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Das Frühstück in Paris, mittags eine kleine Spritztour durch New York und am Abend ein wenig Sonnenbaden auf der Sphinx ? Für Jumper ist das alles kein Problem und mit dem passenden Spiel zum neuen Actionfilm kann jetzt jeder dieses Gefühl der Freiheit zumindest virtuell nachempfinden.


Etikettenschwindel oder Backgroundstory?
Das Spiel Jumper Griffin´s Story ist zwar das offizielle Lizenzspiel zum Film, wer jetzt allerdings erwartet hat, mit dem virtuellen Konterfei von Hayden Christensen die Haupthandlung des Filmes nachspielen zu können, wird enttäuscht. Wie der Titel schon sagt, erzählt das Spiel die Geschichte eines anderen Jumpers, die des exzentrischen Griffin, der im Film mehr oder weniger den Waffenmeister und Ausbilder des Hauptcharakters gibt. Dieser hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle Paladine dieser Welt ausfindig zu machen und zu töten, um so Rache für die Ermordung seiner Eltern zu nehmen, welche von eben jenen Übeltätern getötet wurden. Die Paladine sind eine mehr oder weniger offizielle Polizeiorganisation, die im Namen der Religion Jagd auf alle Jumper macht, weil aus ihrem Selbstverständnis heraus nur Gott so viel Macht haben darf, sich jederzeit an jeden Ort der Welt teleportieren zu können.

Rundenbasiertes Prügelspiel?
Das grundlegende Spielprinzip von Jumper ist relativ simpel. Die linearen Level sind in mehrere Räume eingeteilt, in denen eine gewisse Anzahl an Gegnern auf den mutigen Jumper warten. Dann schließt sich die Tür und die muntere Rauferei kann beginnen. Mit einer Schlagwaffe ausgerüstet und der Nutzung seiner Teleportfähigkeiten macht er sich per Knopfdruck von allen Seiten über die armen Paladine her, die ihrerseits mit Elektroschockern und bloßen Fäusten dagegenhalten. Leider verkommt das zuerst innovativ wirkende Kampfsystem später zu einer recht ungenauen Reaktionsabfrage und Knopfkombinationsübung. Unter den Füßen eures anvisierten Gegners erscheint ein Kreis, der in vier Zonen unterteilt ist. Dies sind die möglichen Angriffszonen, von denen aus Griffin zuschlagen kann. Jede der Zonen entspricht hierbei einem der vier farbigen Knöpfe auf dem Xbox Controller. Nun gibt es rot leuchtende, grün leuchtende und graue Zonen. Die grauen Zonen lassen einen Angriff von der entsprechenden Seite zu, die grünen geben sogar Bonusenergie, mit der man bei voller Energieleiste einen Spezialschlag absolvieren kann und die roten Zonen markieren die Seiten, auf denen keine erfolgreichen Angriffe möglich sind, weil die Gegner diese blocken und den Jumper zurückwerfen.

Liegen schließlich nach der einen oder anderen Knopfcombo alle Paladine erledigt auf dem Boden öffnet sich die Türe wieder und der Jumper stolpert in den nächsten Raum. Unterwegs werden noch schnell durch Darüberlaufen ein paar Items eingesammelt, die entweder eure Lebensenergie auffüllen, eure Angriffe verstärken oder neue Spezialangriffe lehren. Diese sind in sofern interessant, dass man für erfolgreiche Prügelcombos mit vorgefertigten Ränderszenen belohnt wird, in denen sich Griffin mit dem vermöbelten Paladin an ungemütliche Orte teleportiert um ihn dort sterben zu lassen. Diese wiederholen sich allerdings sehr oft und werden dadurch leider schnell zur Spielflussbremse. Wenn schließlich der letzte Raum des entsprechenden Levels erreicht ist, wartet der ordnungsgemäße Endgegner noch auf seine Abreibung und die Mission ist geschafft. Die Endgegner unterscheiden sich leider nur in ihrer Zähigkeit und der höheren Schwierigkeit, sie überhaupt zu treffen, aus. Mit den gelegentlich auftretenden kleineren Rätseln, die oft durch simples Ausprobieren zu lösen sind und eigentlich alle über die Teleportfähigkeit des Jumpers funktionieren, sind dann auch alle spielerischen Möglichkeiten des Spiels dargelegt.

Würdiges Action Adventure oder billiger Lizenzabklatsch?
Von der Grafik her reißt Jumper keine Bäume aus. Gelegentlich schöne Texturen und die ein oder andere stimmige Inszenierung können nicht darüber hinwegtäuschen, dass bei den heutigen Möglichkeiten der Next Generation Konsolen deutlich mehr möglich gewesen wäre. Besonders enttäuschend war die Charakteranimation, die so daneben ist, dass man immer wenn man die Spielfigur durch die Level steuert, das Gefühl hat, dass der gute Griffin vor seinem Kreuzzug wider den Paladinen etwas zu tief ins Glas geschaut hat. Dabei macht die oft recht widerspenstige Kamera und die allgemein leicht schwammige Steuerung das Leben des Jumpers nicht leichter. Die einzig wirklich positive Überraschung des Spiels war der Sound, der mit durchaus passenden Melodien und Kampfgeräuschen den Ausgrabungsstätten und Tempelanlagen, die Griffin auf seiner Paladinjagd durchstreift, wenigstens ein bisschen von der Atmosphäre zu geben vermag, welche die Grafik nicht herstellen kann. Der Storyverlauf zwischen den Leveln wird mit Comicbildern weitergeführt, was sicherlich Geschmackssache ist und dem ein oder anderen gefallen mag und von den Synchronsprechern der Charaktere ist es zumindest gelungen für den mit dem des Filmes übereinstimmenden Oberpaladin die deutsche Originalstimme von Samuel L. Jackson zu engagieren.

Fazit
Alles in allem muss man leider feststellen, dass Jumper Griffin´s Story kein gutes Spiel ist. Die Idee, die Lizenz dafür zu nutzen eine weitere neben dem Hauptfilm verlaufende Story zu erzählen ist sicherlich keine schlechte und auch das Kampfsystem und die netten Rändersequenzen sind in ihren Grundideen nicht falsch. Allerdings wirkt das Ganze nicht fertig gedacht und wirkt schnell sehr eintönig und langweilig. Mäßige Grafik und ungenaue Steuerung geben nun noch ihr Übriges dazu und ergeben ein Spielerlebnis, was auch durch den teilweise gelungenen Sound nicht mehr aus dem Mittelmaß herauszuholen ist. Im Endeffekt sollte dieses Spiel also grundsätzlich dort liegen gelassen werden, wo es sich befindet, nämlich in den Verkaufsregalen der Händler und auch überzeugte Paladinjäger und Jumpersympathisanten sollten sich die Anschaffung überlegen, bevor sie nicht nachher enttäuscht sind.


Bewertung
Gameplay : 65% Sound : 80% Grafik : 65% Steuerung : 65% Multiplayer : -%
Gesamt-Bewertung


Erstellt am : 13.03.2008      Autor : Peter Drathen          © EVO-X.DE & XBLIVE.DE
GAME-FACTS
Publisher : Eidos
Entwickler : Red Tribe
Release : 12.03.2008

Genre : Action
Player : 1
USK Einstufung

ab 16 Jahre
Homepage
jumpermoviegame.com
Titel : Jumper - Griffin's Story      Publisher : Eidos      Release : 12.03.2008
Titel : Jumper - Griffin's Story      Publisher : Eidos      Release : 12.03.2008
Titel : Jumper - Griffin's Story      Publisher : Eidos      Release : 12.03.2008
Titel : Jumper - Griffin's Story      Publisher : Eidos      Release : 12.03.2008
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