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Die Story von Too Human ist ziemlich ungewöhnlich und setzt sich
deutlich von anderen Vertretern des Genres ab. Das Spiel verbindet die
nordische Mythologie rund um die Gottheiten Loki, Thor, Odin und Co.
mit einem interessanten Science-Fiction-Setting in dem die Menschheit
von mächtigen Maschinenwesen bedroht wird. Für den Spieler gilt es in
die Rolle der Gottheit Baldur zu schlüpfen, um der Herrschaft der
Maschinen ein Ende zu setzen. Bevor man sich aber in die Schlacht
begibt, muss man sich, wie es sich für ein richtiges Action RPG gehört,
für eine von insgesamt fünf verschiedenen Charakterklassen entscheiden.
Im einzelnen wären dies der Berserker, der Kommandosoldat, der
Bioingenieur, der Verteidiger und zu guter letzt der Kämpfer. Letzterer
ist zum Beispiel ein Allroundtalent während sich der Kommandosoldat auf
den Fernkampf und der Berserker auf den Nahkampf spezialisiert. Ist die
Entscheidung getroffen, kann das Hack`n`Slay Abenteuer beginnen und der
Spieler sich mit dem gewöhnungsbedürftigen Kampfsystem vertraut machen.
Mit den Schultertasten macht Baldur gebrauch von Schusswaffen, während
mit dem rechten Analogstick die Nahkampfwaffen eingesetzt werden. Durch
das Kombinationssystem lassen sich bei einer bestimmten Anzahl von
aneinander folgenden Angriffen verschiedene Spezialattacken einsetzen.
Aufgrund der sehr ungewöhnlichen Steuerung bedarf das Ganze leider
einer recht langen Eingewöhnungszeit, nach einer gewissen Zeit gehen
die Angriffe aber gut von der Hand. Wesentlich benutzerfreundlicher
gestaltet sich zum Glück die Charakterverwaltung. Sowohl das Inventar
als auch die Fähigkeiten lassen sich prima verwalten und so steht dem
Aufleveln und der Jagd nach wertvollen Items nichts mehr im Wege.
Aufgrund der vielen verschiedenen Items und dem motivierenden
Levelsystem schaut man auch getrost über den sehr linearen Spielablauf
hinweg. Knifflige Rätsel gibt es hier nämlich nicht, im Grunde wird
lediglich eine Gegnerhorde nach der nächsten platt gemacht.
Too Human ist insgesamt in vier Kapitel unterteilt und dürfte bereits
nach ca. 15 Stunden beendet sein. Nebenquests sucht man hier leider
vergebens und NPCs, die den Spieler mit informativen Nebeninfos
versorgen, wird man in Too Human auch nicht antreffen. Bedauerlich ist
zudem, dass in Too Human keine Angst vor dem Tod entsteht. Stirbt der
Protagonist, findet man sich, nach einer sehr nervigen und langen
Sterbesequenz (die sich übrigens nicht abbrechen lässt) beim letzten
Checkpoint wieder und alle zuvor erledigten Gegner bleiben eliminiert
und alle eingesammelten Items erhalten.
Technisch hinterlässt Too Human einen sehr schwankenden Eindruck. Die
Grafik sorgt lediglich durch die imposanten Architekturen für Aufsehen,
ansonsten ist Too Human optisch sehr durchschnittlich. Sowohl das
Level- als auch das Charakterdesign sind ziemlich abwechslungsarm
geraten und die teilweise sehr schwachen Texturen und Animationen
trüben den Eindruck ein weiteres Mal. Hinzu kommen nervige Ruckeinlagen
und eine Kameraführung die jeden Spieler zum Verzweifeln bringt.
Akustisch macht Too Human Odin sei Dank eine bessere Figur. So wurde
das Spiel von überzeugenden Sprechern ins deutsche synchronisiert und
zusätzlich mit einer wuchtigen Dolby Digital Spur versehen. Richtig
beeindruckend ist der epische Soundtrack der einiges an Atmosphäre
rettet.
Ursprünglich planten die Entwickler von Silicon Knights einen 4-Spieler
Coop Modus, welcher auch Offline gespielt werden kann. Leider wurde
diese Idee nicht in Tat umgesetzt und so steht einem nur ein 2-Spieler
Onlinemodus zur Verfügung. Dieser macht dafür aber ziemlich viel Spaß
und läuft zudem auch noch recht flüssig. Vor allem entsteht im
Zusammenspiel mit einem Freund zumindest ein Hauch von taktischer
Vorgehensweise, was im Singleplayerpart nicht der Fall ist. All jene,
die einfach nicht genug von Too Human kriegen, können in Zukunft auf
dem XBOX Live Marktplatz kostenpflichtig neue Waffen, Rüstungen und
Level erwerben.
Fazit:
Leider macht Too Human trotz der sehr langen Entwicklungszeit einen
sehr fehlerhaften und unfertigen Eindruck. Der Rollenspielolymp bleibt
dem Spiel aufgrund der miserablen Kameraführung, dem zu linearen
Gameplay und der vielen grafischen Mankos verwehrt. Doch trotz all
dieser Fehler ist Too Human kein schlechtes Videospiel geworden. Denn
es macht durchaus Spaß sich durch unzählige Gegnermaßen zu metzeln, den
Charakter aufzuleveln und der Story zu folgen. Zumal der Soundtrack
erstklassig gelungen ist und das Spiel auch zu zweit richtig Bock
macht. Sollten, wie geplant, zwei weitere Teile folgen, wünsche ich mir
vor allem einen 4-Spieler Koopmodus und mehr Umfang. Vielleicht haben
die Entwickler bis dahin auch alle technischen Probleme in den Griff
bekommen. Fragt sich nur, wie lange wir auf den nächsten Teil warten
müssen...
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