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Seit Jahren dominiert Mr.Hawk das Spielgeschehen auf den virtuellen Skateparks. Doch jetzt wagt sich Eletronic Arts, der weltweit größte Publisher und Entwickler von Computer- und Videospielen, sich ein Stück vom Kuchen abschneiden zu wollen!? Was soll Skate denn bieten, was es in Tony Hawk nicht schon einmal gab? Realismus lautet die Antwort!



Neuland

Der Skateort des Geschehens ist San Vanelona, eine Mischung aus San Francisco, Vancouver und Barcelona. Die Stadt ist riesig und hat einen länglichen Charakter - insgesamt gibt es vier Stadtteile, welche genügend Abwechslung bieten. Zu aller erst bastelt man sich seinen Skater, leider keine Skaterin, zusammen und verpasst ihm ein ordentliches Outfit, ein passendes Board mit Trucks und Rollen gehören ebenfalls zur Ausrüstung. Im Spiel angekommen, gilt es verschiedene Challenges zu absolvieren, um in der Karriereleiter nach oben zu klettern. Man schießt Fotos und dreht Videos, nimmt bei Best Trick & Jam – Contests teil, rammelt die Hügel in Deathraces hinunter, bis einem später die Pforten der X-Games geöffnet werden. Nebenbei gibt es gegen Profiskater zu schlagen und Spots zu ownen. Auch spielen Sponsoren später eine Rolle, damit ordentlich Moos verdient wird, um sich neu bzw. schicker einzukleiden und auszurüsten. Neue Skatelocations schalten sich mit der Zeit frei, wo man sich nach Belieben austoben kann. Zu Fuß geht es leider nicht bei Skate voran. Treppen sind dadurch ein unüberwindbares Hindernis, aufwändiges Umfahren ist dabei meistens die einzige Lösung. Zum Vorteil ist es, wenn für solche Fälle, mit einer einfachen Tastenkombi, ein Spawnpunkt angelegt wurde. Für den Weg zwischen den Aufgaben dient die U-Bahn oder aber man beamt sich direkt Vorort.

Fisheye

Betrachtet wird der Skater aus einer sehr niedrig liegenden, nicht festen Fischaugenkameraperspektive, welche aus echten Skatevideos bekannt ist. Das Hauptaugenmerk wird dadurch viel mehr auf das Zusammenspiel zwischen dem Deck und den Füßen gelegt. Größtenteils verhält sich diese Kamera intelligent, dadurch lässt sich z.B. beim Grinden viel besser die Stellung des Boards erkennen. Leider versperrt man sich mitunter selber die Sicht und fährt dann irgendwo dagegen. Auch stört manchmal etwas, dass in einer Pipe die Kamera nach Belieben hin und her schwankt.

Flashback

Ein nettes Feature ist der Replayeditor. Damit ist es möglich, eigene Videos zusammen zu schnipseln oder spektakuläre Fotos zu erstellen, um diese dann auf ea.com zu uppen, damit jedermann diese betrachten kann. Leider sind die Funktionen etwas spärlich ausgefallen. Mehr Kameraperspektiven und eine stufenlos regelbare Geschwindigkeit wären schön gewesen.

Der Daumen

Da man aus dem letzten Jahrzehnt mittlerweile das Tony Hawk- Gameplay im Blut hat, versucht man zunächst die gewohnten Moves zu praktizieren, allerdings vergeblich. Bei Skate setzt EA stattdessen auf eine analoge Steuerung, „Flickit“ genannt, welche größtenteils mit den beiden Analogsticks vollzogen wird. Der rechte Stick simuliert dabei die tatsächliche Bewegung der Füße, die ein Skater auf einem echtem Board ausführen müsste, um ein den Trick zu nailen - auf stupides Buttonsmashing wird dabei verzichtet. Die Ausübung eines Ollies vollzieht man, indem der Analogstick nach unten gedrückt wird, zum in die Knie gehen und schnell nach oben geschnipst wird, um abzuspringen. Fliptricks entstehen durch die Variation der Richtung des Sticks. Durch leichtes Neigen des Sticks werden problemlos Manuals realisiert. Bei Grabs entscheidet ebenfalls der Stick, wo sich der Skater am Brett festkrallt. Wenn der Protagonist auf ein Geländer spring, vollstreckt dieser automatisch einen Grind, wobei der Trick wieder von der Stellung des Sticks abhängt. Dabei besteht die Kunst darin, den richtigen Zeitpunkt des Sprunges perfekt zu treffen. Wird die Rail verfehlt, praktiziert man einen Nussknacker to Rail. Natürlich ist das Kombinieren der Tricks möglich, später ist dies auch ein Muss um in Skate zu bestehen. Anfangs helfen kleinere Tutorials, um die Gewöhnung an die Steuerung zu beschleunigen. Dieses Gameplay braucht eine gewisse Eingewöhnungsphase, aber relativ schnell bemerkt man, dass es sich skaten noch nie so realistisch angefühlt hat. Leider hat die „neue“ Steuerung einen Haken: dummerweise liegen einige Tricks zu dicht nebeneinander, so dass es teilweise mehrere Versuche braucht, um dann auch das ausführen zu lassen, was man möchte. Gerade bei Challenges, wo ganz bestimmte Flips zu genau vorgeschriebenen Grinds vollendet werden sollen, ist es teilweise ein arger K(r)ampf mit dem eigenem Daumen. Mitunter hat man das Gefühl, die Steuerung besitzt ihren eigenen Kopf und der (Miss-) Erfolg ist reiner Zufall. Geduld ist an solch einer Stelle die wichtigste Voraussetzung. Trotzdem spielt sich Skate angenehm frisch und gerade wer selber schon einmal auf einem Board stand, wird diese neue Steuerung sehr begrüßen und lieben lernen.

Die Technik

Visuell bietet Skate sehr gehobenes Mittelmaß. Durch die Größe der Stadt ist nachvollziehbar, dass nicht an jeder Ecke die besten Shadereffekte auf Einen warten, aber es hält sich in einem sehr akzeptablen Bereich. Tiefen- und Bewegungsunschärfe gepaart mit Kantenglättung und netten Bloomeffekten runden die grafische Darstellung ab. Die Framerate ist immer stabil, egal wie schnell man die Hügel runter saust. Die Skater selbst sind dank Klamottenphysik sehr hübsch anzusehen und weisen eine hohe Polygonanzahl auf, welche sich bei den unzähligen Stürzen dank hervorragender Ragdoll zeigt: Es sieht stellenweise richtig böse aus, wenn man hinfällt und dabei mit dem Kopf zuerst auf den Boden aufschlägt. Die Animationen der Skater sind so weich wie warme Butter, da keine Übergänge zwischen den Tricks auszumachen sind. Nicht einmal ansatzweise wirken die Bewegungen hölzern, was dazu führt das Skate verdammt authentisch wirkt. Musiktechnisch ist für jeden etwas dabei: Eine gesunde Mischung aus Rock, HipHop und Alternativ steht dabei zu Wahl. Nichtgemochte Tracks können einfach ausgeschaltet werden oder aber es wird auf die eigene Musiksammlung zurückgegriffen. Besonders gelungen sind die Soundeffekte. Sei es beim Aufkommen nach einem Sprung oder beim Querstellen des Skateboards bei schneller Fahrt oder bei einem Grind. Live geht es ähnlich wie im Singleplayer zur Sache: Man misst sich mit seinen Freunden an verschiedenen Contests. Leider laggt das Spielgeschehen selbst bei einer 16Mbit Verbindung gelegentlich.

Resümee

Im Gesamten ist EA's Skate ein sehr gelungener Einstieg ins Skategeschehen. Das Gameplay ist intuitiv, aber noch verbesserbar. Optisch und akustisch ist Skate sehr gelungen. Der Umfang von ca. 20 Stunden ist mehr als zufriedenstellend. Aber vor allem das Spielgefühl ist das, was einem an Skate so unheimlich viel Spaß bereitet.



Bewertung
Gameplay : 92% Sound : 94% Grafik : 85% Steuerung : 85% Multiplayer : 80%
Gesamt-Bewertung


Kommentar des Redakteurs
Das Skateterritorium war einmal das Revier des Adlers.
Erstellt am : 12.10.2007      Autor : Robert Schmidt          © EVO-X.DE & XBLIVE.DE
GAME-FACTS
Publisher : Electronic Arts
Entwickler : EA Games
Release : 26.09.2007

Genre : Sport
Player : 1
USK Einstufung

ab 12 Jahre
Homepage
EA
Titel : Skate      Publisher : Electronic Arts      Release : 26.09.2007
Titel : Skate      Publisher : Electronic Arts      Release : 26.09.2007
Titel : Skate      Publisher : Electronic Arts      Release : 26.09.2007
Titel : Skate      Publisher : Electronic Arts      Release : 26.09.2007
Titel : Skate      Publisher : Electronic Arts      Release : 26.09.2007
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Titel : Skate      Publisher : Electronic Arts      Release : 26.09.2007
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