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Lasst doch einfach die Waffen sprechen
Die Geschichte von Turok ist schnell erzählt: Als Joseph Turok findet man sich zu Begin des Spiels auf einem Raumschiff der Special Forces als neues Mitglied der Eliteeinheit Whiskey wieder und wird in seine Mission eingeführt. Es gilt, die Kommandotruppe Wolf Pack, eine Gruppe lauter harter Typen, der Joseph einst angehörte, und ihre Gefolgsleute auszuschalten und ihren Anführer festzunehmen. Beim Anflug auf den Planeten wird das Schiff, auf dem man sich befindet, allerdings abgeschossen und im nächsten Augenblick findet man sich auf einem terraformierten Planeten wieder, der von Dinosauriern bevölkert wird. Von dort an muss sich Turok mit seinen beim Wolf Pack erlernten Fähigkeiten durch die Gegnerhorden schlagen. Hin und wieder wird die Story durch kleine Zwischensequenzen weitererzählt, im Großen und Ganzen sprechen aber hauptsächlich die Waffen.
„Joseph Rambo“ und das Gameplay
Turok hat neben den Schusswaffen, die in diesem Teil übrigens enttäuschend standard sind, natürlich seinen Bogen und ein Messer dabei. Man soll also die Wahl haben, ob man wie Rambo wild durch die Bäume schießt oder sich gut gedeckt heimlich an die Gegner heranschleicht und sie leise mit dem Bogen oder Messer umbringt. Leider funktioniert dies nicht so ganz, denn die KI der Gegner verrät ihnen praktisch immer, von wo sie gerade attackiert werden und so bleibt einem meistens nichts anderes übrig als zur Shotgun zu greifen und loszuballern. Viele der Waffen kann Turok auch beidhändig und gerne auch kombiniert tragen – Shotgun und SMG? Kein Problem! Wahlweise kann man aber auch einfach das Messer nehmen und versuchen im richtigen Moment RT zu drücken, um einen fatalen Move auszuführen und den Gegner abzustechen. Die Szenen dabei sind beim ersten Mal ganz nett anzusehen, gehen einem nach dem dritten Mal allerdings eher auf die Nerven, da sich diese auf gerade mal eine Hand voll beschränken. Sowieso fängt das Spiel recht schnell damit an einen einfach nur zu belasten. Neben seltenen und relativ weit auseinander liegenden Checkpoints wären da noch die immer gleich agierenden Gegner, die immer stupide von links nach rechts hüpfen und fröhlich auf euch schießen, der hohe Schwierigkeitsgrad, der häufig aus schlechter Steuerung oder unfairen Situationen resultiert, und last but not least die Art und Weise wie einem beigebracht wird, dass man Schaden nimmt, denn nach wenigen Treffern sieht man vor lauter Rotfärbung und Blur-Effekten rein gar nichts mehr.
Turok im neuen Gewand
Unreal Engine 3 und Außenareale – Zwei Stichpunkte die sich offensichtlich nicht miteinander vertragen. Nicht nur, dass sich die Settings auf die drei Varianten Dschungel, Höhle und Militärbasis beschränken; irgendwie will alles nicht so richtig gut aussehen. Der Dschungel ist ein matschiges Gemisch aus grünen und braunen, unscharfen Texturen und bietet sowohl optisch als auch vom Levelaufbau her wenig Abwechslung. Absolutes Highlight sind hier die zweidimensionalen Pflanzen, die sich je nach Blickwinkel mit einem mitdrehen – ein echter Lacher! In den Höhlen gibt es eigentlich nichts zu sehen, der Aufbau ist, wie im Dschungel auch, immer gleich und dazu noch etwas steriler. Die Militärbasen sind alle in einem wunderschönen Grauton gestrichen und in manchen Ecken stehen sogar ein paar Gegenstände oder Computer. Die immer gleich aussehenden Soldaten fügen sich dort perfekt ein. Ob Tine Wittler ihren Rat ausgesprochen hat? Wie dem auch sei, eines ist dem Spiel sehr gut gelungen und das sind die Dinosaurier. Das Bumpmapping und die sehr smoothen und liebevollen Animationen gestalten die Dinos sehr glaubwürdig. Leider wurden sie mit einem Ragdoll System bestückt, das nach einer Mischung aus letzten Zuckungen und „Beine, die durch den Kopf fallen“ aussieht.
Online-Multiplayer
Heutzutage darf einem FPS kein Multiplayer vorenthalten werden und so bietet auch Turok die Möglichkeit, sich online zu bekriegen. Per Klick auf „schnelles Spiel“ landet man fix in einem beliebigen Kampf oder startet mit den Standardvarianten Deathmatch, Capture the flag, Teamdeathmatch, Gefecht oder Assault-Capture the Flag ein eigenes Spiel. Das Gameplay ist online, ebenso wie die Verbindung relativ stabil, kein Meilenstein, aber immerhin gut für das eine oder andere Gefecht. Die Möglichkeit, seinen Gegner auch hier mit dem Messer von hinten zu ermorden, sowie der Dinosaurier, der ab und zu aufräumt, sorgen für etwas mehr Abwechslung und Spass. Online hat man, anders als lokal, sogar die Möglichkeit in einem Kooperations-Modus mit bis zu drei Spielern auf einmal zu spielen. Hierbei handelt es sich allerdings um gesonderte Missionen, der Storymodus bleibt dem Solospieler vorbehalten.
Fazit:
Leider muss sich der neue Turok mit zu den anderen Sequels des ersten Teils in eine Reihe stellen. Das Spiel bietet zwar viele nette Ansätze, die aber allesamt durch die vielen Mängel um Längen übertont werden. Das Gameplay ist teils sehr nervig, die Grafik oft als abscheulich zu bezeichnen und viel Abwechslung bietet Spiel leider auch nicht. Dinosaurier- und Shooter-Fans dürfen gerne mal einen Blick auf das Spiel werfen, alle anderen sollten vor dem endgültigen Kauf unbedingt einen Besuch in die Videothek tätigen, oder lieber noch einmal Call of Duty 4 durchspielen.
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