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Die häusliche Freizeitbeschäftigung eines jungen Menschen vor dem Kauf
der ersten Konsole ist zumeist das Spielen mit Lego Steinen. Für die
fließende Übergangsphase wurden die beliebten Steinchen virtuell zum
Leben erweckt und ermöglichen es nun, nach den erfolgreichen Star Wars
Vorgängern, auch die Abenteuer des wohl berühmtesten Archäologen
der Leinwandgeschichte auf ganz eigene Art und Weise nachzuspielen.
Mit lebendem LEGO eben...


Der Mann mit Hut und Peitsche...

Zur Geschichte von Henry Jones Junior, besser bekannt als Indiana Jones, gibt es hoffentlich nicht viele offene Fragen...und wenn doch, bekommt man diese gravierende Wissenslücke mit dem neuen "Lego Indiana Jones" bestens gestopft. Das Game führt in insgesamt 18 Levels durch alle wichtigen und actionreichen Passagen der ersten 3 Indiana Jones Filme und lässt den Spieler das Wirken des Hobby-Grabräubers mit viel Humor und liebevollen Zwischensequenzen aus dem Blickwinkel der Bauklötze noch einmal völlig neu erleben. Hierbei ist allerdings anzumerken, dass es sich keineswegs um ein reines Kinderspiel handelt. Erwachsene Fans der Filme werden ebenfalls ihre helle Freude haben und der perfekt abgestimmte originale Indiana Jones Soundtrack sorgt sowieso für wunderbares "Indy"-Feeling. Die einzige kleine Enttäuschung mag vielleicht die Tatsache sein, dass der neue und letzte Teil der Serie keinen Weg mehr ins Spiel gefunden hat, was aufgrund der fast identischen Release Daten einige Fans erwartet und erhofft hatten.


Ein Indianer kommt niemals allein...

Das Spiel beginnt im ersten Level mit dem anfänglichen Tempelabenteuer des ersten Indiana Jones Filmes. Nachdem die ersten Rätsel gelöst, die ersten Gegner beseitigt und die ersten Sprungeinlagen vollführt wurden, hat man die Wahl, ob man die Geschehnisse des Filmes weiterverfolgt oder sich zuerst einmal in die Universität zurückbegibt. Diese ist der zentrale Ausgangspunkt des Spiels, von dem aus man die Levels betritt und gesammelte Legomünzen gegen Belohnungen eintauscht. In den eigentlichen Levels schließlich stehen einem zumeist zwei bis drei spielbare Lego-Charaktere zur Verfügung, die im entsprechenden Storyverlauf nach Vorbild der Filme gerade eine Rolle spielen. Jeder der insgesamt 60 verschiedenen Charaktere hat spezielle Stärken und Schwächen, auf denen die meisten Rätsel des Spieles aufgebaut sind. Allgemein ist der neue Teil der Lego Serie rätsellastiger, als die Star Wars Vorgänger. Gesteuert wird das ganze dann per Knopfdruck, mit dem man zwischen den verschiedenen Figuren hin und her schaltet, um sich Stück für Stück vorzuarbeiten. Allerdings gibt es auch noch einen etwas schnelleren und sicher spaßigeren Weg das ganze zu bewältigen, nämlich indem mach sich einfach einen Freund und einen zweiten Controller hinzuholt und das Spiel zusammen durchspielt, was komplett in allen Levels möglich ist. Nachdem ein Abschnitt gemeistert ist, kann man ihn in einem freien Spielmodus noch ein weiteres Mal mit anderen Charakteren durchspielen, sofern man diese vorher durch den Eintausch von Legomünzen in der Universität freigeschaltet hat. Langzeitmotivation ist hier dadurch gewährleistet, dass bestimmte Gegenstände und Artefakte, die man wie die Münzen ebenfalls sammeln kann, nur durch spezielle Fähigkeiten von Charakteren erlangt, die beim ersten Spielen des Levels im Storymodus gar nicht zur Verfügung stehen.


Einfach Gebaut...

Wie bereits erwähnt funktionieren alle Level nach dem gleichen Grundprinzip. Es gibt Rätsel- Kampf- und Geschicklichkeitseinlagen. Die Rätsel, die den größten Spielanteil ausmachen sind im Allgemeinen recht einfach gestaltet und ohne großes Kopfzerbrechen zu meistern. Auch die Kampfeinlagen sind doch sehr im Stil eines gewaltfreien Kinderspieles gehalten und fallen weder durch hohen Schwierigkeitsgrad, noch durch großen Tiefgang in der Steuerung auf, da mit einem Knopf in 90% der Fälle jeglicher Gegner zu beseitigen ist. Der große spielerische Kritikpunkt ist in den Geschicklichkeitseinlagen zu finden. Eine fast komplett starre Kamera und ein benötigtes extrem gutes Timing bei den Sprüngen können für echte Frustausbrüche sorgen. Da ist es gut, dass man nicht sterben kann und es kein Game Over gibt, was den Spieler wieder an den Levelanfang schickt. Jeder Tod führt lediglich zum Verlust einer gewissen Menge gesammelter Münzen.


Lego Technik?

Die vielen abwechslungsreichen Areale und Schauplätze des Abenteuers sind insgesamt gut gelungen. Die Texturen der Legosteine und Figuren sehen fantastisch aus und auch die Bewegungs- und Interaktionsanimationen können sich sehen lassen. Zusätzlich wird das Auge mit schönen Effekten und Lichtspiegellungen verwöhnt. Die restliche umgebende Spielwelt, die nicht aus Legosteinen besteht ist zwar leider nur grafischer Durchschnitt, aber unterstreicht durch ihre Unauffälligkeit auch wiederum angenehm die Spielzeugsteine, wodurch sich ein gelungener grafischer Gesamteindruck ergibt.

Die Steuerung des Ganzen ist sehr simpel gehalten. Es gibt einen Knopf zum Springen, einen zum Prügeln, einen um zwischen den Charakteren hin und her zu schalten und einen um mit der Umgebung zu interagieren oder die speziellen Fähigkeiten der Charaktere zu benutzen. Wer hier also besonderen Tiefgang und irgendwelche hochtrabenden Sprung- oder Kampfkombinationen erwartet, ist fehl am Platz. Trotzdem ist die Steuerung nicht schlecht, da sie bis auf die schwachen Geschicklichkeitseinlagen, wo allerdings auch die Kamera noch ein gutes Stück dazu beträgt, gut umgesetzt ist und einwandfrei funktioniert. Zudem hat man zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, die Charaktere aufgrund fehlender Steuerungselemente nicht ausreichend unter Kontrolle zu haben. Die zur Verfügung gestellte Steuerung ist einfach, aber völlig ausreichend um das Spiel zufrieden und erfolgreich zu meistern.

Zu guter letzt bleibt noch der hervorragende Sound zu nennen, mit dem das Spiel wirklich punktet. Es gibt zwar legotypisch keine Sprachausgabe, die aufgrund der grandiosen Mimik der Figuren allerdings nicht nötig ist und auch die sonstigen Soundeffekte reißen keine Bäume aus, aber der überragend und immer passend eingespielte Soundtrack, lässt eine Indianer Jones Spielatmosphäre vom allerfeinsten aufkommen und das ist schließlich die Hauptaufgabe des Sounds.


Fazit:

Sicherlich reden wir bei diesem Spiel über Lego, sicherlich auch über ein einfaches Spielprinzip ohne große Innovationen oder Tiefgang. Aber wir reden auch und vor allem über eine in allen wichtigen Punkten größtenteils erfolgreiche Umsetzung und Fusion zweier großer Lizenzen der Unterhaltungsbranche, bei der sich die Entwickler mit Sicherheit an eine Menge Vorgaben und Regeln halten mussten und dennoch wirklich gute Arbeit geleistet haben. Dieses Spiel ist für Lego-Fans ein Muss, für Indiana Jones Fans ein Muss und für alle Anderen auch immernoch ein gelungenes Action Adventure und allemal einen Blick wert.


Bewertung
Gameplay : 82% Sound : 88% Grafik : 85% Steuerung : 80% Multiplayer : -%
Gesamt-Bewertung


Erstellt am : 11.07.2008      Autor : Peter Johannes Drathen          © EVO-X.DE & XBLIVE.DE
GAME-FACTS
Publisher : Lucas Arts
Entwickler : Traveller's Tales
Release : 05.06.2008

Genre : Action Adventure
Player : 1-2
USK Einstufung

ab 6 Jahre
Homepage
lucasarts.com/games/indianajones/
Titel : Lego Indiana Jones      Publisher : Lucas Arts      Release : 05.06.2008
Titel : Lego Indiana Jones      Publisher : Lucas Arts      Release : 05.06.2008
Titel : Lego Indiana Jones      Publisher : Lucas Arts      Release : 05.06.2008
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