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Wenn der Name "Call of Duty" fällt, denkt man unweigerlich an den zweiten Weltkrieg und den D-Day. Dies ändert sich nun, denn Infinity Ward erspart den Spielern eine erneute Schlacht gegen das Dritte Reich und lässt den Spieler Krieg in de "Neu-Zeit“ spielen. Ob der neueste Teil der Shooter-Reihe an die genialen Vorgänger heran kommt oder vielleicht sogar noch besser geworden ist, erfahrt ihr in diesem Review.






Wenn man actionreiche Shooter, wie "Call of Duty" oder "Medal of Honor" spielt, verkommt die Story meist zur Nebensache. Beim aktuellen CoD-Sequel "Modern Warfare" sollte man diese allerdings selbst im Eifer des Gefechtes nicht zu sehr aus den Augen verlieren. Denn diese ist sehr spannend und atmosphärisch erzählt und ab und zu ist es auch für das Weiterkommen in der Mission von Bedeutung, den Anweisungen der virtuellen Vorgesetzten folge zu leisten. Teilweise stellt sich das Geschehen dabei als ziemlich erschreckend dar, denn die Entwickler zeigen den Krieg, vor allem in den Zwischensequenzen, in seiner vollen Grausamkeit. Man spielt wieder, wie auch im Vorgänger, Soldaten verschiedener Einheiten aus unterschiedlichen Herkunftsländern. Zu Beginn wird man einem Squad der britischen Spezialeinheit SAS zugeteilt und muss im weiteren Verlauf des Spiels als Mitglied der amerikanischen Sondereinheit Force Recon auf Terroristenjagd gehen. Im Grunde hängen diese beiden Truppen aber sehr eng zusammen. Ein fiktiver Ultra-Nationalist namens Zakhaev hat sich mit einem ebenso frei erfundenen Revolutionsführer namens Al-Asad zusammengetan. Diese beiden haben eine Organisation namens „Die Vier Reiter der Apokalypse“ gegründet und wollen die US-Truppen im nahen Osten in eine Falle locken, um von dem von Zakhaev angezettelten Bürgerkrieg abzulenken. Man erkennt also eine gewisse Anlehnung an die Konfliktsituation im Nahen Osten, auch wenn sie glücklicherweise nicht allzu deutlich ausfällt.

Die Missionen sind in bester CoD-Manier sehr linear aufgebaut, so dass es keiner hellseherischen Fähigkeiten bedarf, um heraus zu finden, welchen Missionspunkt man als nächstes in Angriff nehmen muss. Zudem hilft ein Radar, auf dem die "objectives" markiert sind, bei der räumlichen Orientierung. Während die ersten Missionen, die in Russland spielen, eher "ruhig" ablaufen, wird man in den Missionen im nahen Osten gerade zu in ein Chaos aus Blut und Stahl geworfen, das beinahe schon apokalyptische Züge hat. Hier brennt teilweise sprichwörtlich die Luft, links und rechts von euch schlagen Bomben ein und eure Kameraden fallen wie die Fliegen. Wie man es schon aus den Vorgängern kennt, bekommt man auch beim vierten Teil der Serie wieder Action pur, anstatt taktischem Geplänkel vorgesetzt. Mitunter ist es schwierig, aufgrund des heftigen Feuers, in das ihr stellenweise geratet, nicht die Übersicht zu verlieren, jedoch ohne, dass das Spiel unfair wäre. Aber natürlich ist nicht in jeder Mission Dauerfeuer erforderlich. Für Abwechslung sorgen kleine, aber recht anspruchsvolle Sniper-Missionen. Mit der Steuereung werdet ihr traditionell in einem Tutorial vertraut gemacht, das in einem Ausbildungslager statt findet und startet im Anschluss daran direkt in die erste Mission. Diese führt euch während einer regnerischen Nacht an Bord eines Helikopter über dem windgepeitschten Ozean und ihr werdet mit der Aufgabe betraut, ein Frachtschiff zu infiltrieren.
Das Setting erinnert unweigerlich an "Rainbow Six" und man merkt sofort, dass "Call of Duty" nun in der nahen Zukunft spielt und ihr nicht weiter auf Nazi-Jagd gehen müsst. Wer nun aber denkt, das Gameplay wäre darauf beschränkt, innerhalb eines Levels von A nach B zu laufen und auf dem Weg alle Gegner zu beseitigen, unterschätzt Activisions neueste Ballerorgie. Denn "Call of Duty 4" gelingt es, die Aufmerksamkeit des Spielers immer wieder mit überraschenden Storywenden in seinen Bann zu ziehen und vor den Bildschirm zu fesseln. So passiert es mitunter, dass eine Sniper-Mission aus heiterem Himmel zu einer Rettungs-Mission wird und ihr einen verwundeteten Kameraden vom Schlachtfeld retten und in Sicherheit tragen müsst. Anders als die Storyline, die wie erwähnt genial geskriptet wurde, ist das "Hit- & Response-System" nicht über jeden Zweifel erhaben und so kommt es vor, dass in den Snipermissionen schonmal ein lupenreiner Headshot lediglich dazu führt, dass der Gegner verdutzt aus der Wäsche schaut, um direkt im Anschluss Alarm zu schlagen.

Die grafische Pracht von "Call of Duty 4" ist einfach atemberaubend. Schon der erste Level des Spiels besticht durch grandiose Regen-, Wasser- und Raucheffekte. Auch die Levels im Irak sind nicht einfach nur Wüste. Explosionen und verirrte Schüsse wirbeln den Sand auf, Mauern und Objekte bersten im Kugelhagel der feindlichen MG-Stellungen. Im späteren Verlauf der Story erlebt man sogar die Detonation einer Atombombe aus nächster Nähe mit. Man kriecht aus dem Wrack des abgeschossenen Hubschraubers, spürt die Schwere förmlich in den Gliedern, sieht den Atompilz am Horizont aufsteigen und sieht im nächsten Moment die Druckwelle der totalen Zerstörung auf sich hinzu rasen - absolutes Gänsehautfeeling, wie nur wenige Spiele es zu vermitteln schaffen.
Auch der Sound von "Call of Duty 4" ist einfach nur bombastisch. Sowohl musikalisch, als auch in punkto Soundeffekte hat das Team von Infinity Ward ganze Arbeit geleistet. Und so bereichert die brachiale Klangkulisse das Spielgefühl erheblich und sorgt zusammen mit der tollen Grafik und dem actiongeladenen Gameplay für ein großartiges Spielerlebnis.

Um Aussagen über die Steuerung zu treffen, bedarf es eigentlich nur eines Wortes: Ausgezeichnet! Von Beginn an fallen die spielerischen Parallelen zu den Vorgängern auf, wodurch der Einstieg noch leichter fallen dürfte, insbesondere für Kenner der Serie . Die Nahkampfduelle aus dem dritten Teil wurden komplett entfernt. Stattdessen geht man nun mit Hunden auf Tuchfühlung und muss diesen wortwörtlich den Hals umdrehen, wenn man von ihnen überrumpelt wurde. Auch das obligatorische Tutorial erfüllt seine Aufgabe, Spielern, die bisher keinerlei Erfahrung mit der CoD-Reihe hatten, die Bewegungsgrundlagen zu vermitteln.

In der Uncut-Version von "Call of Duty 4" findet man darüber hinaus noch einen Arcarde-Modus, auf den deutsche Spieler leider verzichten müssen. Hier müsst ihr die einzelnen Levels unter Zeitdruck absolvieren und bekommt für jeden Abschuss Punkte gut geschrieben, ähnlich der Meta-Kampagne bei "Halo3". An sich ist der Arcarde Modus eine nette kleine Ergänzung zum Story-Modus, der allerdings wenig Beachtung finden dürftem, da der Multiplayer um Einiges spannender ist.

Verbindungstechnisch ist der Multiplayer-Modus von "Call of Duty 4" das Maß aller Dinge. Keinerlei Ruckler oder Slowdowns trüben den Spielspaß und das Suchtpotential ist enorm, sofern man Ego-Shootern etwas abgewinnen kann. Allerdings wären ein paar zusätzliche Spiel-Modi wünschenswert gewesen, da es über die Standard-Modi hinaus, keine Überraschungen gibt, obwohl es dem Titel sicherlich nicht geschadet hätte. Trotzdem brauch sich der Multiplayerteil von "Call of Duty 4" nicht hinter LIVE-Blockbustern wie "Halo 3" zu verstecken. So mancher wird es sicherlich Bungie's NextGen-Debüt vorziehen. Aber das ist ja bekanntlich Geschmackssache.


Fazit:

Die Jungs von Infinity Ward haben das Kunststück vollbracht, einen Ego-Shooter zu kreieren, der keinerlei Vergleiche mit Konkurrenztiteln scheuen muss. Ganz im Gegenteil: "Call of Duty 4" überzeugt durch eine spannende Story, die den Spieler so schnell nicht mehr los lässt. Von der Grafik, über die Steuerung, bis hin zum Mutliplayer-Modus: es bleiben kaum Wünsche offen.Denn das Gameplay und der audiovisuelle Gesamteindruck harmonieren perfekt miteinander. Bugs oder kleinere Grafikfehler, wie man sie in der Regel zuhauf bei Ego-Shootern erlebt, sind, wenn überhaupt, nur Randerscheinungen, die kaum auffallen. Der Multiplayer-Modus ist wie gewohnt eine Wucht und sorgt durch das neue Rängesystem für zusätzliche Motivation. Wer die CoD-Serie mag, wird den vierten Teil lieben. Aber auch Leute, denen die Reihe bisher nicht sonderlich zusagte, sollten sich dieses Spiel anschauen. Ansonsten läuft man Gefahr, eines der besten Games dieses Jahres zu verpassen.


Bewertung
Gameplay : 93% Sound : 94% Grafik : 92% Steuerung : 92% Multiplayer : 94%
Gesamt-Bewertung


Erstellt am : 07.11.2007      Autor : Mike Lisnieska          © EVO-X.DE & XBLIVE.DE
GAME-FACTS
Publisher : Activision
Entwickler : Infinity Ward
Release : 08.11.2007

Genre : Ego Shooter
Player : 1
USK Einstufung

keine Jugendfreigabe
Homepage
Call of Duty
Titel : Call of Duty 4      Publisher : Activision      Release : 08.11.2007
Titel : Call of Duty 4      Publisher : Activision      Release : 08.11.2007
Titel : Call of Duty 4      Publisher : Activision      Release : 08.11.2007
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