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Willkommen zurück, Kane
Nach der angeblichen Zerschlagung der NOD taucht Kane plötzlich wieder
auf der Flimmerkiste in grandiosen High Definition Videos auf und
kündigt an, die in Splittergruppen zerlegte NOD-Fraktion wieder
zusammenzuführen und zu mehr als alter Stärke zurückzubringen. Das ist
der Moment, an dem der Spieler sprichwörtlich ins Spiel kommt: In der
Kampagne - in der man nur als NOD-Spieler agieren kann - muss man sich
als Kanes persönlicher untergebener beispielsweise gegen die GDI,
rebellierende Splittergruppen und andere Bösewichte durchsetzen.
Insgesamt hat der Spieler mit den in drei Akte unterteilten 13
Missionen der Kampagne zwar eine Weile zu tun, aber die Tatsache, dass
man hier nicht in die Haut eines Kommandanten der anderen Parteien
schlüpfen kann ,wird so manchem Fan der GDI zu schaffen machen. Dafür
freut sich auch dieser mit absoluter Sicherheit über die - wie bereits
erwähnt - beeindruckenden Videosequenzen, in denen gute Schauspieler
Tiberium anpreisen und ihren imaginären Feinden Kriege erklären.
Natürlich alles in High Definition in herausragender Qualität. Diese
sorgt dafür, dass man sich schnell fühlt, als säße man im Kino.
Eigentlich schade, dass diese so guten Sequenzen immer wieder von
Elementen unterbrochen werden, in denen der Spieler selbst Hand anlegen
muss.
Und sonst?
Neben der Kampagne hat Kane‘s Wrath noch einen weiteren
Singleplayer-Modus zu bieten. In Kanes Herausforderung gibt es zehn
verschiedene Szenarien zu spielen, die jeweils eine Art Mission
darstellen. Hier ist man als Kommandant nicht auf eine Partei
festgelegt, sondern kann mit neun verschiedenen - die mit neuen
Einheiten und Möglichkeiten ausgestatteten Fraktionen GDI, NOD und
Scrin wurden jeweils in drei weitere aufgeteilt - spielen, die alle
ihre Stärken und Schwächen haben. Dieser Modus ersetzt zwar nicht die
fehlenden Teile des Storymodus, unterhält den Spieler aber zumindest
nach der abgeschlossenen Kampagne noch ein Weilchen. Natürlich lässt
sich auch in Kane‘s Wrath ein eigenes Gefecht erstellen, bei dem der
Spieler sämtliche Einstellungen wie zum Beispiel Kartenwahl,
Gegneranzahl, Fraktion und Schwierigkeitsgrad selbst treffen kann.
Kane‘s neue Waffen
Auch wenn sich Tiberium Wars auf der Xbox 360 schon hervorragend
gespielt hat, haben die Entwickler von Kane‘s Rache noch weiter am
Steuerungskonzept gefeilt: Mit der Radial-Steuerung geht die Steuerung
der Truppen noch schneller von der Hand. So kann man mit Hilfe der
Richtungen des Mini-Sticks am Controller bestimmte Befehle oder
Gruppierungen sehr schnell ausführen. Trotzdem ist die
Echtzeit-Strategie-Steuerung noch nicht soweit entwickelt, dass man das
Pad der Maus und Tastatursteueung vorziehen sollte. Wer also einen
halbwegs leistungsfähigen Computer sein Eigen nennt, sollte bedacht zur
PC-Version des Spiels greifen - insbesondere auch wegen besserer
Online-Fähigkeiten. An der sonstigen Technik des Spiels hat sich nicht
viel getan, die Grafik ähnelt der des Vorgängers, die Audioausgabe ist
durchaus auf einem hohen Niveau. Leider geht die Engine des Spiels
immer noch ab und zu kurz in die Knie, wenn auf dem Bildschirm so
einiges abgeht - bei großen Online-Schlachten merkt man dieses am
Meisten.
Let‘s go online
Viele Käufer der Erweiterung des Spiels werden ein besonderes Augenmerk
auf den Online-Modus legen - schließlich bietet die Erweiterung dem
Spieler einige neue Einheiten und Möglichkeiten, die sich enorm auf die
Online-Spiel-Erfahrung auswirken. Für den Anfang ist das Balancing der
Fraktionen zwar nicht schlecht gelungen, leider kann der Spieler der
Xbox 360 aber grundsätzlich nicht mit etwaigen Ausbesserungen durch
spätere Patches rechnen - schließlich wurden die Xbox-Spieler auch bei
Tiberium Wars von den Verbesserungen ausgeschlossenen - sehr schade.
Immerhin ist die Online-Performance gar nicht verbesserungswürdig und
man kann grundsätzlich mit Kanes Rache im Multiplayer-Modus eine Menge
Spaß haben - vorausgesetzt es treten nicht wieder unzählige Bugs auf,
die den Gegner auf Wunsch unbesiegbar machen können.
Fazit
Kanes Rache ist definitiv eine gelungene Erweiterung zu Tiberium Wars -
die schier endlose Story rund um das grüne Gold Tiberium wird
angemessen weitergesponnen und die Steuerung wurde konsequent
weiterentwickelt. Lediglich die einseitige und kurze Kampagne könnte
etwas umfangreicher sein - dafür kostet das Spiel ja obwohl es auch
ohne die Vollversion von Tiberium Wars auskommt nur 39 Euro. Personen,
die auf das Spielen am HD-Fernseher verzichten können sei ans Herz
gelegt, dass zwischen Tastatur- und Maus Steuerung und dem Xbox-Pad
Welten liegen und das Electronic Arts für die PC-Spieler definitiv
einen besseren Online-Support anbietet. Wer die Wahl nicht hat, ist
aber auch mit der Xbox 360 Version gut bedient.
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