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Round One – Fight!
Wie in den meisten Arcade-Beat 'em Ups, geht es auch in Virtua Figher 5
schlicht und ergreifend darum, der Beste und Stärkste zu sein. Andere
Titel haben von Sequel zu Sequel immer eine stärkere und aufwändigere
Storyline mit einer Menge gut erzählter Zwischensequenzen spendiert
bekommen. Virtua Fighter 5 bleibt im Bezug darauf allerdings betont Old
School. Lesefaulen Handbuchhassern bleibt die Story völlig verschlossen.
Halb so wild – darauf kommt es bei diesem Titel auch nicht wirklich an.
Denn wie auch schon in den Vorgängern besticht Virtua Fighter 5 durch
sein komplexes Kampfsystem, welches Beat 'em Up-Greenhorns
grundsätzlich schnell vor Frust ins Pad beißen lässt.
Lehrjahre sind keine Herrenjahre
Die lediglich drei belegten Buttons (Blocken, Schlagen, Treten) lassen
vorschnell den Eindruck entstehen, man könne sich durch simples
Buttonsmashing schnell seines Opponenten entledigen, doch wie so oft
täuscht der erste Eindruck. Die Kombination von Analogstick (wahlweise
auch dem D-Pad) und richtigem Timing ermöglicht versierten Spielern
Dutzende komplizierter Moves. Doch ohne eines dieser essentiellen
Elemente ist man schnell verloren und findet sich wehrlos von der
gegnerischen Faust niedergestreckt am Boden wieder.
Daher heißt die erste Regel für Neulinge: Dojo aufsuchen. Auftragen,
Polieren. Dort bekommt man grundlegende Tastenkombinationen und Timing
vermittelt und kann Taktiken und Moves ausfeilen. Die Tiefen der
Kampfkunst bleiben jedoch selbst den eifrigsten Joypadjüngern des Dojos
vorenthalten, denn nur echte Kämpfe schaffen einen wahren Krieger.
Spielmodi
Der Single Player Modus gleicht dem der PS3 wie ein Esstäbchen dem anderen.
Absolventen des Dojos werden in eine Welt beschränkter Modi entlassen.
Gestärkt prügelt man sich durch den allseits bekannten Arcade Modus,
meistert vorgegebene Moves im Time Attack Modus oder absolviert den
Quest Modus, der es ermöglicht durch erledigte Aufgaben Geld für die
Individualisierung des Charakters zu verdienen, sowie Items und
Tourniere freizuspielen.
Die interessanteste Neuerung bleibt somit der Onlinemodus, dessen
Optionen jedoch eher mager ausfallen und sich auf das Erstellen eines
Matches oder das Beitreten in ein bereits Erstelltes beschränken.
Erstellt man selber Matches, kann man sich Gegner aus seiner
Freundesliste in die Arena einladen, muss jedoch nach jedem Match
erneut das Erstellen/Beitreten Menü aufsuchen, was sehr nervig sein
kann. Trotz dieses Schrittes kann man während seiner
Online-Handkantenpartie nicht den Charakter wechseln. Eine Möglichkeit,
Onlineturniere mit mehreren Spielern auszutragen und ein
ausgeklügelteres Matchsystem wäre mehr als wünschenswert gewesen.
Technischer Wohlgenuss
Im klaren Gegensatz zum Onlinemodus setzt Virtua Fighter 5 grafisch die
Messlatte extrem hoch an. Alle Kämpfer bestehen aus unzähligen
Polygonen und weisen einen hohen Detailgrad auf. Selbst Hautporen und
Schweißperlen kann man in Nahaufnahmen bewundern. Die Grafik der
Umgebungen stehen dem in keinster Weise nach und stellen die der PS3
Version, die leichtes Kantenflimmern vorwies, gänzlich in den Schatten.
Was in die Grafikengine investiert wurde, hat Sega jedoch auffallend an
der Soundkulisse eingespart. Sowohl Tracks, als auch Soundeffekte sind
keineswegs eines Spieles dieses Kalibers würdig, viel mehr fühlt man
sich an Sounds von Street Fighter 2 auf dem Super NES erinnert, und das
war 1992.
Fazit: Virtua Fighter 5 auf der Xbox360 hat das, was der PS3-Version fehlt.
Inhaltlich gleich, jedoch grafisch aufpoliert und durch den Onlinemodus
ergänzt befindet sich das Spiel auf einem ganz anderen Level.
Einsteigern der Serie sei dennoch geraten, mit Vorsicht an das Spiel
heranzugehen. Das Gameplay ist nämlich alles andere als
einsteigerfreundlich und erfordert mehrere Wochen an Übung. Wenn man
diese Phase des Frusts und der geistigen Schmerzen erst einmal
gemeistert hat, macht das Spiel enorm viel Spaß.
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