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Egoshooter, die an den Fronten des zweiten Weltkriegs spielen, sind heutzutage - obwohl die schrecklichen Geschehnisse schon über 60 Jahre zurück liegen - beliebt wie nie zuvor. Spiele wie Return to Castle Wolfenstein oder Medal of Honor konnten große Erfolge feiern. Und auch Call of Duty kann stolz von sich behaupten, einer der beliebtesten Onlineshooter zu sein. Nun möchten die Leute von Activision auch auf Microsofts XBOX ihr Glück suchen. Wir haben für euch diesen WW2 Shooter mal unter die Lupe genommen und geben hier den Bericht zum Status Quo. Ist es neuer Anwärter auf den Egoshooter-Thron oder doch nur 08-15? Ihr werdet es gleich erfahren!

Mit vereinten Kräften gegen das Naziregime!
Neben dem Mehrspielermodus, zudem es später genaueres gibt, enthält Call of Duty natürlich auch einen Einzelspielermodus für all jene, die lieber alleine in den Krieg ziehen. Das Ganze ist in drei verschiedene Kampagnen unterteilt: Eine Russland-Kampagne, eine Nordafrika-Kampagne und eine Europäische, die in Belgien angesiedelt ist. Hierbei erlebt ihr das Geschehen ständig aus einer anderen Perspektive. Mal spielt ihr einen britischen Soldaten, ein anderes Mal einen amerikanischen Panzerfahrer oder eine russiche Scharfschützin. Langeweile ist hier also ausgeschlossen. Auch die Missionsziele sind alles andere als öde. Hier müsst ihr nicht nur rumlaufen und drauflos ballern, sondern euch z.B. in einem Gebäude verschanzen um einen Panzertrupp mit eurem Scharfschützengewehr zu beseitigen, eine Panzerfabrik verteidigen oder mit einem Panzer bestimmte Gebiete einnehmen. Ihr habt richtig gelesen, Call of Duty ist nicht nur ein reiner Fußmarsch, wie es bei der Medal of Honor Serie der Fall ist, denn in einigen Missionen habt ihr sogar die Möglichkeit Fahrzeuge zu bedienen. Dennoch, trotz der vielen taktischen Ansätze steht bei Call of Duty immer noch der Actionanteil im Vordergrund.

Dank des spektakulär inszenierten Spielablaufes kann sich aber auch die Atmosphäre wirklich sehen lassen. Nicht zuletzt sind es die gewaltigen Explosionen, einstürzenden Häuser und die leidenden Kameraden, die euch das Gefühl geben, mitten im Geschehen zu sein.
Einen weiteren Beitrag zur fantastischen Stimmung tragen auch die Zwischensequenzen bei. Diese sind in Spielgrafik und erklären eure Missionsziele. Gelegentlich trifft ihr auch auf Kameraden die euch ihre Geschichte erzählen, z.B. warum sie in den Krieg gezogen sind. Auffällig ist allerdings die etwas dümmlich anmutende KI der Widersacher. Es kann vorkommen, dass sich die Gegner nicht von der Stelle rühren, auch wenn man nur 2m von ihnen entfernt ist. Die Frage, die sich da einem aufdrängt, heißt: Sind die nur blind oder doch blöde?

Jeder Schuss, (k) ein Treffer?
Einer der größten Mankos dürften die derben Zielprobleme sein. Anfänger haben damit wirklich große Schwierigkeiten, was der sehr gewöhnungsbedürftigen und schwammigen Steuerung zu zuschreiben ist. Zudem ist es im Spiel, abgesehen von dem Scharfschützengewehr, auch nicht möglich, vernünftig heran zu zoomen. Man kann zwar die Waffen anlegen, aber ein Fadenkreuz ist nicht vorhanden. Somit ist dieses Feature anfangs nicht gerade hilfreich. Das Spiel ist in dieser Hinsicht also etwas realistischer gehalten. Nach einigen Spielstunden hat man sich allerdings daran gewöhnt und kommt damit relativ gut zurecht.

Mit dem Schwierigkeitsgrad wird man keine Probleme haben, hier passt sich das Spiel gut auf eure Fähigkeiten an. Leider ist die Schlacht bei etwas geübteren Spielern bereits nach 8 - 10 Stunden beendet. Als Belohnung könnt ihr aber noch einige Cheats abstauben. Damit könnt ihr, wie üblich, mit Schummeleinen wie etwa Unbesiegbarkeit oder unendlich Munition durch die Levels rennen.

Wie alt ist denn diese Engine?
Einem Spiel wie Call of Duty sollte man schon allein der Atmosphäre wegen, bombastische Effekte, tolle Texturen und schöne Landschaften abverlangen können. Leider ist dem nicht so, denn die verwendete Engine ist wohl nicht mehr ganz „state of the art“. So bekommt man lediglich schwache Landschaften, matschige Texturen und einige Clippingfehler geboten, die den Spielspaß so manches mal massiv beeinflussen. Dafür läuft Call of Duty aber stets flüssig, ganz egal wie sehr es gerade zur Sache geht. Das ist zwar das Mindeste was man verlangen kann, aber immerhin ein kleines Trostpflaster.

Peng, Boom, Krawumm!
Was den Sound betrifft haben die Entwickler Großes geleistet. Ein wirklich toller Sourroundsound, der keine Wünsche offen lässt. Die Schüsse und Effekte fliegen einem förmlich um die Ohren und hinzu kommt ein fundamentaler Bass. Das steigert vor allem im Singleplayermodus die Atmosphäre immens. Das Spiel wurde komplett deutsch synchronisiert und das gar nicht mal so schlecht. Hier hat man sich echt Mühe gegeben. Positiv zu erwähnen ist auch noch der sehr gute Soundtrack der perfekt zum Spiel passt. Zusammengefasst könnte man sagen: Der Sound ist das Einzige am Spiel, was mit dem aktuellen Niveau von Spielen auf einer Ebene ist.

Der Onlinekrieg
Für die meisten wahrscheinlich das interessanteste am ganzen Spiel: der Livemodus.
Nun ja, die Features lesen sich wirklich gut: 16 Spieler auf vielen unterschiedlichen Maps, größtenteils ruckelfrei und mit vier verschiedenen Spielmodi [(Team)deathmatch, Capture the Flag und Suchen & Zerstören]. Das mag ja auch zutreffen, aber wo sind die Spieler? Die spielen wahrscheinlich alle Halo 2 :-). Wirklich schade drum, denn das hätte echt was werden können. So muss man sich mit den wenigen Spielern zufrieden geben und darf in Sachen Herkunft, Map und Spielmodus nicht wählerisch sein. Wenn sich genügend Spieler zusammengefunden haben, macht das Spiel aber wirklich Spaß. Nur der Einstieg ist leider sehr schwer, da die wenigen Spieler, die übrig geblieben sind, das Spiel dementsprechend beherrschen. Leider wird es in Zukunft nicht möglich sein, neue Maps herunterzuladen, eine Statistik ist übrigens auch nicht vorhanden.

Offline sind Mehrspielerpartien lediglich via Systemlink möglich. Ich hätte mir da noch einen Splitscreenmodus gewünscht.

Fazit:
Call of Duty: Finest Hour ist ein wirklich guter WW2-Shooter, der aber keinerlei Innovation freisetzt. Trotzdem sollten Fans des Genres ruhig mal reinschnuppern. Alle, die sich den Titel nur wegen dem Livesupport kaufen wollen, sollten vorher mal auf ihre Freundesliste schauen, denn die XBOX Online Community ist hier leider noch zu klein um jeden Shooter zu platzieren. 

 Facts
Publisher : ActivisionUSK : 18
Entwickler : ActivisionRelease-Date : 01.12.2004
Global Sound/Bild Steuerung XBOX-Live
Offline Players1-16
SystemlinkJa
Xbox ExklusivNein
THX SoundNein
Dolby 5.1Ja
TV-Format16:9
LenkradNein
Arcade StickNein
Light GunNein
Online MultiplayerJa
Content DownloadsNein
  


Bewertung
Gameplay : 75% Sound : 85% Grafik : 75% Steuerung : 80% Multiplayer : 80%
Gesamt-Bewertung


Kommentar des Redakteurs
Meinung Tim:

Meiner Meinung nach ein wirklich guter Shooter, der aber eher für Solisten gedacht ist, denn Online sind leider kaum Spieler anzutreffen, schade. Gelegentlich wird er aber bestimmt den Weg in meine XBOX finden.

Erstellt am : 15.03.2005      Autor : Tim Berwian          © EVO-X.DE & XBLIVE.DE
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