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„An die Arbeit“ Spacetime Marine Sergeant Cortez ist weder ein klassischer Arbeitnehmer noch ein steriler Soldat. Ganz im Gegenteil: Er kommt seinen Aufgaben stets in bester Laune und mit viel Sinn für Humor bei vollem Einsatz nach. Die lockeren Sprüche, die dabei abfallen sind allerdings erst dann richtig witzig, wenn sie von einem Gegenpart kommentiert werden. Und so wird Cortez in den einzelnen Missionen von wechselnden KI-Partnern begleitet, so dass die verbale Schlagfertigkeit die der Schlagkraft der Waffen in keinster Weise nachsteht.
„Der will mein Gehirn fressen“ – „Ich glaube kaum, dass der davon satt wird“
Ob ein Offizier und Gentleman, ein Girlie mit kurzem Verstand und noch kürzerem Rock, ein kapriziöser John Travolta Verschnitt aus Saturday Night Fever: die KI-Partner sind vielfältig, liebenswert und überzeugend in ihrer Rolle. Gepaart mit fantastisch ausdrucksvoller Mimik, Gestik und Sprachausgabe, wird Timesplitters Future Perfect zu einem der witzigsten Egoshooter überhaupt.
„Ziel auf den Kopf, sonst geht der nicht tot“ Ein lustiger Egoshooter? Und was, wenn es ernst wird? Kein Problem, dafür gibt es ja geballte und überaus vielfältige Feuerkraft. In den verschiedenen Epochen stehen verschiedene Waffentypen zur Verfügung. Die Klassiker wie Shotgun, Granaten und MG liegen ebenso gut in der Hand, wie futuristische Blaster und unheimliche Geisterknarren. Je nach Herstellungsdatum, welches zwischen 1924 und 2401 liegt, ist auch die Feuerkraft und das Handling ausgefallen. Wobei man sich nicht zu früh freuen sollte, denn mit der Verbesserung der Waffen ist natürlich auch Schutzkleidung der Gegner fortschreitend entwickelt worden.
Eigentlich ist Cortez ein verdammt guter Schütze. Wenn... Präzise, flüssig und individuell, so kann man die Steuerung wahrhaftig beschreiben. So wünschenswert - und leider trotzdem so selten - findet man ein wahres Highlight im Options-Menü: Jeden einzelnen Button kann man individuell belegen. Verbunden mit absolut präziser Umsetzung im Gameplay, weckt diese Möglichkeit den Wunsch nach einem solchen grundsätzlichen Standard für Egoshooter. An Cortez und dem Handling der Steuerung wird es also nicht liegen, wenn der Schuss mal wieder verrissen wird. Es gibt nicht viel Toleranz bei Treffern. Ein Fadenkreuz ist ein Fadenkreuz und dorthin muss die Kugel. Ansonsten .... noch ne Kugel hinterher. Und noch eine? Die Gegner sind verdammt agil. Lange zielen kann man nicht, es sei denn, man lauert ihnen aus dem Hinterhalt auf. Aber Campen ist nicht Cortez Ding und so stürzt er sich liebend gern Hals über Kopf mitten ins Getümmel.
Action, Tempo, Sprüche ... die einzelnen 13 Missionen sind schneller vorbei als es einem lieb ist. Länger als 20-30 Minuten braucht man nicht um eine davon zu beenden. Kein Grund zum Traurigsein, denn der Storymodus hat auch einen Mittel zum Zweck, so werden in dessem Verlauf einzelne Charaktere für den Arcademodus freigeschaltet.
Spielplätze, Wurmlöcher und der Sound Die unterschiedlichen Missionen finden nicht immer in unterschiedlichen Epochen statt. Gibt es zwei Missionen innerhalb einer Epoche, verliert man leider beim Übergang in die Folge-Mission (das kann z.B. nur eine Tür sein, durch die man tritt) alle Waffen und muss seine Ausrüstung wieder per Pick-Up ergänzen. Die einzelnen Level sind zeitgemäss und atmosphärisch designed. Mit der Umgebung kann und muss man teilweise interagieren. Man liest man vertrauliche Emails, schaut in Mikroskope oder deaktiviert Sicherheitssysteme.
Schon nach kurzer Spielzeit wird ziemlich deutlich, weshalb das Spiel keine Jugendfreigabe bekommen hat: Blut fliesst reichlich und abgeschossene Köpfe platzen zwar nicht aber sie bleiben in der Ecke liegen. Teilweise exerziert man Splatter in Reinkultur. Den Eindruck von Gewalt hat man dabei aber nicht und die Grenze dazu wird unter Verwendung des Stilmittels der Ironie auch nie überschritten. Und das ist gut so. Ein grosser Teil des Spielspasses würde verloren gehen, wenn tatsächlich ernst vermittelt würde, was auf dem Bildschirm abgeht.
Die Grafik gehört dabei zum Besseren was man auf der Xbox heutzutage finden kann. Sie ist in ihrem Abwechslungsreichtum und in der Detailgenauigkeit, sowie mit dem klaren, farbigen Design, absolut stimmig zum Game. Einige Slowdowns sind vorgekommen, aber sie sind kein Grund, irgendwelche Abstriche in der Bewertung vorzunehmen.
Wurmlöcher findet man häufig. Im Watt, auf Dune und in der Zeit. Cortez nutzt sie um Zukunft und Vergangenheit zusammenzulegen. Future und Perfect. Er begegnet sich selbst um sich in heiklen Situationen zu unterstützen. Wer könnte auch besser dafür geeignet sein? Der Zukunfts-Cortez weiss ja, was den Vergangenheits-Cortez erwartet. In diesem Fall spielt man eine Levelsequenz mehrfach, und zwar aus den verschiedenen Perspektiven der zeitlich versetzten Cortez. Der Dialog, der sich aus diesen Situationen entwickelt, ist in jedem Fall urkomisch und sorgt für wirklich gute Lacher vor dem Bildschirm.
Der Sound und die Synchronisation sind fantastisch gelungen. Jeder Level ist von situationsabhängiger Hintergrundmusik begleitet. Die reicht von unterschwellig bedrohlich bis hin zu fetzig funky. Die Musik untersteicht die jeweilige Atmosphäre, charakterisiert oder karrikiert sie sogar. Die Synchronisation der Charaktere ist ein ebensolches Highlight. Den Sprechern merkt man den Spass an, den sie hatten als sie Figuren lippensynchron vertonten. Die üblichen übrigen Geräusche wie sie z.B. beim Schiessen, Nachladen und Laufen entstehen, sind im normalen und angemessenen Bereich anzusiedeln.
Arcade und Herausforderung Neben dem Singleplayer stellen diese beiden Features den zweiten Kaufgrund für das Spiel dar und lassen sich mit dem Begriff: „unglaublich vielfältig“ nur unzureichend beschreiben.
Arcade steht für Fun, Skill und Speed. So gut wie alles ist frei wählbar. Charaktere, Levels, Musik, Waffen und Gegner. Wer sich die ersten Male im Arcade-Modus versucht, sollte die empfohlenen Vorgaben ruhig annehmen. Ansonsten erhält der Begriff „Qual der Wahl“ eine neue Dimension.
Herausforderung steht für die Bewältigung verschiedener Aufgaben unter bestimmten Vorgaben. Diese Herausforderungen reichen von ungeheuer lustig (Katzen-Fahrt – man steuert eine ausgestopfte Katze wie einen Boliden über die Rennstrecke) bis äusserst makaber und blutig: Man verpasst Versuchs-Affen, denen man das Kleinhirn entfernt hat, mit einer Schrotflinte den erlösenden Gnadenschuss.
Bob der Baumeister Wer wollte nicht schon immer mal Hammer und Kelle zur Hand nehmen und es dem PC-Genre nachmachen: Eigene Maps in eigenem Design, ein Traum? Nein, mit der richtigen Finanzierung, äh... dem Map-Editor, der in Verbindung mit dem Online-Modus den 3. Kaufgrund bietet, Wirklichkeit. Süchtigmachende, faszinierende und vor allem zeitraubende Wirklichkeit, denn einmal mit dem Zusammenschrauben der einzelnen Levelelemente angefangen, kann man nicht mehr aufhören. Hier noch eine pinkfarbene Beleuchtung? Dort soll die Shotgun liegen. Die Munition kommt in diese dunkle Ecke .... wow, das macht Spass. Und das Beste: Man kann mit dieser Timesplitters Folge seine eigenen Maps nicht nur speichern, sondern auch mit den Online-Freunden tauschen und spielen. Dauermotivation garantiert.
Liveplay Um es vorweg zu nehmen: Future Perfect gehört zum Besten, was es bis dato Live zu spielen gibt. Das Spieltempo, also die Geschwindigkeit, in der sich der eigene Charakter bewegt, ist super flott und dynamisch ohne übersteuert zu wirken. Fast alle Modi und Features aus dem Arcadeteil stehen auch Live zur Verfügung. Das bedeutet in Zahlen: 15 verschiedene Maps mit jeweils 11 verschiedenen Spielmodi. Zu den Spielmodi gehören die Klassiker Deathmatch und Capture the BAG aber auch so witzige wie: Schrumpfen: Je schlechter man ist, desto kleiner wird man.
Auch hier gibt es wieder unendliche Kombinationsmöglichkeiten in einem vorbildlichen und intuitiv zu verstehenden Optionsmenü. Bemerkenswert ist, dass die Maps aus dem Arcade-Modus ohne sichtbare Qualitätsverluste übernommen worden sind. Super Optik dazu noch der Super Sound, so sollte Live sein und nicht anders. Mein persönlicher Favorit: Map "Disco", Modus Deathmatch. Da kann ich gar nicht genug von bekommen. Aber schön die Füsse stillhalten... ;)
Live kommt auch der Mapmaker so richtig zum Zuge. Nicht immer hat man eine DSL-Leitung, die einen 16-Player-Server verkraftet. Und viele Maps sind natürlich grosszügig auf diese Anzahl ausgelegt. Bevor man sich jetzt also zu viert auf einer Riesen-Map die Hacken abläuft um mal einen Gegner zu treffen, baut man sich einfach seine eigene, passgenaue Map.
Leider ist die Sprachausgabe verzerrt. Einige der Mitspieler hören sich an, als würden sie mit einem Schluck Wasser im Mund sprechen. Das Gurgeln nervt, auch wenn man sich mit ner Portion Goodwill dran gewöhnen könnte. Bitte patchen!
Wer viele Shooter Live spielt, wird mit einer weiteren Auffälligkeit aus dem Singleplayer konfrontiert: Man kann mit seinem Charakter nicht springen. Der eine oder andere mag sogar einen Vorteil drin sehen, weil das wilde Rumgehüpfe einen Abschuss erschwert. Auf jedenfall ist es Gewöhnungssache.
Fazit Ein Game ohne wirkliche Schwächen. Bis auf die kurze Spielzeit und einige Slowdowns im Singleplayer-Modus, gibt es wirklich nichts zu meckern.
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