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„I AM TUROK!“ - zum ersten Mal auf dem N64 verkündet, war damals ein wahres Hit-Spiel, das mit viel Gewalt, einer Horde großer Gegner sowie einem schlagfertigen Waffenarsenal überzeugen konnte. Die vielen Nachfolger wurden leider von Sequel zu Sequel immer schlechter und konnten dem ersten Teil nie das Wasser reichen. Zuletzt wurden Spieler mit Turok Evolution enttäuscht und eigentlich deutete alles darauf hin, dass dies das letzte Abenteuer des Dinosaur Hunters war. Doch Propaganda Games nimmt den Indianer von Acclaim noch einmal an die Hand und wirft ihn erneut in den Dschungel.


Lasst doch einfach die Waffen sprechen

Die Geschichte von Turok ist schnell erzählt: Als Joseph Turok findet man sich zu Begin des Spiels auf einem Raumschiff der Special Forces als neues Mitglied der Eliteeinheit Whiskey wieder und wird in seine Mission eingeführt. Es gilt, die Kommandotruppe Wolf Pack, eine Gruppe lauter harter Typen, der Joseph einst angehörte, und ihre Gefolgsleute auszuschalten und ihren Anführer festzunehmen. Beim Anflug auf den Planeten wird das Schiff, auf dem man sich befindet, allerdings abgeschossen und im nächsten Augenblick findet man sich auf einem terraformierten Planeten wieder, der von Dinosauriern bevölkert wird. Von dort an muss sich Turok mit seinen beim Wolf Pack erlernten Fähigkeiten durch die Gegnerhorden schlagen. Hin und wieder wird die Story durch kleine Zwischensequenzen weitererzählt, im Großen und Ganzen sprechen aber hauptsächlich die Waffen.

„Joseph Rambo“ und das Gameplay

Turok hat neben den Schusswaffen, die in diesem Teil übrigens enttäuschend standard sind, natürlich seinen Bogen und ein Messer dabei. Man soll also die Wahl haben, ob man wie Rambo wild durch die Bäume schießt oder sich gut gedeckt heimlich an die Gegner heranschleicht und sie leise mit dem Bogen oder Messer umbringt. Leider funktioniert dies nicht so ganz, denn die KI der Gegner verrät ihnen praktisch immer, von wo sie gerade attackiert werden und so bleibt einem meistens nichts anderes übrig als zur Shotgun zu greifen und loszuballern. Viele der Waffen kann Turok auch beidhändig und gerne auch kombiniert tragen – Shotgun und SMG? Kein Problem!
Wahlweise kann man aber auch einfach das Messer nehmen und versuchen im richtigen Moment RT zu drücken, um einen fatalen Move auszuführen und den Gegner abzustechen. Die Szenen dabei sind beim ersten Mal ganz nett anzusehen, gehen einem nach dem dritten Mal allerdings eher auf die Nerven, da sich diese auf gerade mal eine Hand voll beschränken. Sowieso fängt das Spiel recht schnell damit an einen einfach nur zu belasten. Neben seltenen und relativ weit auseinander liegenden Checkpoints wären da noch die immer gleich agierenden Gegner, die immer stupide von links nach rechts hüpfen und fröhlich auf euch schießen, der hohe Schwierigkeitsgrad, der häufig aus schlechter Steuerung oder unfairen Situationen resultiert, und last but not least die Art und Weise wie einem beigebracht wird, dass man Schaden nimmt, denn nach wenigen Treffern sieht man vor lauter Rotfärbung und Blur-Effekten rein gar nichts mehr.

Turok im neuen Gewand

Unreal Engine 3 und Außenareale – Zwei Stichpunkte die sich offensichtlich nicht miteinander vertragen. Nicht nur, dass sich die Settings auf die drei Varianten Dschungel, Höhle und Militärbasis beschränken; irgendwie will alles nicht so richtig gut aussehen. Der Dschungel ist ein matschiges Gemisch aus grünen und braunen, unscharfen Texturen und bietet sowohl optisch als auch vom Levelaufbau her wenig Abwechslung. Absolutes Highlight sind hier die zweidimensionalen Pflanzen, die sich je nach Blickwinkel mit einem mitdrehen – ein echter Lacher! In den Höhlen gibt es eigentlich nichts zu sehen, der Aufbau ist, wie im Dschungel auch, immer gleich und dazu noch etwas steriler. Die Militärbasen sind alle in einem wunderschönen Grauton gestrichen und in manchen Ecken stehen sogar ein paar Gegenstände oder Computer. Die immer gleich aussehenden Soldaten fügen sich dort perfekt ein. Ob Tine Wittler ihren Rat ausgesprochen hat?
Wie dem auch sei, eines ist dem Spiel sehr gut gelungen und das sind die Dinosaurier.
Das Bumpmapping und die sehr smoothen und liebevollen Animationen gestalten die Dinos sehr glaubwürdig. Leider wurden sie mit einem Ragdoll System bestückt, das nach einer Mischung aus letzten Zuckungen und „Beine, die durch den Kopf fallen“ aussieht.

Online-Multiplayer

Heutzutage darf einem FPS kein Multiplayer vorenthalten werden und so bietet auch Turok die Möglichkeit, sich online zu bekriegen. Per Klick auf „schnelles Spiel“ landet man fix in einem beliebigen Kampf oder startet mit den Standardvarianten Deathmatch, Capture the flag, Teamdeathmatch, Gefecht oder Assault-Capture the Flag ein eigenes Spiel. Das Gameplay ist online, ebenso wie die Verbindung relativ stabil, kein Meilenstein, aber immerhin gut für das eine oder andere Gefecht. Die Möglichkeit, seinen Gegner auch hier mit dem Messer von hinten zu ermorden, sowie der Dinosaurier, der ab und zu aufräumt, sorgen für etwas mehr Abwechslung und Spass. Online hat man, anders als lokal, sogar die Möglichkeit in einem Kooperations-Modus mit bis zu drei Spielern auf einmal zu spielen. Hierbei handelt es sich allerdings um gesonderte Missionen, der Storymodus bleibt dem Solospieler vorbehalten.

Fazit:

Leider muss sich der neue Turok mit zu den anderen Sequels des ersten Teils in eine Reihe stellen. Das Spiel bietet zwar viele nette Ansätze, die aber allesamt durch die vielen Mängel um Längen übertont werden. Das Gameplay ist teils sehr nervig, die Grafik oft als abscheulich zu bezeichnen und viel Abwechslung bietet Spiel leider auch nicht.
Dinosaurier- und Shooter-Fans dürfen gerne mal einen Blick auf das Spiel werfen, alle anderen sollten vor dem endgültigen Kauf unbedingt einen Besuch in die Videothek tätigen, oder lieber noch einmal Call of Duty 4 durchspielen.


Bewertung
Gameplay : 69% Sound : 75% Grafik : 66% Steuerung : 65% Multiplayer : 75%
Gesamt-Bewertung


Kommentar des Redakteurs
An diesem Punkt möchte ich meine Empörung über das Werbeverfahren von Turok auslassen, denn meiner Meinung nach wird der Käufer und Spieler schlichtweg verhonepipelt. Zum einen wirbt Propaganda Games exzessiv mit einer unzensierten(!) Version. Ob das bei den heutigen Debatten überhaupt angebracht ist, sei einmal außen vorgelassen, aber was mich wirklich stört, sind diese „Soldaten“, die mich eher an die Roboter der zensierten Version des ersten Teils erinnern. Wer sich an die ersten Trailer aus dem Internet erinnern kann, wird sich auch an den leicht übertriebenen Blutfluss der menschlichen Gegner erinnern. Von diesem ist im finalen Produkt nichts übrig geblieben, die Dinos bluten dafür zwar umso mehr, aber das ist für mich schlichtweg Irreführung. Zweites großes Kriterium ist der Verkauf eines Gameplays, das einfach nicht möglich ist. So wird einem vorgegaukelt, dass man mit seinem Waffenarsenal die Wahl hat, ob man die Gegner wie Rambo niederschießt oder wie Solid Snake mit dem Messer heimlich durch den Dschungel schleicht. Zweiteres ist allerdings nicht realisierbar, denn egal wie finster die Ecke, in der man sich befindet ist – die Gegner wissen sofort wo man sich befindet und fangen an im nervigen Zick-Zack-Lauf auf einen loszuballern. Mit Messer und Bogen kann man da nicht viel anrichten. In seltenen Fällen, wahrscheinlich Szenen, die von den Entwicklern extra dafür eingerichtet wurden, funktioniert die Sache mit dem Bogen allerdings tatsächlich…
Dafür gibt es von mir einen Slap auf die Finger von Propaganda Games! Die Dinosaurier sind allerdings sehr cool, vielleicht wird’s ja was im nächsten Teil. Bis dahin kram ich wohl noch einmal die wirklich unzensierte Version vom N64 Klassiker heraus.
Erstellt am : 25.02.2008      Autor : Tobias Frank          © EVO-X.DE & XBLIVE.DE
GAME-FACTS
Release : 08.02.2008

Genre : Ego Shooter
Player : 1
USK Einstufung

keine Jugendfreigabe
Homepage
Titel : Turok           Release : 08.02.2008
Titel : Turok           Release : 08.02.2008
Titel : Turok           Release : 08.02.2008
Titel : Turok           Release : 08.02.2008
Titel : Turok           Release : 08.02.2008
Titel : Turok           Release : 08.02.2008
Titel : Turok           Release : 08.02.2008
Titel : Turok           Release : 08.02.2008
Titel : Turok           Release : 08.02.2008
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