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Nach dem etwas unbefriedigenden Ende, das die Terroristenjagd in Las
Vegas beim Vorgänger genommen hatte,haben Kenner des ersten Teils
sicherlich erwartet, dass die Handlung direkt an das Geschehen dort
anknüpft, wo der Vorgänger aufhört. Doch obwohl die Story Bezug nimmt
auf vorangegangene Storyelemente, finden die Missionen teilweise
zeitlich parallel zum Handlungsstrang von „Rainbow Six: Vegas“,
teilweise in der Zukunft oder, wie im Falle der Anfangsmission, in der
Vergangenheit statt. Die logische Konsequenz daraus ist natürlich, dass
ihr ab sofort nicht mehr in die Rolle von Logan Keller schlüpft,
sondern als Bishop agiert, der ebenfalls ein Mitglied des Rainbow Six
Teams ist.
Hierbei wird die erste auffällige Neuerung von „Rainbow Six: Vegas
2“deutlich. Denn anders als beim Vorgänger könnt ihr nun einen
Charakter erstellen, mit dem ihr auch in der Kampagne auf
Terroristenjagd geht. Dazu gibt es die altbekannten Accessoires, wie
Helme, Tarnkleidung und -bemalung, sowie Mützen, Brillen oder
Kevlarequipment.
Sobald ein Charakter erstellt wurde, beginnt das Spiel mit einer
Rückblende, in der Bishop und sein Team Geiseln aus einem Observatorium
retten müssen, das in den Pyrenäen liegt. Wie schon beim Vorgänger gibt
es zu Beginn tutorialähnliche Tipps, die eingeblendet werden und den
Spieler mit der Grundsteuerung vertraut machen. Doch Kenner des ersten
Teils können diese Hilfestellungen auch im Menü ausschalten und werden
sich dennoch zurecht finden. Denn die Steuerung ist dieselbe wie beim
ersten Trip des Rainbow Six Squads nach Las Vegas. Mit Sicherheit die
richtige Entscheidung des kanadischen Entwicklerteams, an den Stärken
des Prequels festzuhalten und diese im Detail zu verfeinern.
Beim Missionsdesign werden ebenfalls die Parallelen zum ersten Teil
deutlich, was jedoch nicht heißen soll, dass dies Langeweile bedeutet.
Der Storymodus ist wieder einmal grandios gescriptet und die
Missionsziele abwechslungsreich gestaltet. Während ihr an manchen
Stellen in bekannter Rainbow Six Manier einen Raum durch drei Türen
gleichzeitig stürmt oder euch zusammen mit euren Teammitliedern abseilt
und durch die Fenster den Raum betretet, ist es teilweise von Vorteil,
beispielsweise eine Rauchgranate zwischen euch und die Gegner zu
werfen, das Thermalsichtgerät aufzusetzen und die sichtbehinderten
Feinde durch den Rauch hindurch auszuschalten. Genauso gehören zur
Kampagne wieder aufwendig inszenierte, actiongeladene Feuergefechte,
die dem Spieler alles abverlangen. Eure KI-Kollegen haben genauso, wie
eure computergesteuerten Widersacher, merklich dazu gelernt. Die
Rainbows suchen sich geschickt Deckung und befolgen in den meisten
Fällen eure Anweisungen erstaunlich gut. Sie bleiben im Hintergrund,
wenn es die Situation erfordert und schalten Gegner zielsicher aus,
wenn ihr es befehlt. Auch die Gegner sind, bis auf ein paar kleine
Aussetzer, ganz schön auf Zack und flankieren euch, wechseln die
Deckung und machen euch an manchen Stellen ganz schön das Leben schwer.
Obwohl die Entwickler von Ubisoft nicht gerade einen Innovationspreis
verdient haben, was das Missionsdesign anbelangt, macht die Kampagne
echt Spaß. Als neues Feature ist es Freunden sowohl online als such
offline nun jederzeit möglich, in das Spiel einzusteigen und euch
Schützenhilfe zu geben, indem sie die Kontrolle eines vierten
Teammitglieds übernehmen können, während der Host weiterhin die
Einsatzleitung behält und die KI-Kollegen befehligt.
Als Erweiterung zum Rangsystem des Vorgängers kommt bei „Rainbow Six:
Vegas 2“ das neue A.C.E.S.-System zum Einsatz. Die Abkürzung steht für
„Advanced Combat Enhancement and Specialization“ und das System erfasst
und bewertet Euer Vorgehen in Missionen bzw. Multiplayermatches. Für
Abschüsse und erfolgreiche Aktionen erhaltet ihr Erfahrungspunkte und
steigt ab einer bestimmten Anzahl gesammelter Punkte im Rang. Dadurch
erhaltet ihr neues Zubehör und Waffen, mit denen ihr euren Charakter
ausrüsten könnt. Ihr bekommt für die unterschiedlichsten Aktionen
Punkte: beispielsweise, wenn ihr Gegner, die gerade von einer
Blendgranate ihrer Sicht beraubt wurden, erledigt oder ganz einfach
Headshots verteilt. Das motiviert natürlich zusätzlich und ist eine
lobenswerte Neuerung. Insgesamt wurden dem Arsenal eurer Soldaten elf
neue Waffen spendiert und so könnt ihr diesmal aus einem noch
umfangreicherem Repertoire von Feuerwaffen wählen.
Grafisch und technisch sind keine auffälligen Verbesserungen zu
bemerken, zumindest, was den Einzelspielermodus anbelangt. Doch diesmal
ist auch der Multiplayermodus optisch auf dem selben Niveau wie die
Kampagne, was beim Vorgänger nicht der Fall war. Somit befinden sich
beide Spielmodi auf demselben einwandfreien, wenn auch nicht absolut
atemberaubenden grafischen Niveau. Als einer der wenigen Kritikpunkte
wäre die Gestaltung der zahlreichen Innenlevels zu nennen, die zum Teil
etwas detailarm ausfällt und mit matschigen Texturen zu kämpfen hat.
Soundtechnisch hat man bei Ubisoft erneut ganze Arbeit geleistet. Die
Hintergrundmusik untermalt passend das Spielgeschehen und auch die
deutsche Sprachausgabe ist wirklich ausgezeichnet, wie man es bei
Titeln der Marke „Tom Clancy“ gewohnt ist.
Fazit: Mit dem zweiten Teil der „Rainbow Six: Vegas“-Reihe werden den
Käufern keine bahnbrechenden Neuerungen oder Innovationen geboten,
sondern vielmehr eine konsequente Weiterentwicklung des bewährten
Taktik-Shooter Konzepts. Der Feinschliff steht dem Spiel gut zu Gesicht
und besonders das neu eingeführte A.C.E.S.-System sorgt für zusätzliche
Motivation. Der Koop-Modus ist eine nette Idee und wenn die Vollversion
den guten Eindruck der Preview bestätigt, wird „Call of Duty 4“ ab
April einen heißen Konkurrenten um den ersten Platz in der Gunst der
Xbox Live Community haben.
Anmerkung zur deutschen Version: Da der internationalen Fassung die
Kennzeichnung von der USK verwährt wurde, wird im April eine eigens für
Deutschland angefertigte Version released. In dieser werden Änderungen
bezüglich der Achievements und des A.C.E.S.-Systems enthalten sein. Es
bleibt zu hoffen, dass diese Version online mit den Versionen der
anderen Länder kompatibel sein werden, da ansonsten die Möglichkeiten
der Spielevermittlung für Besitzer einer deutschen Version doch arg
eingeschränkt sein wird.
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