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         Man waren das noch Zeiten (vor ca. 30 Jahren), in denen ich mit
         Klassenkameraden Karten gespielt habe. Damals nannte man dieses
         Genre noch Quartett und das war voll analog. So ändern sich die
         Zeiten …
     Hätte man mir von einigen Jahren was von digitalen
     Kartenspielen erzählt, hätte ich denjenigen bestimmt
     einen Vogel gezeigt. Doch nun ist das ja fast schon
     alltäglich. Aber wie bezeichnet man dieses Genre jetzt
     eigentlich "Battle Card Trading" oder "Card Wars"? Wie    
     auch immer … ich versuche, es euch hier einfach mal
     näher zu bringen.






Eigentlich haben Kartenspiele ja im Allgemeinen einen sehr hohen Gesellschaftsfaktor. Man spielt zumeist mit mehreren Personen gegeneinander und erfreut sich zumeist an der emotionellen Reaktion seiner Kontrahenten. Nicht das dies bei „Eye of Judgement“ nicht möglich wäre, doch der Fokus schient hier eindeutig woanders zu liegen. Erstmals versuchen zwei Industriezweige eine Symbiose einzugehen. Sony liefert dabei das technische Knowhow und die Firma Hasbro bringt sich mit der „Trading Cards“-Expertise in den Kreis ein. Das Ziel war es, ein analoges Erlebnis auf die nächste Evolutionsstufe zu bringen und mit brachialer Technik zu visualisieren.
Doch damit die analoge Kartenwelt auch mit der digitalen korrespondieren kann, musste eine Schnittstelle geschaffen werden. Zu diesem Zweck hat Sony die zweite Generation der Eye Toy Cam entwickelt, die nun neben einer noch höheren Auflösung (640 x 480px) auch ein Mikro besitzt. Aber das nur am Rande…

Widmen wir uns nun mal dem Packungsinhalt des Spiels, welches mit beachtlichen 90 € zu Buche schlägt. Da wäre neben der Game-Bluray ein Spielfeld aus Stoff auf dem alles aufgebaut wird, ein Kartenpack mit 30 Kreatur- bzw. Zauberkarten und 4 Aktionskarten, ein Boosterpack mit 8 weiteren Spielkarten und ein Gestell in dem ihr die ebenfalls beiliegende USB Eye Toy Cam arretieren könnt. Schon mal 'ne Menge Holz.

Diese Grundausstattung erlaubt es euch gegen den Computer oder einen Onlinegegner anzutreten. Will man hingegen mit einem Freund ein Spielchen bestreiten, so werdet ihr nicht daran vorbei kommen noch mal in den Laden zu gehen und euch mindestens ein weiteres Kartendeck (ca. 13 €) mit 30/4 Spielkarten zuzulegen. Derer gibt es gleich 5 zum Release, jeweils eines passend zu jedem Element: Wasser, Feuer, Erde, Wald & Biolith. Damit auch die Sammelleidenschaft befriedigt werden kann, habt ihr die Möglichkeit mittels weiterer Boosterpacks (ca. 3-4 €) das komplette Kartenportfolio von insgesamt 110 Karten zu komplettieren. Ich glaube ich muss hier nicht erwähnen, dass man die Boosterpacks vor dem Kauf nicht einsehen kann. Doppelte Karten werden also beim Kauf an der Tagesordnung sein. Wer nun laut schreit das sei nur Geldschneiderei, dem kann ich nur sagen, dass dies ja nur Optionen sind, die nicht zwingend notwendig zur Durchführung eines Spiels sind. Haltet euch vor Augen... wer mit einem Freund zu Hause PlayStation spielen möchte, muss vorher auch einen zweiten Controller erwerben. Also: nicht direkt losmaulen.
Nichtsdestotrotz kann man dieser Symbiose eine gewisse Geschäftstüchtigkeit attestieren, denn dieses Geschäftsmodell geht über normale Addons heraus.

Kommen wir nun zum Spiel. Ziel des Spiels ist es die Gebietshoheit über das Spielfeld zu erlangen. Dabei ist es notwendig mittels geschickter Taktik mindestens 5 oder insgesamt 9 Felder mit seinen Kreaturen zu besetzen. Um dieses Vorhaben allerdings umzusetzen, gilt es aber erstmal alle Regeln der Kampfkunst zu verinnerlichen. Zu diesem Zweck hat Sony eine komplett eingedeutschte Videoanleitung auf die Bluray gepresst, die sich jeder Protagonist vor Beginn anschauen sollte. Die Regeln des Spiels sind zwar nicht kompliziert, aber sehr vielfältig. Schlachtstrategien werdet ihr euch im Laufe der Zeit selbst erarbeiten, doch nichts ist so wertvoll wie Erfahrung in diesem Spiel.

Eine genauere Beschreibung wie das Spiel gespielt wird würde den Rahmen dieses Tests mehr als sprengen. Der Spielablauf ist ähnlich zu einem RPG in dem ihr eure Kreaturen und Zauber abwechselnd gegeneinander ausspielt. Das macht ihr mit den beiliegenden Karten, deren Eigenschaften ihr gekonnt einsetzen solltet. Erst wenn ihr alle Kreaturen und Zauber verinnerlicht habt, werdet ihr auch in der Lage sein entsprechend zu agieren oder reagieren.
Die visuelle Umsetzung des Spiels ist absolut gelungen. Charaktere und Kampfsequenzen sind absolut imposant in NextGen-Grafik umgesetzt worden. Auch wenn sich die Sequenzen teilweise wiederholen, so ist doch kein Spielverlauf wie der andere.

Die Erkennung der Karten auf dem Spielfeld funktioniert nach entsprechender Justierung absolut problemlos. Wichtig ist das man für ausreichend gute und gleichmäßige Lichtverhältnisse sorgt, ansonsten könnte es bei der Kartenerfassung zu Problemen kommen.
Etwas unglücklich finde ich, dass das Spielfeld in Form eines Tuches mitgeliefert wurde. Je nach dem auf welchem Untergrund das Tuch liegt, kann es sich schon mal im Laufe eines Spiels verziehen oder verschieben. Da wäre mir ein festes Spielbrett lieber gewesen. Überhaupt solltet ihr drauf achten, dass das Kameragestell in der Position zum Spielfeld relativ fixiert ist. Größere Verschiebungen können leider nicht kompensiert werden.

Tipp: Am besten spannt ihr das Tuch mittels Heftzwecken auf ein Brett und fixiert das Gestell der Kamera mit einem Klettband. Danach kann den Spielgenuss nicht mehr viel trüben.

Fazit

Eye of Jugdement“ kombiniert auf geschickte Art und Weise analoges und digitales Gameplay. Es ist eine wirkliche Innovation… ein Genre, das es zuvor so noch nicht gab. Liebhaber von Trading Card Spielen können hier sicherlich blind zugreifen. Ob sich allerdings jeder für dieses Spiel begeistern kann, wage ich jedoch stark zu bezweifeln. Aber um dies beurteilen zu können, sollte es jeder Mal gespielt haben. Wer sich unschlüssig ist, sollte die Möglichkeit das Game in der Videothek mal auszuleihen nutzen. Mir hat es auf jeden Fall Spaß gemacht und ich werde es bestimmt auch noch im Kreise meiner Familie oder Freunde ausgiebig spielen. Gerade Leute die sich in der Welt von Videospielen und derer Bedienung nicht zu Hause fühlen aber Gesellschaftsspiele lieben, werden sich bei "Eye of Judgement" bestimmt schnell zurecht finden, da ein Controller hier (fast) fehl am Platze ist. An fehlender Langzeitmotivation wird, auch dank der zahlreichen Boosterpacks, wohl keiner zugrunde gehen.


Bewertung
Gameplay : 80% Sound : 80% Grafik : 85% Steuerung : 90% Multiplayer : 80%
Gesamt-Bewertung


Erstellt am : 02.11.2007      Autor : Oliver Hennig          © EVO-X.DE & XBLIVE.DE
GAME-FACTS
Publisher : SCEE
Entwickler : Sony
Release : 24.10.2007

Genre : Genre-Mix
Player : 2
USK Einstufung

ab 6 Jahre
Homepage
playstation.com
Titel : The Eye Of Judgement      Publisher : SCEE      Release : 24.10.2007
Titel : The Eye Of Judgement      Publisher : SCEE      Release : 24.10.2007
Titel : The Eye Of Judgement      Publisher : SCEE      Release : 24.10.2007
Titel : The Eye Of Judgement      Publisher : SCEE      Release : 24.10.2007
Titel : The Eye Of Judgement      Publisher : SCEE      Release : 24.10.2007
Titel : The Eye Of Judgement      Publisher : SCEE      Release : 24.10.2007
Titel : The Eye Of Judgement      Publisher : SCEE      Release : 24.10.2007
Titel : The Eye Of Judgement      Publisher : SCEE      Release : 24.10.2007
Titel : The Eye Of Judgement      Publisher : SCEE      Release : 24.10.2007
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