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Wanted: Dead or Alive Wenn auf dem Cover kein „Oddworld“ stehen würde, könnte man glatt meinen, dass es sich hier um ein eigenständiges Spiel handelt. Nicht nur, dass man nicht mehr Munch und/oder Abe spielt, sondern nun in die Rolle des Kopfgeldjägers Stranger schlüpft, auch die Umgebung hat sich verändert. Das Ganze ist jetzt in einem schicken Westernlook gehalten, wirkt unglaublich atmosphärisch und enthält mal wieder den typischen und urkomischen Oddworld-Humor. Die größten Änderungen sind allerdings im Gameplay vorzufinden. Im Vorgänger Munch Odysee legten die Entwickler den Schwerpunkt auf Taktik/Strategie. Hier hingegen geht es etwas actionlastiger zur Sache, aber auch Adventure-Elemente sind noch vorhanden. Die Mischung aus Action-Adventure und First-Person-Shooter ist, wie versprochen, unglaublich gut gelungen. Der perfekte Mix! Kommen wir zum Spielprinzip. Ihr müsst in der Kopfgeldstube verschiedene Aufträge annehmen. Diese haben im Grunde genommen immer dasselbe Ziel: bestimmte Ganoven (und deren Gefolgsleute), am besten lebendig, einsacken und diesen hinter Gitter bringen. Hier wäre es ratsam nicht nur wie ein Irrer draufloszuballern, sondern auch etwas taktischer vorzugehen. Zum Beispiel sich im Gebüsch verstecken und sich langsam heranschleichen. Wenn ihr dann die Mission erfolgreich erfüllt habt, und die Ganoven im Knast sitzen, werdet ihr mit reichlich Kohle belohnt, die ihr im Verlaufe des Games auch mehr oder minder sinnvoll einsetzen könnt. Hier wären wir auch bei den seltenen Mankos: Denn immer dieselben Missionsziele zu bestreiten, wird auf die Dauer schon recht eintönig, und auch bei den Gegner wurde wenig Vielfalt geboten. Dafür sind die Levels sehr abwechslungsreich und mit Liebe gestaltet, so dass trotz der zuvor genannten Mankos keine Langeweile aufkommt. Zudem erwartet den Spieler eine überraschende Wendung was die Action betrifft, aber ich will nicht zuviel verraten. Nach bestimmten Checkpoints wird übrigens automatisch abgespeichert. Die Spieldauer beträgt 10-15 Stunden, je nach Erfahrung. Auch hier hätte ich mir etwas mehr gewünscht.
"Entschuldigen sie, ich hätte gerne 50 Arschbackenhörnschen!" Die Gegner könnt ihr entweder mit einem kräftigen Schlag oder mit Einsatz der Armbrust beseitigen, besser gesagt für kurze Zeit aus dem Weg räumen. Nur mit einer Armbrust bewaffnet? Das mag zwar sehr minimalistisch klingen, ist es aber nicht. Denn dafür ist eure Munition umso umfangreicher (und lebendiger ;-)). So könnt ihr mit den nervenden Arschbackenhörchen eure Gegner anlocken, mit den übel riechenden Skunks diese zum übergeben bringen, oder sie einfach nur mit Hilfe der Bolamiten für kurze Zeit einweben. Danach könnt ihr die Ganoven ganz lässig einsacken und zur Kopfgeldstube bringen. Eure Munition müsst ihr euch übrigens selbst jagen, das klingt schwieriger als es tatsächlich ist. Denn eigentlich stellt das kein großes Hindernis dar, einfach mit den elektrisch geladenen Käfern (eure Standardmunition, die ihr immer zur Verfügung habt) auf die niedlichen Tierchen schießen, dieses dann einsammeln, und fertig. Die Faulen unter euch können sich aber auch die Munition im Tante-Emma-Laden in der Stadt kaufen. Dort gibt auch noch nützliche Gegenstände, wie ein Schlagring oder ein Fernglas, oder gar Upgrades, die eure Nachladegeschwindigkeit oder eure Ausdauer verbessern.
1st oder 3rd-Personperspektive? Ihr habt die Wahl! Wie bereits weiter oben erwähnt, handelt es sich hier um einen Genre-Mix. So spielt ihr das Spiel aus zwei Perspektiven. Entweder aus der Third-Person, also hinter eurer Figur oder aus der Egosicht. Ihr könnt euch allerdings nicht auf eine festlegen, sondern seid gezwungen ,ständig zu wechseln. Die Egoperspektive wird beim Verwenden der Armbrust (also im Kampf) eingesetzt, und die Third-Person beispielsweise beim Einsacken der Gegner. Das mag zwar unübersichtlich klingen, ist aber wirklich prima umgesetzt. Das steuert sich auch herrlich, so wie man es von einem solchen Spiel erwartet. Auch Einsteiger werden hier keinerlei Probleme haben, absolut einsteigerfreundlich. Da haben die Entwickler wirklich etwas ganz Großes fabriziert!
Die herrlich skurrile Oddworld-Optik! Oddworld Strangers Vergeltung gehört zu jener Art von Spielen, die von ihrer Atmosphäre leben. Für eine solche benötigt man auch die entsprechende Grafik. Das wussten die Entwickler auch und haben deshalb eine wunderschöne Engine auf die Beine gestellt, die zu keinem Zeitpunkt ruckelt und mit einer unglaublichen Weitsicht brilliert. Egal ob Außenlevel, Stadt oder Höhle, hier sieht einfach alles fabelhaft aus! Von den Animationen der Charaktere ganz zu schweigen! Kaum ein Spiel dieses Genre hat eine solch gute Grafik zu bieten. Respekt, referenzverdächtig!
Spiel mir das Lied vom Tod Was braucht ein ordentliches Westerngame? Genau! Einen passenden Soundtrack. Und dieser hat es wirklich in sich. Das Ohr des Spielers wird mit tollen Gitarrensounds verwöhnt, wodurch die Stimmung noch mal um ein Vielfaches verbessert wird. Die Synchronisation ist auch ausgesprochen gut gelungen und bringt die unzähligen Witze sehr gut rüber. Natürlich könnt ihr auch zum englischen Originalton rüberwechseln. Dieser bringt die Atmosphäre dank des „Südstaatenenglisch“ noch besser rüber, ist allerdings sehr schwer zu verstehen da man nicht einmal Untertitel einschalten kann. Aber wie gesagt, die deutsche Synchro macht ihre Sache auch sehr gut, kann man sich geben. Auch und nur so nebenbei: der 5.1 Sound ist auch ein Genuss. Ein Granatensound, der vor allem im späteren Spielverlauf richtig reinhaut.
Endlich hat das lange Warten ein Ende! Ich muss zugeben, dass ich meine Zweifel hatte, ob Oddworld Strangers Vergeltung mit seinen Vorgängern kann, aber ich wurde eines Besseren belehrt. Selten habe ich ein so lustiges und atmosphärisches Spiel auf der XBOX gezockt! Da sehe ich auch gerne über die nicht ganz abwechslungsreichen Missionen hinweg und bestaune die geniale Grafik. Wer schon immer mal eine Mischung aus Action-Adventure und First-Person-Shooter zocken wollte, ist hier genau richtig. Fans der Reihe oder Anhänger des Italowestern müssen sich dieses Spiel sowieso kaufen!
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