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Farbe, wo?!
Das Erste, was auffällt: Die Entwickler haben vergessen, das Spiel zu colorieren?! Oder doch nicht? Vielleicht ist es ja auch Absicht, dass echochrome komplett monochrom gehalten ist? Jedenfalls sollte man beim Spielen ab und zu mal die Augen neben den Bildschirm richten, um zu begreifen, dass seine Augen zumindest in der Theorie noch in der Lage sind, Farben wahrzunehmen. Und obwohl das Spiel nicht mit einem Feuerwerk an Effekten und Farben verwöhnt, macht der Style von echochrome Spaß! Die spartanische Optik passt zum simplen Spielprinzip wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Nach ein paar Minuten Eingewöhnung kommt es einem jedenfalls so vor, als ob man in seinem Leben noch nie Farben gesehen hätte - man taucht förmlich in die echochrome-Rätsel und den modernen Retro-Look ein.
Kniffeln und Knobeln
Auch, wenn die echochrome-Optik alleine schon ein echtes Highlight darstellt, bietet das PSN-Spiel weitaus mehr als einen neuartigen Grafik-Stil. Das Spielkonzept ist es, was an echochrome fasziniert. Die Ausgangsposition: Es existiert ein Gebilde mit einem Startpunkt und einem Ziel für eine oder mehrere Spielfiguren, die sich automatisch in diesem Gebilde fortbewegen - ungeachtet dessen, ob ein Hindernis oder der Abgrund naht. Das 3D-Labyrinth, auf dem sich die Spielfigur bewegt, schwebt frei im Raum und besteht aus Treppen, Trägern, Löchern und verschiedenen anderen Elementen, die sich der Spieler zu Nutze machen muss, um ein Level zu lösen. Dieses geschieht allerdings nicht dadurch, dass er die Spielfigur bewegt, Elemente in das Labyrinth einbaut oder andere Umbauten vornimmt. Um Mister Black umzulenken, ändert man einfach die Perspektive. Je nach dem, wie man sich das Labyrinth nun zurecht dreht, befindet sich zum Beispiel unter einem Loch ein Träger, auf dem die Spielfigur landen kann - oder eben nicht. Das Ganze klingt für den Anfang relativ einfach - nach ein wenig Ausprobieren in den Anfangslevels kommt man aber schnell ins Grübeln, da es unzählige Möglichkeiten bietet und nur wenige Wege das schwarze Strichmännchen zum Ziel führen. Sofort stellt sich ein „ich will das jetzt schaffen“-Effekt ein und man gibt das Pad oder die PSP so schnell nicht mehr her - wenn man Pech hat bis zum Ende des Spiels, was aber einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Falls man das Ende tatsächlich erreicht haben sollte, kann sich der echochrome-Süchtling glücklicherweise über das PSN Nachschub verschaffen oder sich im Level-Editor austoben. Auf der PSP lassen sich Levels leider nur über den Ad-Hoc-Modus verteilen, nicht über einen Online-Dienst.
Fazit
Im Prinzip klingt all das nach einem gelungenen Spiel - ein paar Kleinigkeiten gibt es aber doch zu bemängeln: Trotz Tutorial ist das Verständnis für bestimmte Spielmöglichkeiten und -bewegungen nicht sofort da, man braucht schon eine gewisse Eingewöhnungszeit um zu verstehen, wie der Hase läuft.
Außerdem ist das Spielprinzip eher eingeschränkt: Viel mehr als Rätsel nach ein und den selben Prinzipien hat echochrome nicht zu bieten, auch wenn das Spiel ein gewisses Suchtrisiko birgt - schließlich will man das Level ja zu Ende spielen. Und dann vielleicht ja noch eins...
Zum schmalen Preis von 9,99 ist echochrome in jedem Falle wärmstens zu
empfehlen. Cooler Grafik-Stil, grandiose Spielidee und der Suchtfaktor
beim Knobeln sind dem Spiel hoch anzurechnen. Wenn man nun keine PS3
hat, dafür aber eine PSP im Rucksack, muss man rund 30 Euro berappen,
um in den Genuss von echochrome zu kommen. Und auch wenn man dafür eine
UMD inklusive Verpackung und ein gedrucktes Handbuch bekommt, ist der
Preisunterschied nicht gerechtfertigt. Natürlich ist echochrome auf der
PSP deswegen kein schlechteres Spiel, lediglich etwas zu teuer.
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