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In der Introsequenz werdet ihr direkt mit der Situation vertraut gemacht. Ein kleines gremlinartiges Wesen begrüßt euch als den neuen Overlord und erzählt euch, man habe euch wieder zum Leben erweckt, damit ihr den Dunklen Turm wieder aufbaut, der von Helden zerstört wurde und als Zeichen der Macht eures bösen Imperiums stehen soll. Das hört sich anfangs zwar etwas konfus an, ist es zugegenermaßen auch, aber dennoch tut das dem Spielspaß keinen Abbruch. Denn obwohl das Ziel zwar die Grundsanierung des Dunklen Turms ist, stehen eigentlich Verwüstung und die Verbreitung von Angst und Schrecken auf dem Stundenplan des angehenden Overlords. Und so ist es nicht verwunderlich, dass es nach dem Tutorial sofort los geht, in der Außenwelt Chaos zu verursachen und Trümmer, sowie Werkzeug zum Aufbau des Turms ins Schloss zu schaffen. Damit dies nicht alleine bewältigt werden muss, habt ihr die Möglichkeit eine Reihe von treu ergebenen Schergen zu befehligen, die dem Helden zur Hand gehen. Das Spielprinzip entwickelt, ebenso wie der permanent präsentierte schwarze Humor, recht schnell seinen ganz eigenen Charme und so kämpft und agiert euer Held entweder in Echtzeit, das dem von Fable sehr ähnelt.
Darüber hinaus können mithilfe des rechten Analogsticks die Schergen gesteuert werden. Nach kurzer Eingewöhnungsphase klappt dies auch erstaunlich gut und es macht Spaß die goblinartigen Geschöpfe auf die Umgebung zu hetzen. Denn die Viecher attackieren alles, was der Overlord anzugreifen befiehlt, ungeachtet der Größe oder der potentiellen Gefahr. Ob ihr sie lediglich Gegenstände aus für euch unerreichbaren Ecken „apportieren“, sie Bauernhäuser plündern, Menschen oder Schafe angreifen lasst oder gar auf einen Troll hetzt. Sie rennen drauf los wie ein plündernder Mob, egal ob sie eine Chance haben oder nicht. Scheinbar auch ohne jegliche Zeichen von Intelligenz, zumindest verhalten sich eure Helfer, nicht immer so, wie ihr es gerne hättet und das sorgt teilweise für Frustmomente. Insofern ist auch ein gewisses Fingerspitzengefühl im Umgang mit euren Schergen vonnöten. Denn euch steht keine unbegrenzte Anzahl von ihnen zur Verfügung. Stirbt einer von ihnen, könnt ihr erst wieder Nachschub anfordern, wenn ihr einen speziellen Brunnen erreicht habt, dem ihr für neue Schergen die Seelen Eurer Gegner opfern müsst. Andersherum besteht die Möglichkeit Schergen zugunsten von Lebensenergie zu opfern.
Während ihr anfangs lediglich drei Schergen befehligen könnt, werden es im weiteren Verlauf des Spiels immer mehr. Und je mehr Macht ihr als Overlord erlangt, desto mehr Schergen könnt ihr gleichzeitig kontrollieren und desto Stärker werden sie. Genau wie euer (Anti-)Held können sich die Schergen sowohl mit erbeuteten Waffen, als auch mithilfe von Magie verteidigen. Vier Rassen mit je unterschiedlichen Fähigkeiten und Schwachstellen können nach und nach kontrolliert werden: Krieger, Assassinen, Feuerschleuderer und Heiler. Aber wie kommt man an mehr Macht? Als Overlord kann dies nur über böse Taten erreicht werden. Zwar gibt es an gewissen Stellen des Spiels Entscheidungsmöglichkeiten, ob man ganz böse oder nur ein bisschen böse sein will. Aber im Wesentlichen gewinnt ihr an Macht und Ansehen, indem ihr Dörfer brandschatzt und plündert und ihre Bewohner umbringt.
Mal abgesehen vom streckenweise auftauchenden Kantenflimmern macht Overlord grafisch einen mehr als ordentlichen Eindruck. Die Optik erinnert stark an Peter Molineux’ Fable, sieht allerdings weitaus besser aus. Zwar ist die Grafik nicht unbedingt das Maß der Dinge, wie beispielsweise Epic’s No.1-Shooter. Dennoch bietet Overlord durchweg eine tolle Optik. Besonders in den Außenarrealen besticht der neueste Titel von Codemasters mit vielen grafischen Details, netten Wasser-, Rauch- und Feuereffekten, und zum Teil großartigen Animationen – in erster Linie bezüglich eurer Gefolgsleute. Denn diese verhalten und bewegen sich wie die sprichwörtliche „wilde Horde“ und vermögen es, den Spieler ein ums andere Mal zum Schmunzeln zu bringen, weil es einfach lustig ist, ihnen bei ihrem Werk zuzuschauen. Auch der akustisch macht das Spiel einen guten Eindruck und punktet durch passende Soundeffekte und einer genialen Sprachausgabe, die teilweise so witzig ist, dass man sich nicht dagegen wehren kann, laut loszulachen.
Zwar bietet Overlord einige Rollenspielelemente, jedoch spielt es sich insgesamt eher wie ein Action-Adventure mit einem ganz eigenem, sehr kurzweiligem Spielkonzept. Um die Feinde zu bezwingen, können entweder die Schergen zu Hilfe gerufen werden oder ihr attackiert mithilfe der Waffen- und Magiefähigkeiten eures Overlords. Obwohl alle diese Elemente nicht gänzlich neu sind, haben die Jungs von Codemasters eine Symbiose geschaffen, die ein bisher einzigartiges Spielgefühl vermittelt. In einem Satz zusammengefasst kann das Ziel des Spiels so beschrieben werden: „Zeig wie bitterböse Du sein kannst und gewinne durch Deine Boshaftigkeit mehr und mehr Macht!“
Wie bereits erwähnt, enthält die PS3-Version neben dem ursprünglichen Spiel sämtliche Erweiterungen, die es bereits via Xbox Live zum Download verfügbar sind. Dazu gehören ein zusätzlicher Schwierigkeitsgrad "Legendär" , sowie fünf neue Levels mitsamt neuer Gegner für die Einzelspielerkampagne, die ihr über ein Portal erreicht, welches nach dem Beenden des Hauptspiels verfügbar ist. Bei den neuen Levels handelt es sich um Parallelwelten zu den fünf Dungeons des Hauptspiels, die allerdings nicht mehr so idyllisch wie einstmals anmuten, da sie sich nun in einer Art Unterwelt befinden und sich demzufolge auch die Gegner anders verhalten. Darüber hinaus gibt es dort auch neue Schmiedeformeln zu entdecken, mit denen ihr eure Waffen noch durchschlagskräftiger gestalten könnt. Auch für Freunde des Multiplayers liefert das Erweiterungspaket sieben zusätzliche Mehrspielerkarten, auf denen ihr euch über das Playstation Network mit Freunden in zwei verschiedenen Spielmodi gegenseitig die Köpfe einschlagen könnt. Außerdem ist dem Spiel ein Splitscreen-Modus enthalten, so dass ihr den Mehrspielerspaß auch offline genießen könnt.
Fazit: Im Zusammenspiel miteinander vermitteln Gameplay, Sound und Grafik das Gefühl, dass man mit seiner wilden Horde in eine Welt voller Idylle einfällt und dort Verwüstung und Schrecken verbreitet. Durch seinen schwarzen Humor, der zugegeben vermutlich nicht jedermanns Geschmack treffen wird, entwickelt Overlord einen ganz eigenen Charme. Auch das kurzweilige Spielprinzip sorgt dafür, dass man das Spiel in seine Konsole einlegt und im Nu Stunden vergangen sind, ohne dass es einem bewusst wird. Insofern kann man nur dazu raten, das Game zumindest mal für ein Wochenende zu testen.
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