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Zu Beginn des Spiels stehen dem Spieler sechs verschiedene Charaktere
zur Auswahl. Vom starken, aber langsamen Krieger, bis hin zur wendigen
Magieexpertin ist hier alles vertreten. Sämtliche Charaktere hatten
auch schon in den Vorgängern ihren Auftritt. Nachdem man sich dann
endlich für seinen Charakter entschieden hat, beginnt das Spiel in Form
eines kleinen Tutorials. Das Spielprinzip ist jedoch auch ohne diese
Hilfe schnell erklärt. Der Spieler kämpft sich durch zufallsgenerierte
Abschnitte, schlachtet dabei unzählige Gegnermassen ab und levelt mit
den gesammelten Erfahrungspunkten seinen Charakter auf. Mit jedem
Levelaufstieg kann man dann Skillpunkte in den Bereichen Fertigkeit,
Gesundheit und Glück verteilen. Eine passende Verteilung ist hierbei
sehr wichtig. So gibt es bestimmte Waffen die viele Fertigkeitspunkte
verbrauchen, daher sollte man sich die Verteilung besser zwei Mal
überlegen. Natürlich hängt es aber auch von der Spielweise ab. Das
Abschlachten der Gegner bringt jedoch nicht nur neue Erfahrungspunkte
mit sich, die Gegner lassen auch ständig Geld oder Items fallen. So
entsteht das noch aus Diablo-Zeiten bekannte Sammelfieber. Leider hat
das Spiel gameplaytechnisch aber auch so einige Defizite aufzuweisen.
Größter Kritikpunkt dürfte der eintönige Spielverlauf sein. Denn
wirklich viel Abwechslung wird nicht geboten. Lediglich die nett in
Szene gesetzten Bosskämpfe und die Möglichkeit Items zu synthetisieren
lockern das Ganze etwas auf. Ansonsten werden hier aber im Wesentlichen
nur Gegnermassen abgeschlachtet und der Charakter aufgelevelt. Das wäre
alles vielleicht aber auch gar nicht so langweilig wäre da nicht diese
grottenschlechte Gegner KI.
Grafisch präsentiert sich Kingdom under Fire: Circle of Doom
durchschnittlich. Die meisten Level sind ziemlich lieblos gestaltet und
trotz netter Effekte vermisst man einfach eine gewisse Detailvielfalt.
Viel schlimmer sind allerdings die öfters auftretenden Slowdowns, die
den Spielspaß ein wenig mindern. Lobenswert ist hingegen das Charakter-
und Gegnerdesign, welches ziemlich abwechslungsreich geworden ist.
Weniger abwechlungsreich dagegen ist der Soundtrack des Spiels. Schon
nach einer halben Stunde dürfte man alles gehört haben und fortan wird
sich alles ständig wiederholen. Zum Glück kann aber jeder seine eigene
Musik ins Spiel bringen. Viel besser ist da die Synchronisation
gelungen. Diese ist nicht nur besser als erwartet, der Spieler kann
auch zwischen den englischen und den deutschen Stimmen auswählen.
Besitzer einer ordentlichen Anlage sollten von dem Spiel nicht allzu
viel erwarten, ein ordentlicher Raumklang wird hier nämlich nicht
geboten.
Kommen wir aber doch endlich zu DEM Kaufgrund dieses Spiels, nämlich
der Online Coop Modus! Online können XBOX Live User mit insgesamt bis
zu drei Spielern die Abschnitte unsicher machen. Es macht tierischen
Spaß mit Kollegen oder absoluten Kennern des Spiels seinen Charakter
etwas aufzubessern oder einfach nur just for fun einige Endbosse zu
schnetzeln. Das Ganze läuft zum Glück auch recht stabil ab, hin und
wieder kommt es dennoch zu Lags. Mittlerweile gibt es sogar schon neue
Gegenstände im XBOX Live Marktplatz zu kaufen und überraschenderweise
sind auch gar nicht so wenige Deutsche in dem Spiel online anzutreffen.
Einem ordentlichen Onlinevergnügen steht also nichts im Wege!
Fragwürdig ist aber, wieso das Spiel keinen Offlinemultiplayermodus
enthält. Spiele wie Baldurs Gate Dark Alliance haben doch gezeigt, dass
es geht. Es wäre ja nicht mal ein Splitscreenmodus von Nöten gewesen.
Fazit:
Leider ist den koreanischen Entwicklern von Blue Side das Nextgen Debüt
der "Kingdom under Fire"-Reihe nicht wirklich geglückt. Das Gameplay
ist viel zu eintönig und eine Gegner KI so gut wie kaum vorhanden.
Hinzu kommt die fehlende Story und die ziemlich durchschnittliche
Grafik. Lediglich der tolle Online Coop Modus und das dadurch
entstehende Sammelfieber sorgen dafür, dass das Spiel zumindest für
Genrefans interessant sein könnte. Wem zum Beispiel Ninety Nine Nights
gefallen hat, der wird auch hier seinen Spaß haben. Solospieler sollten
sich diesen Titel aber lieber ausliehen. Und wer Wert auf eine gute
Story und abwechslungsreiches Gameplay legt, sollte sowieso die Finger
von diesem Spiel lassen.
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