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Der von vielen Zockern erwartete Titel spielt zeitlich im Jahre 1191, während des dritten Kreuzzugs. Wie bereits erwähnt schlüpft ihr in die Rolle des Assassinen Altair, der im Spielverlauf neun wichtige Personen ausschalten muss, unvorhergesehene Wendungen eingeschlossen. Einige kleine Hinweise darauf, dass es in „Assassin’s Creed“ nicht die ganze Zeit nur um das Mittelalter geht, erkennt man schon beim Anspielen - so zum Beispiel das auf den ersten Blick unpassend futuristische HUD des Spieles oder einige Grafikeffekte im Spiel selbst. Denn die Hauptgeschichte, die in kurzen spielbaren Zwischensequenzen erzählt wird, spielt gar nicht im Mittelalter, sondern in der Gegenwart. Klingt verwirrend? Ist es auch.
Hinter dem Ganzen steckt folgendes: Eine Gruppe von Wissenschaftler hat die Theorie entwickelt, dass in der menschlichen DNA nicht nur das Erbgut, sondern auch die Erinnerungen ihrer Vorfahren gespeichert werden. Mit Hilfe einer Maschine , "Animus" genannt", kann man die in der DNA der Menschen gespeicherten Erinnerungen visualisieren und diesen Menschen die Möglichkeit geben, diese virtuell zu erleben. Das Ganze kann man sich ähnlich wie das System der Matrix vorstellen. Man bewegt sich also in einer Welt der virtuellen Realität. Hierbei soll der Protagonist des Spiels, der in den "Animus"-Sitzungen in den Körper des Assassinen Altair schlüpft, einem mysteriösen Unternehmen wichtige Informationen liefern. Generell ist die Hintergrundgeschichte, die im Gegensatz zu den Missionen, bei denen ihr zu Altair werdet, in der Realität spielt, äußerst nebulös. Ihr seid ein Gefangener der besagten Firma, die sich laut Aussage des euch "betreuenden" Wissenschaftlers auf die Fahne geschrieben hat, die Welt zu verbessern und angeblich für alle wissenschaftlichen Durchbrüche der letzten Jahrzente verantwortlich ist. Sind da etwa wieder einmal die Freimaurer im Spiel? Dies und welche Bedeutung ihr für das rätselhafte Unternehmen habt, könnt ihr leicht herausfinden, indem ihr den Titel selbst spielt. Aber genug zur Hintergrundgeschichte.....mehr zum eigentlichen Spiel.....
Nachdem ihr eure Aufträge vom Chef des Ordens erhalten habt, besteht das Spiel im Wesentlichen aus mehreren Elementen. Zu Beginn müsst ihr Informationen über euer potentielles Opfer und dessen Umfeld sammeln, sei es durch Einbruch, Diebstahl oder die Befragung anderer Leute. Als nächstes folgt die Infiltration, wo ihr durch Schleichen, Akrobatik oder Gewalt versucht, an das Opfer heran zu kommen. Hierbei ist bemerkenswert, dass man vollkommene spielerische Freiheit besitzt und in der Regel bei den Missionen auf unterschiedliche Wege zum Erfolg gelangen kann. Und der besteht aus dem nächsten Schritt, nämlich der Liquidierung der Zielperson. Allerdings beginnt danach die eigentliche Schwierigkeit des Spiels, die Flucht. Denn es ist nicht immer einfach, lebend den Tatort hinter sich zu lassen und etwaige Verfolger abzuschütteln. Das Geschehen spielt dabei hauptsächlich in den drei sehr umfangreichen und frei begehbaren Städte, Jerusalem, Akko und Damaskus, die ihr mithilfe eines Pferdes bequem erreichen könnt.
Die Städte wirken unglaublich lebendig - Scharen von Passanten tummeln sich auf den Straßen oder belagern die Marktstände. Die Wachen beobachten das Treiben in der Stadt, Bettler bedrängen die Reicheren und Raufbolde pöbeln Passanten an. Nie zuvor hat man auf einer Konsole eine so belebte und realistische Spielumgebung gesehen, wie in Ubisofts neuem Meisterwerk. Je nach Situation erlebt man die Stadtbewohner auf unterschiedliche Art und Weise, denn die Interaktionsmöglichkeiten sind immens. Manchmal nerven die Bettler und Raufbolde einfach so sehr, dass man nicht anders kann, als ihnen eine Abreibung zu verpassen. In anderen Situationen kommt euch eine Gruppe Mönche gelegen, um unterzutauchen, und ungesehen in bestimmte Bereiche der Stadt zu gelangen.Doch nicht nur die Straßen sind für die Bewegung in der Stadt gedacht. Denn Altair ist ungemein athletisch und beweglich, so dass ihr problemlos auf Gebäude klettern und von Dach zu Dach springen könnt, um bespielsweise nicht so leicht entdeckt zu werden.
Der Balken am rechten oberen Rand des Bildschirms dient dazu, anzuzeigen, wie synchron sich der Spieler im Vergleich zur ursprünglichen Erinnerung seines Vorfahren verhält. Ziel ist es natürlich so synchron wie nur möglich, die Erinnerung "nachzuspielen". Erlittene Treffer, Stürze aus großer Höhe und die Ermordung von Zivilisten sorgen für den Verlust von Synchronitätspunkten.
Besonders die Steuerung ist den Spieleentwicklern aus Kanada ausgesprochen gut gelungen und sehr intuitiv. Das Geschehen wird, wie üblich für diese Art von Spielen, in der Third-Person-Perspektive gezeigt. Mit dem linken Analogstick steuert ihr den Assassinen, mit dem rechten die Kamera und mit dem Steuerkreuz wechselt ihr zwischen den verfügbaren Waffen - Faust, Schwert, Dolch und Assassinenklinge. Wenn ihr den linken Trigger festhaltet, wechselt ihr in den Kampf-Modus und könnt Gegner anvisieren und markieren. Die Aktionstasten sind kontextsensitiv belegt. Auf jede Taste entfallen im Grunde mehrere Aktionen, mal abhängig von der Situation, mal abhängig davon, ob der linke Trigger gedrückt wird oder nicht. Die X-Taste ist beispielsweise für alle Kampf-Aktionen zuständig, wie der Angriff mit der aktuell ausgewählten Waffe, Meucheln oder Konterschläge. Die B-Taste ist im Prinzip eure freie Hand, hiermit könnt ihr Gegner packen, euch bei einem misslungenen Sprung noch festklammern oder in den Straßen Passanten wegstoßen. Die A-Taste bewegt eure Beine, mit ihr sprintet und springt ihr oder macht einen Ausweichschritt. Das klingt zunächst einmal alles recht kompliziert, ist es aber gar nicht. Denn die Steuerung geht nach einer kurzen Eingewöhnungsphase in Fleisch und Blut über.
Auch grafisch kann das Spiel auf ganzer Linie überzeugen. Die Umgebungsgrafik lässt einen zum Teil richtig staunen und vermittelt sehr schön das mittelalterliche Flair. Die Weitsicht ist beeindruckend und die Bewegungs- und Kampfanimationen sind hervorragend gelungen. Kleinere Grafikfehler und Ruckler treten zwar gelegentlich auf, fallen aber kaum ins Gewicht. Auf der PS3 läuft das Ganze ein wenig flüssiger als auf der Xbox 360. In der Nähe von Türmen oder auch Verstecken weisen euch Adler auf deren Existenz hin , Taubenschwärme sitzen auf Dächern und fliegen davon, wenn ihr euch nähert. Dies unterstreicht nochmals die Detailverliebtheit des Entwicklerteams und ist einfach schön anzuschauen.
Auch die Soundkulisse setzt mit verschiedenen Sprachen, der Kreuzfahrer aus aller Herren Länder, stimmiger Begleitmusik und netten Waffensounds echte Highlights. Und die Lokalisierung ist zudem richtig gut gelungen. Als gute Nachricht ist zu vermelden, dass das Spiel ein Rating von der USK „ab 16“ bekommen hat, da besonnenes Vorgehen lohnender ist, als blindes Metzeln. Man sieht, dass bei den richtigen Ansätzen auch die USK nicht immer den Spielverderber mimt und so muss man als Deutscher nicht zur Importversion greifen, um in den Genuss einer „Uncut“ zu kommen. Auch der Umfang ist mit 20 Stunden Spielzeit ordentlich. Denn der durchschnittliche Spieler wird sicherlich doppelt so lange brauchen. So habe ich beispielsweise für eine Mission, die eigentlich eine Stunde dauern sollte, geschlagene drei Stunden gebraucht.
Fazit: Assassin's Creed ist ein in vielerlei Hinsicht herausragendes Spiel. Grafik, Sound und in erster Linie das intuitive Gameplay, das eine unheimliche Handlungsfreiheit bietet, sorgen dafür, dass „Assassin’s Creed“ sicherlich einer der absoluten Hitkandidaten für das diesjährige Weihnachtsgeschäft ist. Das Beste ist allerdings, dass der Titel mit neuen Ideen besticht und dadurch für ein vollkommen einzigartiges Spielerlebnis sorgt. Alles in allem merkt man dem Spiel an, dass die häufigen Release-Verschiebungen dem Endprodukt gut getan haben und deutlich zur Qualität des Titels beigetragen haben. Jeder, der mit dem Story-Setting etwas anfangen kann, sollte einen Blick riskieren.
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