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Gameplay - die fiktive Welt ist eine aus Dauerregen bestehende Großstadt, in der es durch die aufstrebende und stark anwachsende Zahl von Vampiren immer weniger Menschen mit Blut innen statt außen gibt. Sehr einfach gehaltene Straßenzüge (dazu etrem pixelig bei näherem Betrachten) erlauben sehr übersichtliche Wege bei wirklich schlicht gehaltenen Missionen. Sie gleichen eher einem abzulaufenden Pflichtparkour als einer Rette-die-Menschheit-Mission. So kennt man die nötigen Schritte sehr schnell, um mit Laufen, Springen, Klettern, Hangeln und Gleiten an sein Ziel zu kommen. Aber dies gilt nur für die durchaus sehr großen (Gegner-) leeren Bereiche der Vapire-Rain-Welt, denn sobald John in die nähe eines Vampires (Nightwalker) kommt, geht es nur noch schleichend voran. Denn wird der Nightwalker auf uns aufmerksam ist weder mit der Pistole, noch selbst bei gutem Zielen mit dem M16(!)etwas auszurichten. Kein Sprint rettet uns vor dem sicheren x-ten Tod und dem Frust der unglaublich unfair gesetzten Checkpoints. Die Tatsache späteres Fortsetzen nur an Missionsstarts möglich zu haben, gibt einem dabei den Rest. Dies zieht sich so lange durchs Spiel, dass die spät zu erhaltenen “richtigen“ Waffen nichts mehr an verlorenem Spielspaß wiedergutmachen können… auch wenn das Schlachten dann durchaus Genugtuung gibt!! Also bleibt uns nicht anderes übrig, als unsere Schleichwege zu perfektionieren und dem Blickfeld der Nightwalker dank „Nekrovision“ zu entgehen.
Grafik – hier ist bei der Steuerung die erste Generation Splinter Cell Engine klar zu erkennen und gibt keine großen Rätsel auf bis auf eine Frage: Wollte Artoon dieses Game für die PS2 oder für den Nintendo DS entwickeln? Für die Highend Xbox 360 ist die Grafik schlicht bescheiden.Leider ist es Artoon nicht gelungen weitere Elemente in das Spiel zu kopieren die es aufwerten könnten: Denn auch die kleinen Missionskarten mit den eng gesteckten, plötzlich auftauchenden Grenzen lassen keinerlei Spielräume und zwingen zu einer einzig möglichen Route zum Ziel.
Man sieht bereits ganz zu Anfang, dass schon im Menü Zeit bei der Entwicklung gespart wurde. Keinerlei Sinn für Raffinesse lässt hier mangelndes Engagement im weiteren Verlauf erahnen und umständliches Zwischenspeichern bereits die ersten Nerven kosten.
Die sich nur in der Gestalt des Henkers/Nightwalkers unterscheidenden Todes-Sequenzen sollen wohl die Ursache für die nicht erteilte USK-Freigabe sein, sind jedoch nicht gruseliger als ein Tritt auf einen Beutel Spagetti-Sauce. Zusammen mit der gewollten “Aura“ der Nightwalker, welche eher an glühenden Pixel-Asphalt in Silicon Valley erinnern als an die Dämonen der Nacht, ergibt sich ein sehr unbefriedigender grafischer Gesamteindruck.
Sound – ein Dauerrauschen des scheinbar englischen Regens (denn er fällt nicht lotrecht) ist neben der leisen Schritte und ein paar Stufengeräuschen auf Leitern das einzig uns umgebende Soundelement und sorgt eigentlich für die richtige Endzeitstimmung - bis man auf Nichtwalker stößt. Hier sind diese blutrünstigen Bestien leider mit Stimmen wie aus der Telefon-Hotline-Warteschleife versehen und laden eher zum näher kommen und plaudern ein. Bei Kontakt schnellt dann jedoch eine Melodie in Alfred Hitchcock Manier hoch, die einen selbst beim 187. sicheren Tot noch Gänsehaut verpasst und einen leichten Schrecken verspüren lässt, welcher doch sofort wieder verfliegt angesichts des lächerlichen Sounds, welches unser Gewehr “verpiepst“.
Xbox live – online kann das Spiel ein paar Punkte gut machen, da die dort angebotenen Maps für die Modi: Zerstören, Team-Zerstören, Erobere die Flamme und Team-Erobere die Flamme ein echter Schmaus sein können. Hier Gegner zu finden ist jedoch Glückssache und erfordert mindestens so viel Geduld wie das Tutorial zu Anfang.
Fazit - Viel Gutes ist leider nicht zu sagen, da keine Komponente des Spiels wirklich überzeugen kann. Es sind eher die grafischen Schwächen und der lieblose Sound zusammen mit der ideenlosen Gameplay-Umsetzung, die einen aggressiv werden lassen und durchaus zu Entgleisungen gegenüber des unschuldigen Gamepads führen können. Wer dies braucht und sein Nervenkostüm einmal so richtig auf die Probe stellen möchte, dem sei Vampire Rain ans Herz gelegt… alle anderen sollten sich das Geld in den Socken stecken und auf den nächsten Versuch warten Horror in einen Shooter zu packen, denn die Lücke sei gerne zu schließen!
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