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Der Große Algorithmus sei mit Dir!
Kaum gelandet, geht es auch schon los. Nach einer Überprüfung
auf Viskosität muss sich D-Tritus bei einem Beamten anmelden. Dort
erfährt er, was alles in der Stadt abläuft. Verantwortlich für das
Überleben in der Stadt sind die Hüter der „großen Datenbank“, die
Bischöfe. Sie erstellen von den Bewohnern eine digitale Kopie und legen
diese in die Datenbank ab – im Fall der Fälle wird der verunfallte
Roboter wiederhergestellt. Wie so vieles im Leben, hat dieser Service
natürlich seinen Preis, der in Form von $craps zu entrichten ist. Diese
wiederum muss man sich in „irren Wetten“, Diebstählen oder
„Aufräumaktionen“ verdienen – dazu später mehr. Um aber in die skurrile
Welt der Scraplander abtauchen zu können ist, ein Job nötig, den der
eingangs erwähnte Beamten-Roboter organisiert. So macht sich D-Tritus
fortan als Reporter mit der Hauptstadt Kimara vertraut. Gleich
D-Tritus’ erster Auftrag ist ein besonders mysteriöser: Der Erzbischof
wurde ermordet. Normalerweise ist dies kein Problem, schließlich gibt
es dafür ja die große Datenbank. Jedoch stellt sich schnell heraus,
dass seine Kopie aus der Datenbank gelöscht wurde und der Erzbischof
nicht restauriert werden kann. Rasch erlernt unser Held die Fähigkeit,
sich in die große Datenbank einzuhacken, um so andere Gestalten und
Fertigkeiten annehmen zu können – auf der Suche nach Spuren wird dies
des Öfteren nötig sein...
Der ewige Traum vom Fliegen
Das Hauptfortbewegungsmittel in Scrapland sind schnelle und
wendige, aber auch gut gepanzerte und exzellent bewaffnete
Kampfschiffe. D-Tritus kann sich im Spielverlauf immer wieder neue
Waffen oder Motoren in sein Schiff montieren, oder auch ein komplett
neues entwerfen; so sind bis zu neun Hangarplätze frei. Mit starken
Kampfschiffen ist es ein Leichtes, andere Schiffe zu zerstören und so
eine Belohnung zu kassieren. Kleine und leichte Fluggeräte sind
wiederum optimal, um an Rennen teilzunehmen – und natürlich zu
gewinnen. Innerhalb von Gebäuden kann sich D-Tritus, um an Geld zu
kommen, beispielsweise in Bank-Roboter verwandeln. So ist es ohne
weiteres möglich, von anderen Robotern zu stehlen, wobei die Beraubten
nicht einmal etwas davon merken. Eine weitere wichtige Möglichkeit, um
sich Kohle zu verdienen, sind die so genannten „irren Wetten“, die von
dem Roboter „Irrer Spieler“ veranstaltet werden. Das sind spezielle
Aufgaben, wie zum Beispiel fünf Polizisten abzuschießen, an einer
Rennserie teilzunehmen oder andere Aufträge auszuführen. Neben Geld
gibt es hier oft Waffen- oder Motorenupgrades, die wiederum Garant zum
Sieg weiterer irrer Wetten darstellen.
Verspielte Grafik, aber...
Das Game strotzt gerade mit einer Fülle an farbigen Texturen,
herumfliegenden Raumschiffen sowie liebevoll animierten
Roboter-Figuren. Leider beschränkt sich die Kolorierung der Umgebung
auf einige wenige, wenn auch kontrastreiche Farbtöne. Auch gibt es im
gesamten Spiel nicht allzu viele unterschiedliche Schiffe – das ist bei
der Geschwindigkeit, in der diese Schiffe zerstört oder überholt werden
aber eher weniger tragisch. Dafür ist es umso trauriger, dass die
Designer der Roboter auf viele Polygone verzichtet haben.
Anspruchsvolle Spieler werden dahingehend wohl wenig Freude empfinden.
Der Sound: Nur bessere Spielhallenqualität
Wenn schon an der Grafik gespart wurde, erwartet man zumindest
eine gute akustische Untermalung. Bedauerlicherweise kommt das
melodische Gedudel nur selten an meine Definition von Musik heran; oft
werden einigermaßen gelungene Musikstücke von schrillen Sirenen
unterbrochen. Die meiste Zeit beschränkt sich die „Musik“ auf
sporadisch auftretende Töne in halbwegs annehmbarem Takt. Ein
weiterer Kritikpunkt ist die Synchronisation der Charaktere. Zwar
sprechen die Roboter erwartungsgemäß in einem eigenen Ton, die
Lippenbewegung – sofern man von „Lippen“ im eigentlichen Sinn sprechen
kann – wirkt aber eher zufällig synchron. Auch ist der gesprochene Text
teilweise nicht identisch mit dem immer eingeblendeten und nicht
abschaltbaren Untertitel.
Für Einsteiger optimal: Die Steuerung
Simpel wurde sogar die Bedienung gestaltet – und das ist jetzt
positiv zu sehen. Gerade die Zielgruppe der zwölf- bis 16-jährigen
sollte keinerlei Probleme mit dem Umgang von Roboter und Raumschiff
bekommen. Ist man als Roboter unterwegs, läuft man wie gewohnt mit dem
linken Stick herum, steuert die Blickrichtung mit dem rechten Stick und
führt Aktionen mit den Buttons aus. In einem Fluggerät sitzend lenkt
man mit dem linken Stick und beschleunigt mit dem rechten Trigger. Die
Buttons sind mit Funktionen wie Waffe(n) oder Boost abfeuern sowie
Gegenmaßnahme einleiten belegt. Etwas ungeschickt platziert ist dagegen
die Auswahl der Waffensysteme: ist man mitten im Kampfgeschehen, muss
man umständlich mit dem Steuerkreuz die Waffen wechseln – einige
geschickte Ausweichmanöver sind so kaum mehr möglich.
Der Multiplayer
Ein wenig Spaß bereitet der Multiplayer-Modus zwei Spielern.
Wenn auch nur über Splitscreen, lassen sich äußerst viele Kampfarenen
für Spielmodi wie Death Match oder einem Rennen auswählen. Schade, dass
nicht mehr Spieler, wenn möglich über Systemlink oder gar XBox-Live, am
Spektakel teilnehmen können – das nimmt dem Ganzen sehr viel Potenzial.
Fazit
Für kurze Spielsequenzen sehr gut
geeignet, kommt hierbei jedoch kaum Langzeit-Spielspaß auf. Die auf
Dauer langweilige Grafik und die ebenso freudlose akustische Begleitung
sind für „professionelle“ Spieler wohl kein Kaufgrund. Schade: mit
etwas mehr Arbeit hätte daraus noch etwas werden können.
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