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Eigentlich klingt das Spielprinzip von Lair nach einem ziemlich spannenden Ereignis. Der Spieler reitet auf einem feuerspeienden Drachen und befreit sowohl in der Luft, als auch zu Fuss die Welt von dem Bösen. Leider macht die Steuerung da aber einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Es gibt wahrscheinlich nur wenige Spiele, welche sich so schlecht steuern lassen wie eben Lair. Das liegt vor allem daran, dass Factor 5 den Spieler dazu zwingt, Lair mit dem Sixaxis Feature zu steuern. Wobei das eigentliche Bewegen des Drachen ja ziemlich gut funktioniert. Problematisch wird es aber sobald Gegner ins Spiel kommen. Egal ob Wendungen, Beschleunigungen oder Kampfattacken, die meisten Befehle gelingen einem nur mit viel Glück. Das ist besonders ärgerlich weil viele Missionen ein Zeitlimit besitzen und dadurch die meisten schon nach kurzer Zeit die Nase voll haben dürften.
Die insgesamt 15 Kapitel enthalten auch leider nur wenig Abwechslung, denn die Missionsziele sind quasi immer dieselben, meistens muss einfach nur irgendwas zerstört oder beschützt werden. Nahkämpfe mit anderen Drachen sollten hier eigentlich Abhilfe schaffen, bewirken aber eher das Gegenteil. Der Grund dafür ist auch hier wieder mal die Steuerung. Überhaupt gibt es nur wenige Stellen im Spiel, die überhaupt ein wenig Spaß bereiten. Zum einen wären das die Level ohne Zeitlimit und zum anderen die Passagen in denen der Drache zu Fuss zu Gange ist. Letztere machen wahrscheinlich auch nur deshalb Spaß, weil sie mit den Analogsticks gesteuert werden. Denn unzählige Gegnermassen zu zertrampeln oder gar aufzufressen bereitet auch nur für kurze Zeit Vergnügen. Wenigstens wird das Spiel nicht unnötig in die Länge gezogen. Die Spielzeit ist mit circa acht Stunden ziemlich angenehm. Nach dem durchspielen kann sich der Spieler, sofern er überhaupt noch Lust dazu hat, mit dem Punktesystem von Lair befassen. Jedes Level lässt sich einzeln anwählen um Medaillen zu ergattern. Mit diesen lassen sich dann Boni freischalten. Einen Multiplayermodus besitzt Lair übrigens nicht, dafür gibt es aber eine Highscoretabelle. Besitzer einer PSP bekommen aber ein besonderes Extra geboten. Via Remote Play lässt sich Lair auf der tragbaren Spielekonsole spielen und steuert sich sogar besser als mit einem PS3 Pad. Allein diese Tatsache sollte die Entwickler mal zum Nachdenken anregen.
Aber Lair hat auch so seine guten Seiten. Technisch ist Factor 5 nämlich ein ausgezeichnetes Actionspiel gelungen. Die Drachen sind erstklassig animiert, die Spielwelten sind atmosphärisch gestaltet und die Zwischensequenzen sorgen für eine kinoreife Präsentation. Und auch die Effekte, Texturen und das Charakterdesign zählen eigentlich zum besten auf der Playstation 3. Eigentlich, denn leider wird der Eindruck durch nervige Slowdowns und Grafikfehler getrübt. Außerdem gleichen sich viele Gegner wie ein Ei dem anderen. Hier wäre mehr Abwechslung wünschenswert gewesen. Wirklich abwechslungsreich hingegen ist der orchestrale Soundtrack geworden. Dieser überzeugt auf ganzer Linie und lässt das Spiel einmal mehr wie einen Kinoblockbuster wirken. Überraschenderweise ist Lair auch noch sehr gut synchronisiert worden. Getoppt wird das Ganze nur noch von den phänomenalen 7.1 Sound. Hifi Fans sollten sich allein deshalb mal das Spiel aus der Videothek ausleihen, ansonsten verpassen sie die Soundreferenz des vergangenen Jahres.
Fazit: Ohne Frage, in Lair steckt sehr viel Potential. Doch leider wird der Großteil einfach nicht richtig ausgenutzt. Lair macht einfach zu viele Fehler um ein wirklich gutes Spiel zu sein. Das fängt bei der katastrophalen Steuerung an, wird mit dem unglaublich schlechten Zielsystem fortgesetzt und findet seinen Höhepunkt bei dem abwechslungsarmen und innovationslosen Gameplay. Wirklich schade, zumal Lair technisch wirklich beeindruckend ist. Sowohl der Soundtrack als auch der Raumklang sind phänomenal und grafisch bekommt der Spieler nicht nur eine unglaubliche Detailvielfalt, sondern auch eine klasse Präsentation geboten. Doch warum um alles in der Welt mussten die Entwickler dem Spieler diese Sixaxis Steuerung aufzwingen? Eine alternativ wählbare Analogstick-Steuerung hätte das Spiel doch viel erträglicher gemacht. So ist Lair aber leider so gut wie unspielbar und nichts weiter als ein Grafikblender in 1080p.
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