Was war das schleppen früher immer anstrengend: Schwere Riesenrechner,
Röhrenmonitore... Und all das nur, um eines dieser Spiele nächtelang
auf Netzwerkpartys zu spielen: Counter-Strike, Battlefield, Command
& Conquer und vor allen Dingen Unreal Tournament! Stundenlang auf
den gleichen Maps, gegen die gleichen Gegner, mit den gleichen Waffen.
Heute ist das alles etwas einfacher: Midway schickt mit Unreal
Tournament 3 den dritten Teil der erfolgreichen Multiplayer-Serie ins
Rennen – und zwar nicht nur für aktuelle Hochleistungsrechner, sondern
auch für Sonys aktuelle Wunderkiste.
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An die Waffen!
Der Titel alleine impliziert bereits, dass es sich auf keinen Fall um
ein Spiel handelt, an das man hohe Solo-Spieler-Ansprüche stellen
sollte: Es gibt einen Modus der mit Kampagne betitelt wurde und es gibt
auch den Hauch einer Story rund um den Charakter Reaper, der sich mit
seiner Schwester Jester der Alien Invasion der Necris zur Wehr setzt.
Aber eigentlich ist die gesamte Geschichte des Spiels keine Erwähnung
wert. Es gibt auch keine linearen Levels, sondern der
Single-Player-Modus ähnelt eher dem normalen Spielen gegen Bots in den
Arenen. Positiv ist allerdings, dass man diese Kampagne auch Online mit
bis zu vier Spielern meistern kann. Die KI der Bots wird von Match zu
Match stärker und ist in den höheren Levels beeindruckend.
Let’s go online
Dieses Spiel wurde definitiv für den Online-Modus geschaffen. UT3 hat
auch auf der Playstation vollen Maus- und Tastatursupport, was all die
jenigen erfreuen wird, die mit der Ego-Shooter-Steuerung an
Konsolencontrollern nicht so richtig warm werden. Nervig ist
allerdings, dass man für das Zappen durch die Menüs trotz allem immer
ein Gamepad zur Hand haben muss, die Escape-Taste funktioniert einfacht
nicht so wie sie soll. Für alle Pad-Fans gibt es aber eine Entwarnung:
Als Host kann man einstellen, ob die Tastatur-Maus-Kombo erlaubt ist.
Für alle Couchpotatos bleibt das Online-Spiel also fair! Server finden
sowohl Pad als auch Tastatur-Spieler online en mass in allen Modi:
Deathmatch, Team Deathmatch, Capture the Flag und der neuartige Warfare
Modus. Während die Meisten davon alte Bekannte sind, ist der Warfare
Modus eine Neuentwicklung: Jedes Team hat einen Reaktor der zerstört
werden muss. Dieser hat aber einen Schutzschild, der zuvor durch das
deaktivieren von Energie-Knotenpunkten zerstört werden muss. Die
Knotenpunkte können entweder mit Hilfe von Energiekugeln zerstört
werden, oder aber langwierig in dem man sich an einem der Punkte
positioniert. Neben den bereits aus UT 2004 bekannten Fahrzeugen gibt
es hier auch das neue Hoverboard, auf dem sich jeder Spieler schneller
als zu Fuß bewegen kann. Das ist auf den teilweise großen von den über
40 Maps enorm wichtig, da man sich sonst sprichwörtlich einen Wolf
läuft. In Sachen Vehikeln hat der Spieler die Qual der Wahl: Man kann
mit Mech-artigen Dreibeinern durch die Gegend laufen, kann aber auch
auf klassische Waffensystem wie zum Beispiel Panzer zurückgreifen.
Natürlich gibt es auch kleine Maps, in denen man keine Fahrzeuge
vorfindet. Bei der Waffenauswahl trifft man ebenfalls Bekanntes an:
Flak-Cannon, Shock-Rifle, Biogun und mehr sind natürlich wieder mit von
der Partie. Für das Online-Spiel ist Unrealen Tournament 3 jedenfalls
eine absolute Granate. Auf der Playstation 3 gibt es wahrscheinlich
keinen Shooter, der dermaßen auf das Internet-Spiel ausgelegt ist und
so viele Finessen bietet. Hinzu kommt, dass man wie bei der PC-Version
auch Mods auf der PS3 finden wird. Diese lassen sich zum Beispiel per
USB-Stick auf die Konsole laden.
Wie sieht’s aus?
Die Unreal Engine 3 gehört momentan zu den fortschrittlichsten und
besten die auf dem Markt erhätllich sind. Dementsprechend gehört das
Antlitz von Unreal Tournament 3 in die Kategorie „Referenz“. Derartig
gut modellierte Spielermodelle findet man in fast keinem erhältlichen
Spiel. Auch die Maps geizen nicht mit optischen Reizen: Ob hypermoderne
Weltraumstation, Altstadtviertel oder pyramidenähnliche Szenarien:
Jeder kann dort fraggen, wo er es am liebsten tut. Die Soundkulisse ist
ebenfalls bombastisch. Ob Fahrzeuge, Waffen oder der sprechende
KI-Gegner. UT 3 liefert Raumklang par excellence ab. Einen kleinen
Wehmutstropfen gibt es aber dennoch: Wer zum Teufel hat veranlasst,
dass diese schrecklichen deutschen Bildschirmtexte ihren Weg ins Spiel
finden. „Erstes Blut“ klingt im Vergleich zu „First blood“ absolut
schrecklich. Da wünsche ich mir in Zukunft eher etwas weniger
Synchronisation als zu viel des Guten.
Fazit
Unreal Tournament 3 ist ein Vorzeige-Online-Spiel allererster
Gütekategorie. Wer einen der Vorgängerteile gespielt hat, wir die
allerneuste Kreation der Jungs von Epic Games lieben! Solo-Spieler
werden mit Sicherheit nur bedingt glücklich, aber diese Wissen mit
Sicherheit im Voraus, dass sich die Anschaffung des Spiels nicht lohnt.
Grafisch gibt es nichts auszusetzen, der Ton Spielt ebenfalls mit,
lediglich die deutsche Text-Synchronisation geht ins Lächerliche über.
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