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Denke ich heute an meine Kindertage zurück, fällt mir beim Thema Wikinger nur diese niedliche Kinderserie "Wiki und die Wikinger" ein. Gleichzeitig habe ich dann noch diese eindringliche Titelmelodie im Ohr, die einen den ganzen lieben Tag dann nicht mehr aus dem Sinn geht "Hey hey Wiki, hey Wiki hey ...".

Im krassen Gegensatz dazu zeigt dieses mythische Epos aus dem Hause Sega nun wahrhaftig nichts Niedliches, sondern stellt bei diesem Volk eher das Martialische in den Vordergrund. Genau aus diesem Grunde wird dieses Machwerk auch offiziell nie die germanischen Grenzen überschreiten ... 


Zur Story...
Unter den nordischen Göttern herrscht ein erbitterter Kampf. Die Göttin Hel wurde verbannt, weil sie sich Odin dem Herrn von Asgard widersetzte. Verärgert über ihr Los versammelt Hel nun eine Armee wieder auferstandener Wikingerkrieger um sich, die die gesamte Menschheit in Midgard, dem Reich der Sterblichen auslöschen soll.

Ihr Ziel ist es den apokalyptischen Kampf Ragnarok heraufzubeschwören, bei dem Asgard und die Götter selbst vernichtet werden. Skarin ein hoffnungsvoller, aber mit Makeln behafteter junger Krieger muss Hel aufhalten und die Menschheit retten. Warum ihm die Götter gnädig sind, weiß er jedoch nicht...

Ihr seid also Skarin, der sich unter dem Schutz der Götter nun aufmacht, die grosse Schlacht vorzubereiten. Und dieses Unterfangen ist nun wirklich nicht einfach zu bewerkstelligen, da eure Armee zu einem grossen Teil von den dunklen Hel Kriegern verstreut über die ganze Welt festgehalten wird.

Euer Protagonist Skarin ist zwar stark, stärker als jeder Gegner, doch wenn Heerscharen von Wikingerzombies auf ihn einschlagen, wird auch er irgendwann unterlegen sein. Eure primäre Aufgabe heisst also, befreie deine Waffenbrüder, um mit der neu erstarkten Wikinger Armee dem Bösen in Schlachten, epischen Ausmaßes die Stirn bieten zu können.

Ausgerüstet mit Axt und Schwert macht ihr euch nun auf die Reise, kleine Quests zu absolvieren und dabei eure Kumpanen zu befreien. Während dieser Odyssee sammelt ihr verstreut über die Areale versteckte Items auf, die entweder Teil des zu absolvierenden Quest (Aufgabe) sind oder die ihr an verschiedenen Orten wieder zu Geld bzw. Gold eintauschen könnt. Dieses Feature solltet ihr nicht vernachlässigen, denn nur so habt ihr die Möglichkeit, euer Inventar & Waffen im Heimatdorf entsprechend aufzuwerten.

Ihr seid zwar bereits ein grosser Krieger, aber Kraft alleine bringt euch auch nicht weiter. Im Verlaufe der Geschichte werdet ihr in den verschiedenen Duellarenen der drei Welten eure Fähigkeiten in der Kampfeskunst stark erweitern. Macht ihr davon keinen Gebrauch, so ist eure Aufgabe nicht zu bewältigen.

Immer, wenn eure Armee eine gewisse Stärke wieder erreicht hat, wird auf eurer Karte angezeigt, dass ihr nun mit euren Brüdern in eine grosse Schlacht ziehen könnt, um Stück für Stück eure unterjochte Welt wieder zu kontrollieren. Dabei helfen euch nicht nur irdische Krieger, sondern ebenfalls mythische Drachenwesen, die ihr mittels eingesammelten und erstrittenen Items befehligen könnt.

Die Darstellung dieses Szenarios ist den Entwicklern wirklich gelungen. Die Welt um Midgard ist in den drei weiträumigen Arealen detail- und abwechslungsreich dargestellt. Während der Stil ein wenig mit dem von Fable, also "fantasy like" zu beschreiben ist, erinnert die Darstellung der Kämpfe mehr an "Dead Rising". Die Kampfszenen werden dermaßen überzogen brutal dargestellt, dass das Abscheuliche schon wieder ins Lächerliche gezogen wird. Besonders "Gore"-haltige Szenen werden zudem noch in Slow Motion wiedergegeben, so dass man ganz in Ruhe die Einzelteile der Gegner durchnummerieren kann.

Wegen dieser Art der Darstellung hat sich Sega wohl gegen eine offizielle Veröffentlichung in Deutschland ausgesprochen. Man ist sich wohl darüber im Klaren, das dieses Machwerk ungekürzt die Hürden der USK nicht passiert hätte. Würde man aber die übertriebenen Gewaltszenen entfernen, würde dem Spiel gleichzeitig die Atmosphäre geraubt, so dass es eigentlich nicht mehr vermarktungswürdig wäre. Denn diese Kämpfe formen den eigentlichen Charakter dieses Games. Ohne fliegende Körperteile und übertriebene Blutdarstellungen geht die Wirkung des Spiels den Bach runter. Wirkliche Spieltiefe mit kniffligen Aufgaben wir man hier vergebens suchen.

Zur audio-technischen Umsetzung gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, ausser das sie passt. Ab und an hängt der Sound etwas hinterher, weil Zwischensequenzen eingespielt werden, aber das ist nicht weiter dramatisch.

Die Steuerung eures Helden ist relativ simpel gehalten, Combos sind leicht zu erlernen und sehr wirkungsvoll einzusetzen. Die Jump & Run Einlagen halten sich im Spiel in Grenzen, im Prinzip weiss euer Wikinger immer welche Aktion er wann durchzuführen hat. Der Schwierigkeitsgrad normal ist eher als einfach zu werten.

Die KI eurer Gegner ist nicht "Einsteinmässig", aber durchaus vertretbar. Sie reagieren, wenn ihr euch nicht ruhig verhaltet, oder holen sogar mit dem Horn Verstärkung. Ab einer kritischen Masse von 20 Gegnern, wird es dann schnell eng für einen. Wegrennen ist schwierig, weil die Gegner in der Regel schneller unterwegs sind und gnadenlos auf euer Hinterstes eindreschen.

Ein Multi bzw. Online Part fehlt bei dem Spiel komplett, doch da die Welten sehr umfangreich sind, ist zumindest für ca. 12 - 15 Stunden Spielspaß gesorgt.

Fazit:
Alles in Allem mag die Story, sowie auch der Spielverlauf sehr simpel und eintönig wirken, doch ich muss gestehen das mich dieses Spiel trotzdem gefesselt hat. Die Entwickler scheinen genau den richtigen Mix gefunden zu haben, der einen dazu veranlasst immer weiter zu spielen. Spaß macht das Spiel auf jeden Fall und deswegen kann ich es auch jedem nicht minderjährigen Gamer empfehlen.

Gleichzeitig muss ich aber auch zugeben, dass dieses Machwerk in den Händen von Minderjährigen nichts zu suchen hat. Die Gore Effekte sind zu sehr in den Vordergrund gehoben, wenn auch gleich die übertriebene Darstellungsweise nicht real rüberkommt. Es driftet klar ins Lächerliche ab und hinterlässt keine Eindrücke des Schreckens.


Bewertung
Gameplay : 90% Sound : 75% Grafik : 90% Steuerung : 85% Multiplayer : -%
Gesamt-Bewertung


Kommentar des Redakteurs
Mir ist vollkommen klar das dieses Machwerk, die alt-bekannten Diskussionen über Darstellung von Gewalt in Spielen wieder neu entfacht. Gerade diese Art von Spiel übt eine magische Anziehungskraft auf jene aus, für die es nicht geschaffen wurde. Doch dieses Game in kastrierter Form wird nicht funktionieren! 

Schade eigentlich, aber so ist es nun mal. Mal schauen wie lange es dauert bis Viking indiziert wird.

Nachtrag: Das Spiel hat nun auch in Deutschland eine Einstufung "Keine Jugendfreigabe" durch die USK erhalten. Die deutsche Version kommt ungekürzt in den Handel.
Erstellt am : 22.03.2008      Autor : Oliver Hennig          © EVO-X.DE & XBLIVE.DE
GAME-FACTS
Publisher : SEGA
Entwickler : Creative Assembley
Release : 20.03.2008

Genre : Action Adventure
Player : 1
USK Einstufung

keine Jugendfreigabe
Homepage
sega-europe.com
Titel : Viking - Battle for Asgard      Publisher : SEGA      Release : 20.03.2008
Titel : Viking - Battle for Asgard      Publisher : SEGA      Release : 20.03.2008
Titel : Viking - Battle for Asgard      Publisher : SEGA      Release : 20.03.2008
Titel : Viking - Battle for Asgard      Publisher : SEGA      Release : 20.03.2008
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Titel : Viking - Battle for Asgard      Publisher : SEGA      Release : 20.03.2008
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