Nach dem guten ersten Eindruck, den die GC-Demo auf uns gemacht
hatte, haben wir uns dementsprechend erwartungsfroh an die Preview
begeben, um leider feststellen zu müssen, dass die Version lediglich
sechs Strecken umfasste und sich wohl auf dem Stand der GC-Demo befand.
Dies tat dem Spielspaß allerdings keinen Abbruch. Denn von Beginn an
werden die spielerischen Parallelen zum Dreamcast-Vorgänger
signifikant. Der neueste "Sega Rally" teil ist so arcadelastig wie eh
und je und nach kurzer Eingewöhnungsphase slidet man in wohlbekannter
Manier durch die Kurven rammt sein Gegner aus dem Weg und fühlt sich
fast schon wie ein professioneller Rallyefahrer. Das Handling der Wagen
geht gut von der Hand und ermöglicht Anfängern einen schnellen
Einstieg. Die Bremse kann man getrost vernachlässigen und so driftet
man nach kurzer Eingewöhnungsphase schwungvoll durch die Kurven,
zumindest mit den drei in der Preview verfügbaren Autos (Subaru Imprza,
Mitsubishi Evolution IX und Citroen Xsara), natürlich auch mit
optionalem Einsatz eines Force-Feedback-Lenkrads.
Dennoch ist „SEGA Rally“ kein einfaches Spiel. Es braucht schon etwas
Übung, bis man die aus drei Strecken bestehenden Trophies mit drei
Siegen abzuschließen. Denn das hohe Spieltempo verlangt, dass man sich
genau überlegt, welche Kurve man wie schnell und in welchem Winkel
anfährt. Die Gegner-KI war dabei relativ unausgeglichen und fuhr zum
Teil rundenlang fehlerfrei, um dann im Schneckentempo gegen jede
Leitplanke zu donnern. Dem Spielprinzip sehr förderlich ist die
Tatsache, dass es im Spiel keine Bäume oder Felsen gibt, an denen man
hängen bleiben kann und so kommt sehr bald ein flüssiges, temporeiches
Rennvergnügen auf.
In insgesamt sechs verschiedenen Szenarien (Canyon, Tropical, Alpine,
Safari, Arctic, sowie einem geheimen Szenario) und dementsprechend
unterschiedlichen Streckeneigenschaften kann man auf einer Vielzahl
verschiedener Strecken mit 34 größtenteils lizenzierten
Rallyefahrzeugen, darunter der Mitsubishi Concept-X, der brandneue
McRae Enduro, der RUF Rt 12 und ein einzigartiges Sondermodell des
HUMMER H3, an den Start gehen und sich auf actionreiche Rennen freuen.
Das herausragendste Feature, das Sega Rally bietet, ist allerdings die
sogenannte dynamische Streckendeformation. Die Fahrzeuge hinterlassen
Spurrillen auf der Strecke und wühlen den Untergrund auf, so dass keine
Runde der anderen gleicht und man seine Fahrweise dem veränderten
Untergrund anpassen muss. Je weicher der Untergrund, desto tiefer
werden auch die Furchen, die euer Wagen in den Boden pflügt. Darüber
hinaus müsst ihr Pfützen vermeiden, die euch auf vielen Strecken den
Speed rauben, Kurven schneiden und driften, was das Zeug hält, um die
Rennen als erster zu beenden. Dadurch erhält der Titel trotz der
arcadelastigen Fehreigenschaften der Bolliden unheimlich an Spieltiefe.
Wenn man auf Realität verzichten kann, wird einen das Gameplay von
„SEGA Rally“ packen, da das ganze Spielgeschehen sehr abwechslungsreich
gestaltet ist.
Neben den spielerischen Merkmalen des Spiels hat Sega bei der
Inszenierung einige optische Schmankerl zu bieten, die einerseits den
optischen Eindruck verschönern und andererseits das Arcade-Feeling
verstärken. So lockern in jeder Runde andere geskriptete Ereignisse das
Geschehen auf, wie z. B. ein sich schließender Bahnübergang, Helikopter
die knapp über dem Fahrzeug die Strecke schneiden, Züge, die neben der
Strecke fahren und Kampfjets, die über der Strecke herfliegen. Die
Wagenmodelle sind sehr schön gelungen, verfügen über kein
Schadensmodell, verschmutzen aber durch Schlammspritzer, das
Streckendesign ist auch durch die SEGA-Rally-typischen Actionsequenzen
am Rand der Strecke abwechslungs- und detailreich gestaltet. Selbst
wenn alle sechs Fahrzeuge gleichzeitig auf dem Bildschirm waren, lief
das Spiel auf 1080p samt aller Effekte, wie aufgewirbeltem Staub,
Schlammspritzer, Sonneneinstrahlung super flüssig und nahezu ohne
Slowdowns. Leider sind die Ladezeiten in der Previewversion relativ
lang gewesen und nur durch ein Bild im Stile einer Postkarte als
Ladebildschirm illustriert. Spiele wie DIRT zeigen, wie man lange
Ladezeiten mit Statistiken oder wenigstens Tipps zum Spiel kaschieren
kann.
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