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Eines der meistdiskutierten Spiele der letzten Zeit war das neue Alone in the Dark. Die Wiederbelebung der Gruselreihe um Hauptprotagonist Edward Carnby macht sich im 5. Teil auf in den nächtlichen Central Park und wurde zuerst nicht schlecht gelobt. Wer sich alleine ins Dunkel wagen will sollte allerdings trotzdem vorher einen Blick auf den Test werfen...


Tage, an denen man besser weitergeschlafen hätte…

Dass er mal wieder einen solchen erwischt hatte, dachte sich wohl auch Edward Carnby, kurz nachdem er aufgestanden war. Denn als wenn eine tierische Migräne und völlige geistige Amnesie nicht genug wären, befindet er sich kurz nach dem unsanften Erwachen auch schon auf dem Weg durchs Treppenhaus aufs Dach eines heruntergekommenen Wolkenkratzers in New York, wo er von einem dunklen Gesellen erschossen werden soll. Ohne wirklich zu wissen was geschieht und wie er da hineingeraten ist wird er plötzlich von einem übermächtigen Wesen, das sich wie ein blutiger Riss durch das Gebäude zieht, gerettet. Dass es eben das gleiche Wesen ist, was auch ihn während des weiteren Verlaufes noch erbittert jagen wird, ahnt er noch nicht.
Der Beginn von Alone in the Dark wirft den Spieler direkt ins Geschehen und lässt nicht viel Zeit zur Eingewöhnung. Nach der erfolgreichen Flucht aus dem zerfallenden Hochhaus führt eine halsbrecherische Autofahrt durch das vom Riss in Panik und Chaos versetzte New York direkt in den Central Park, der aufgrund des Schutzes von uralten Mächten ein letztes Refugium vor der zerstörerischen Macht des Monsters darstellt. Bald wird Carnby allerdings bewusst, dass auch hier das Böse auf ihn wartet und die Zombie Gehilfen des Risses bereits ihr Unwesen treiben. 
Außerdem zeichnet sich ab, dass sowohl Carnby selbst, als auch seine Vergangenheit und das mysteriöse Amulett, was ihm von einem sterbenden alten Mann übergeben wurde, mehr mit dem aufziehenden Bösen zu tun haben, als ihm lieb ist.


Völlig allein im Dunkel…

Mag der Beginn auch noch so spannend inszeniert sein und die Story Lust auf mehr machen, zeigt sich trotzdem sehr früh das wahre Gesicht des Spiels. Denn Alone in the Dark weist teils erhebliche Probleme bei Steuerung und Spielmechanik auf, die man sonst nur von ersten Spielen nach dem Wechsel von der 2D in die 3D Grafik, oder von Titeln die plötzlich aus verkaufsbedingten Gründen ganz schnell fertig werden mussten, kennt. Man kann permanent zwischen zwei Kameraperspektiven wählen, der Ego Perspektive und der Third Person. Beide sind allerdings alleine nicht spielbar, da in der Ego Perspektive oft die Übersicht für entscheidende Rätsel fehlt und der Nahkampf kaum funktioniert, in der Third Person Perspektive wiederum der Gebrauch von Pistole und manch anderen Gegenständen nicht möglich ist. Des Weiteren ist Carnby als Third Person sehr gewöhnungsbedürftig zu lenken und eine teils feste oder sehr steife Kamera sorgt zusätzlich für eine sehr frustrierende Steuerung.

Die nächsten großen Mankos sind die komplizierte, sperrige Menüführung und der Nahkampf. Eigentlich basieren beide Features auf durchaus interessanten Innovationen, die jedoch schlampig umgesetzt wurden. Hier sowie bei vielen weiteren Dingen im Spiel hätte etwas mehr 0815 wohl gut getan.

Der Nahkampf wird nicht wie gewöhnlich per Knopfdruck ausgetragen, sondern mit dem rechten Stick gelenkt. So muss man durch intelligente Stickbewegung erst einmal Schwung holen und dann beherzt zuschlagen. Schwierig dabei ist, dass auch während der heftigsten Action weiterhin ruhiges Ausholen und Schwingen erforderlich ist, da Carnby sonst nur unbeholfen umher wackelt und Garnichts trifft. Allerdings ist das Ganze auch wenn man es richtig macht sehr langsam und schwerfällig, sodass die schnell umherspringenden Gegner kaum zu treffen sind.

Ähnlich schwer zu handeln ist die Menüführung des Inventars. Ein zentraler Spielinhalt ist es, immer wieder auf verschiedene Gegenstände zurückzugreifen, diese zu kombinieren und entsprechend zur Gegnerbeseitigung oder zur Lösung eines Rätsels zu verwenden. Dazu greift Carnby in die animierte Jackentasche, wo er alles direkt am Körper mit sich trägt. Der Zugriff findet ohne Spielunterbrechung statt und auch die Lagerplätze sind entsprechend den an der Jackenwand befindlichen Vorrichtungen begrenzt, sodass auf den ersten Blick eine wirklich interessante neue Idee entsteht, die den Realismusgrad nach oben schraubt. Leider wurde auch hier wieder geschlammt, sodass die Benutzung dieses Inventars so sperrig und kompliziert ist, dass man im Eifer des Gefechts meist tot oder schwer verwundet ist, bis man die richtige Waffe gefunden hat.

Schließlich runden die viel zu schwammige und enorm frustrierende Steuerung der nicht zu seltenen Fahrzeugabschnitte sowie einige kleinere Fehler, den traurigen Gesamteindruck ab. Für völlig verzwickte Situationen schließlich, wurde eine Vorspulfunktion eingebaut, mit der man zum nächsten Abschnitt springt, dabei allerdings die gesamte Ausrüstung verliert und deshalb so auch nicht wirklich weiter kommt.


Ein Funkeln im Dunkel?

Die versaute Steuerung macht es auf den ersten Blick schwer, wirklich Gefallen an Alone in the Dark zu finden. Trotzdem hat auch dieses Spiel seine guten Seiten. Zuerst einmal sei hier erneut das hohe Maß an Innovation und Ideen angemerkt, was natürlich nicht nur schlecht umgesetzt wurde. Das Hauptaugenmerk des Spiels liegt keinesfalls nur auf beinharter Action und Zombie metzeln, sondern auch und vor allem auf kniffligen Rätseln und Denkaufgaben, die zudem noch meist auf viele verschiedene Arten zu lösen sind. Wer sich der Herausforderung stellt, sollte immer die Umgebung sowie das eigene Inventar im Blick haben und mit einer gehörigen Portion Kreativität und Gehirnschmalz ausgestattet sein, da das Spiel in dieser Hinsicht wirklich alle Register zieht, sehr viele teils lustige, teils einfach wunderbar logische Ideen umsetzt und dem Spieler Alles abverlangt. So kann es durchaus dazu kommen, dass das Lösen der Rätsel ein deutlich höheres Maß an Spielspaß hervorruft, als das Entsorgen der Zombiebevölkerung.

Aber auch dort kommt weiter, wer mitdenkt und schlau kombiniert. So kann man die Gegner, die sich nur durch Feuer endgültig vernichten lassen zwar aufwändig mit brennenden Gegenständen bearbeiten, viel einfacher jedoch auch zu Gasflasche und Feuerzeug greifen, etwas Spiritus über die Pistolenmunition gießen oder gleich einen ganzen Molotowcocktail wohlmöglich auch noch besonders gemein mit Haftfunktion per Klebeband auf die Zombies schleudern. Hier sind kreativen Ideen keine Grenzen gesetzt, sie sind im Gegenteil sogar erwünscht und werden mit Archievements belohnt. Und sogar beim anschließenden Heilen nach einem schweren Kampf wurde etwas Neues eingebaut, da es keine klassischen Medikits mehr gibt, sondern Heilspray und Verbände, mit denen entsprechende Wunden in einer eigenen Ansicht behandelt werden können. 

Ein weiterer großer Pluspunkt von Alone in the Dark ist die Grafik. Das Spiel glänzt mit teilweise wunderschönen gestochen scharfen Texturen, detailreichen Charaktermodellen und schaurig schönen Lichteffekten. Grafisch gesehen ist der Titel wirklich top und kann mit einigen großen Granaten mithalten.
Auch der Sound ist ein klar gelungenes Spielelement. Der eigens für das Spiel komponierte Soundtrack ist sogar separat im Handel zu kaufen und ein absolutes Brett. Die Sprachausgabe ist komplett in Deutsch und als solche ganz gut gelungen und lediglich die allgemeinen Soundeffekte lassen etwas zu wünschen übrig, sodass die Atmosphäre hier nicht perfekt unterstützt wird.


Fazit:

Alone in the Dark sieht toll aus, hört sich gut an und ist voll mit Ideen und vielen Möglichkeiten für ein individuelles Spielerlebnis. Die Story ist interessant und spannend erzählt und liefert immer neue Motivation, weiter zu machen. Leider spielt sich das Ganze miserabel und teils sehr frustrierend und wirkliche Gruselstimmung will aufgrund der Gesamtinszenierung auch nicht so richtig aufkommen. Allgemein ist das Spiel deshalb mit Sicherheit nicht der Top Titel, der es gerne wäre, aber auch bei weitem kein schlechter. Es muss vermutlich jeder ein Stück für sich selbst entscheiden, ob einem Steuerung und Spielmechanik, oder Grafik und Sound wichtiger sind. 

Fans der Serie, aber auch alle anderen Genre Liebhaber, die sich die Wartezeit auf die neuen Silent Hill und Resident Evil Teile verkürzen wollen, können getrost einen Blick riskieren.


Bewertung
Gameplay : 82% Sound : 85% Grafik : 88% Steuerung : 61% Multiplayer : -%
Gesamt-Bewertung


Erstellt am : 27.06.2008      Autor : Peter Johannes Drathen          © EVO-X.DE & XBLIVE.DE
GAME-FACTS
Publisher : Atari
Entwickler : Eden Games
Release : 19.06.2008

Genre : Survival
Player : 1
USK Einstufung

keine Jugendfreigabe
Homepage
alone in the Dark
Titel : Alone In The Dark: Near Death Investigation      Publisher : Atari      Release : 19.06.2008
Titel : Alone In The Dark: Near Death Investigation      Publisher : Atari      Release : 19.06.2008
Titel : Alone In The Dark: Near Death Investigation      Publisher : Atari      Release : 19.06.2008
Titel : Alone In The Dark: Near Death Investigation      Publisher : Atari      Release : 19.06.2008
Titel : Alone In The Dark: Near Death Investigation      Publisher : Atari      Release : 19.06.2008
Titel : Alone In The Dark: Near Death Investigation      Publisher : Atari      Release : 19.06.2008
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Titel : Alone In The Dark: Near Death Investigation      Publisher : Atari      Release : 19.06.2008
Titel : Alone In The Dark: Near Death Investigation      Publisher : Atari      Release : 19.06.2008
Titel : Alone In The Dark: Near Death Investigation      Publisher : Atari      Release : 19.06.2008
Titel : Alone In The Dark: Near Death Investigation      Publisher : Atari      Release : 19.06.2008
Titel : Alone In The Dark: Near Death Investigation      Publisher : Atari      Release : 19.06.2008
Titel : Alone In The Dark: Near Death Investigation      Publisher : Atari      Release : 19.06.2008
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