr drin gewesen wäre. Somit versperren Steuerung und Texturen einem wirklich guten Spiel schließlich den Sprung zum Hit.
Fazit:
Star Wars: The Force Unleashed ist insgesamt ein gelungenes Action Spektakel, was sich keineswegs vor anderen Genre Titeln verstecken muss, dem Primus Devil May Cry jedoch in seiner Perfektion nicht ganz das Wasser reichen kann. Aber was interessiert das schon einen echten Star Wars Fan? Denn für diesen wäre der Titel schon alleine wegen der Story ein absoluter Pflichtkauf.
Und auch alle anderen, die mit leuchtenden Schwertern und kleinen grünen Monstern nicht so viel anfangen können, sich einem guten Action Titel mit kleinen Macken aber nicht verschließen, können beherzt zugreifen und finden so vielleicht sogar den Zugang zum Reich der Mediklorianer.
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