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Die Basis der „Orange Box“ bilden die drei Titel aus der Halflife Reihe: „Halflife 2“, „Halflife 2: Episode One“ und die neueste „Episode Two“. In allen drei Teilen übernehmt ihr die Rolle von Gordon Freeman, dem ebenso kampferprobten wie uncharismatischen Black Mesa Wissenschaftler, der traditionell die Hauptfigur der Halflife Spiele ist. Zur Story: Im ersten Halflife öffnet der Protagonist unabsichtlich ein Dimensionstor, das einer feindseligen Alien-Rasse, den Combine, ermöglichte in einem nur sieben Stunden andauernden Krieg, die Weltherrschaft an sich zu reissen und die Menschen mit einem Militärapparat, der auffällige Parallelen NS-Regime aufweist, zu unterdrücken. Der letzte verbliebene Widerstand gegen die Combine in Form einer Rebellengruppierung bittet Freeman um Hilfe und dieser schießt sich seinen Weg durch City 17 zur Zitadelle der Aliens, um dort schließlich dem mysteriösen Dr. Breen zu begegnen. In den vierzehn Kapiteln, die sehr abwechslungsreich gestaltet sind, müsst ihr Physik-Knobeleien bewältigen, mit einem Buggy oder Boot bestimmte Abschnitte zurücklegen oder einfach nur Gegner eliminieren. Dabei stehen euch eine Reihe durchschlagskräftiger Waffen und die geniale „Gravity Gun“ zur Verfügung. „Halflife 2“ ist ein großartiges Spiel, das 2004 Maßstäbe gesetzt und Rekordwertungen eingeheimst hat. Und obwohl es mittlerweile drei Jahre alt ist, erfüllen die exzellente Gegner-KI, die stimmungsvoll gestalteten Level und die schönen Charakteranimationen immer noch ihren Zweck. Dabei erscheint die Grafik zwar nicht immer ganz zeitgemäß, allerdings immer noch streckenweise beeindruckt und eine ungleubliche Liebe zum Detail der Entwickler offenbart. Auch die Spielzeit ist mit über zwölf Stunden ordentlich für einen Shooter. Darüber hinaus bieten Episode One und Two je 5-8 Stunden Einzelspielerspaß.
Im Gegensatz zu den ersten beiden Teilen, die in erster Linie in etwas urbaneren Räumen spielen, besticht Episode Two durch weite offene Areale. Hier war Entwicklerteam ein Kontrast in der Levelarchitektur wichtig, der bei Episode Two auch im Gameplay deutlich wird, da man erstmals außerhalb von City 17 agiert. Dies äußert sich auch an der Gegnerschar, die euch begegnet und um einige neue Feinde aufgestockt wurde. Natürlich trefft ihr auch weiterhin auf Combine-Soldaten, allerdings müsst ihr euch nun auch mit spinnenartigen Robotern, ausgerüstet mit Zeitminen und Maschinengewehr, die euch übel mitspielen können, wenn sie im Rudel auftreten. Außerdem wohnten wir in einer Scheune Gordons erster Begegnung mit einem Combine Advisor bei, einer Art überdimensionaler schwebender Raupe, die die Bretter des Scheunendaches von den Planken löste und als Schutzschild um sich herum rotieren ließ. Die Grafik sieht bei Episode Two sichtbar besser aus, als bei den anderen Halflife-Teilen der Orange Box. Besonders die Gesichtszüge der Hauptcharaktere, die deren Gesichtern tatsächliche Emotionen zu verleihen vermochten, verleihen dem Spiel eine ganze eigene Note. Darüber hinaus bieten die astreinen Explosionen, die Bewegungsanimationen der NPCs, sowie die atemberaubenden Licht- und Schatteneffekte grafische Leckerbissen, wohin das Auge blickt. Auf das „realtime dynamic soft shadowing“ System sei man besonders stolz, denn es ermögliche eine bisher nie da gewesene Qualität der Figuren- und Umgebungsschatten. Auch die Soundkulisse ist stimmig in Szene gesetzt, lediglich die Synchronsprecher wirken irgendwie demotiviert und ihr Tonfall passt oft nicht zum Spielgeschehen. Außerdem bieten die Spiele der Orange Box kurze Ladezeiten, viele Achievements, 99 an der Zahl, und die Möglichkeit jederzeit zu speichern. Also eine Menge Argumente, die für einen Kauf sprechen. Aber ist der Titel auch für Spieler interessant, die bereits „Halflife 2“ gespielt haben?
Mit „Portal“, dem wohl unkonventionellsten Titel dieser Spielesammlung, schickt Valve den Spieler auf einen neunzehn Level umfassenden Testparcours, der mit Rätseln und lebensgefährlichen Fallen gespickt ist. Obwohl das Spiel genau wie „Halflife 2“ ein Shooter ist, habt ihr keine Waffen dabei, sondern lediglich eine Portalkanone. Diese hat es allerdings in sich, denn damit könnt ihr ein Eingangs- und ein Ausgangsportal an die Wände, Decken und Böden schießen und mithilfe derer erhöhte Punkte, Abgründe und allerlei andere Hindernisse überwinden. Dabei analysiert eine Computerstimme jeden eurer Schritte und sorgt zusammen mit dem Leveldesign des Testparcours, dass eine ganz eigenwillige Atmosphäre aufkommt. Obwohl man das Spiel in 4-5 Stunden durchspielen kann, sind die Rätsel besonders zum Ende hin sehr knifflig. Das Erfrischende an Portal im Gegensatz zu anderen Knobelspielen ist die Tatsache, dass zwar auch hier manchmal Fingerfertigkeit verlangt wird, die Rätsel aber durchweg intellektueller Natur sind. Außerdem wird die Idee mit der Portalkanone auf verschiedene Weisen ins Spiel integriert und die Rätsel wiederholen einander kaum. Alles in allem ist „Portal“ ein gelungenes, aber viel zu kurzes Spiel, von dem wir gerne mehr sehen würden.
Der reine Multiplayer Shooters "Team Fortress 2" fällt von Beginn an durch seine sehr individuelle Visualisierung auf, mit einem ganz eigenen Cel-Shading-ähnlichen Grafikstil, der allerdings durch die Verwendung der Source-Engine immer noch einen realen Eindruck macht. Man erklärte uns bei einer Entwicklerpräsentation auf der diesjährigen GC, dass das Team beim Design des Spiels besonderes Augenmerk auf die farbliche Gestaltung des Spiels gelegt habe. So haben die beiden verschiedenen Teams auch unterschiedliche Farb- und Designschemata. Demzufolge kommt die Basis von Team Blau im industriellen Look daher und wird von kühlen Farbtönen dominiert, während die Basis von Team Rot eher einen ländlichen, mit warmen Farbtönen gestalteten Eindruck macht, so dass sich der Spieler leichter orientieren kann. Besondere Mühe habe man sich laut Entwickleraussage mit der Qualität der Texturen gegeben, die zwar zweidimensional sind, aber dank einer bestimmten Colorierung einen 3D-Look vermitteln. Auch beim Charakterdesign der 9 Charakterklassen (Pyro, Heavy, Soldier, Engineer, Spy, Medic, Sniper, Demoman oder Scout), die sich jeweils in Bewaffnung, Laufgeschwindigkeit, Widerstandsfähigkeit und Spezialfähigkeiten unterscheiden, lag der Fokus darauf jede Charakterklasse im vergleich zur anderen einen einzigartigen Aussehen zu verpassen, die es ermöglichen die einzelnen Klassen auch auf weitere Entfernung eindeutig voneinander zu unterscheiden. Des weiteren war es den Entwickler zwecks erhöhter Multiplayer-Bedienerfreundlichkeit wichtig, dass sich die Spielfiguren grafisch deutlich von der Umgebungsgrafik abheben und farblich so akzentuiert sind, dass problemlos auszumachen ist, welche Waffe der Gegner gerade trägt. In Action sieht das Ganze einfach phantastisch aus. Spielerisch besticht „Team Fortress 2“ durch einen ganz eigenen Humor und schnelle actiongeladene Schießereien, die im Wesentlichen aufgabengerichtet sind. So gibt es neben dem ordinären Deathmatch auch Spielvarianten wie „Capture the Flag“ oder Gebietskämpfe. Im Vergleich zu anderen Online-Shootern ist die Eingewöhnungsphase relativ hoch, der Netzwekcode ist allerdings ausgezeichnet, so dass heißen Live-Matches mit bis zu 16 Spielern nichts im Wege steht. Leider hat die Angst vor einer Indizierung jedoch dafür gesorgt, dass bei der deutschen Version Blut und die Knochen, die nach einem Kill in der Originalversion durch die Gegend fliegen, durch Metallspiralen, Konservendosen und andern Unrat ersetzt. Durch diese, wie ich finde, unnötige Zensur verliert das Spiel ein wenig von seinem Trash/Comic Flair. Dennoch ist „Team Fortress 2“ ein witziger, abwechslungsreicher Multiplayer-Titel, der eine enorme taktische Tiefe bietet.
Fazit
Selbst Spieler, die „Halflife 2“ bereits auf dem PC oder der Xbox gespielt haben, sollten einen Blick in die „Orange Box“ werfen. Denn mit „Episode One“ und „Two“, sowie „Portal“ kommen ca. zwanzig Stunden exzellenter Unterhaltung auf den Spieler zu. Daneben hat man mit „Team Fortress 2“ ein Multiplayer-Erlebnis der eigenen Art. Kaum ein Spiel bietet derart viel Qualität und Quantität für sechzig Euro.
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