Die Welt wird von einer gemeinen Ogerarmee, Kobolden, Trollen und
vielen anderen schattenhaften Monstern bedroht und doch ahnt Niemand
etwas, denn die Gefahr lauert in einem bislang noch ungekannten
Paralleluniversum, welches sich nur drei jungen Geschwistern per Zufall
eröffnet. Wird es den Kindern gelingen, die Welt vor dem Bösen zu
retten? Diese Entscheidung liegt nun wieder einmal in den Händen der
Gamer.
Zeig mir den Film, ich mach dir das Spiel
Die Story des Spiels "Die Geheimnisse der Spiderwicks" ist schnell
erzählt, denn sie hält sich ziemlich genau an die Filmvorlage und
dürfte Fans und potenziellen Spielinteressenten sowieso geläufig sein.
Die drei Geschwister Spiderwick ziehen mit ihrer Familie in das alte
Haus ihres Urgroßvaters und finden dort ein geheimnisvolles Buch, was
ihnen Zugang in eine parallele Fantasiewelt gewährt und sie mit
allerlei magischen Wesen konfrontiert, die ihnen teils freundlich, aber
auch teils feindlich gesinnt sind. Vor allem die Oger unter der Führung
ihres Häuptlings Mulgarath stellen eine ernsthafte Bedrohung für die
Kinder dar und setzen alles daran, ihnen das geheimnisvolle Buch wieder
zu entreißen, um mit dessen Hilfe die Weltherrschaft zu erringen.
Familienfreundliches Actionadventure
"Die Geheimnisse der Spiderwicks" sind das ultimative
Geburtstagsgeschenk für den kleinen Bruder oder das perfekte Mittel der
Familie klar zu machen, dass Videospiele keineswegs immer brutal und
blutrünstig sein müssen. Dieses Spiel ist ganz klar auf die Zielgruppe
der jüngeren Spieler abgestimmt. Es ist ein simpel aufgebauter Genre
Mix aus Jump'n'Run, Point and Click und Actioneinlagen. Hierbei sind
die Rätsel oft sehr einfach und meist im Aufgabenbuch schon vorab
gelöst, die Jump'n'Run-Aktionen fordern nur ein geringes Maß an
Geschicklichkeit und auch die Kämpfe sind selbst auf dem höchsten der
drei Schwierigkeitsgrade keine unüberwindbare Herausforderung.
Man
kommt also recht zügig im Spiel voran und spielt sich im Verlauf mit
den drei spielbaren Geschwistern und ihrem Hauskobold, die allesamt
verschiedene Fähigkeiten haben, durch das Anwesen der Spiderwicks und
die umliegenden Wälder, feuert mit Stecknadeln auf Insekten, rückt
Ogern mit dem Baseballschläger zuleibe und sammelt gute Feen, um
spezielle Fähigkeiten zu erlernen. Hierbei glänzt das Spiel mit einem
soliden Maß an Abwechslung und einer einfachen und leicht erlernbaren
Steuerung, schwächelt allerdings wie so viele Lizenztitel an wirklichem
Tiefgang und hangelt sich schlicht an der Handlung des Films entlang.
Erfolge im Spiel werden mit zahlreichen Filmsequenzen aus dem Original
belohnt.
Familienfreundliche Langeweile
Man sollte mit dem Spiel "Die Geheimnisse der Spiderwicks" sicherlich
nicht zu hart ins Gericht gehen. Es ist ein lieb gemeintes Spiel für
jüngere Spieler und Fans des Films und der vorrausgegangenen
Bücherreihe und mag für diese Zielgruppe auch durchaus angemessene
Unterhaltung bieten sowie die Wartezeit, bis der Film auf DVD
erhältlich ist, verkürzen.
Trotzdem darf man nicht vergessen, dass es sich bei diesem Spiel um
eine Umsetzung für eine Next-Generation-Konsole handelt und nicht um
eine für die PSOne und auch jüngere Spieler, denen so etwas vielleicht
noch egal ist, nicht veralbert werden sollten. Die Grafik mag
vielleicht den Stil einer bunten Fantasiewelt treffen, ist aber für
Xbox 360 Verhältnisse von der Qualität her eine absolute Frechheit. Der
Steuerung geht dazu selbst, wenn man energisch sucht, jeglicher
Tiefgang völlig ab und der typische Kinderspiellizenz-Soundtrack lockt
auch niemanden mehr hinter dem Ofen hervor. Außerdem ist es äußerst
komisch, dass ein vermeintliches Kinderspiel wie dieses eine USK
Freigabe ab 12 erhalten hat und somit offiziell aufgrund der teils
etwas düsteren Passagen des Spiels die eigentliche Zielgruppe der
jungen Spieler bereits verfehlt.
Fazit:
Wenn man einmal von der marktwirtschaftlichen Zielgruppe dieses Spiels
absieht und es nach althergebrachten Computerspiel-Bewertungsstandards
untersucht, muss man einfach feststellen, dass "Die Geheimnisse der
Spiderwicks" besser auf der Leinwand geblieben wären. Die Grafik ist
der Konsole unwürdig, der Sound ist langweilig, die Steuerung viel zu
oberflächlich und das ganze Spiel ist ideenlos und zu linear. Kurzum
ist "Die Geheimnisse der Spiderwicks" ein weiteres grandioses Beispiel
für dreist zusammengeklaute, schlecht umgesetzte und mit einer
Filmlizenz zugekleisterte Spiele, die die Händlertheke besser nie
verlassen sollten.
Bewertung
Gameplay : 55%
Sound : 65%
Grafik : 55%
Steuerung : 60%
Multiplayer : -%
Gesamt-Bewertung
Kommentar des Redakteurs
Mein Gott, dieses Spiel, dessen Namen ich nicht mehr bereit bin, noch
ein weiteres Mal zu tippen, ist aus meiner Sicht eine bodenlose
Frechheit. Ich musste mich teilweise wirklich quälen es zu testen, da
die dummen gereimten Sprüche und die kindische Sprachausgabe kurz davor
waren, mich in den Wahnsinn zu treiben. Zudem glänzt das Spiel mit
einer unglaublichen Langeweile und Einfachheit, die lediglich durch den
verwirrenden Levelaufbau und die Sinnlosigkeit mancher Rätsel etwas
eingeschränkt werden. Ich kann jedenfalls nur jedem wärmstens ans Herz
legen, dieses Spiel nicht zu kaufen, weder für sich selbst, noch für
irgendwelche Kinder, denn auch diese haben ein gewisses Maß an Qualität
verdient. Wer wirklich kindgerechte Videospielunterhaltung sucht,
sollte sich bei Nintendo umschauen.