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Im Gegensatz zu Rennspielen wie Ridge Racer handelt es sich hier um eine waschechte Rennsimulation mit der Auswahl verschiedenster Autos mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen. Um eine möglichst große Anzahl Gamer für dieses Spiel zu interessieren, gibt es einen Arcade-Modus und einen Karriere-Modus. Insgesamt können im Spiel je nach Fortschritt ca. 300 Fahrzeuge von Herstellern rund um den Globus auf einer Vielzahl von Strecken bzw. Streckenvarianten gefahren werden. Zu den Strecken gehören klassische Rennstrecken wie Silverstone, Suzuka und Laguna Seca genauso wie eine Übungsstrecke in zig Variationen, ein Stadtkurs in New York und natürlich wieder die äußerst anspruchsvolle Nordschleife des Nürburgrings.
Kern des Spiels ist der Karriere-Modus. Hier können sich Rennspiel begeisterte so richtig austoben. Mit dem zur Verfügung stehenden Startkapital ist schnell ein Auto eines Herstellers aus den drei Regionen Amerika, Asien und Europa gekauft. Anschließend können schon die ersten Rennen gefahren werden. Je erfolgreicher gefahren wird umso höher ist die Siegprämie und das Erreichen einer neuen Spielstufe. Diese entscheidet – neben dem für die Rennen benötigten Fahrzeuge – ob der Spieler für bestimmte Rennen zugelassen wird. Es stehen dafür Versuchsgelände, Amateur-, Halbprofi- und Profi-Klassen genauso wie Hersteller-, Serienfahrzeug-, und Langstrecken-Rennen zur Verfügung. Neben Preisgelder winken auch gewonnene Fahrzeuge. Diese stehen dann dem eigenen Fahrzeugpark zur Verfügung und können ebenso wie andere Fahrzeuge, die man im Laufe des Spielerlebens gekauft hat auch wieder verkaufen. Allerdings sind diese im Game – da Bonusfahrzeug - nicht viel Wert und ein Verkauf sollte überlegt sein. Auch gewähren Autohersteller und Zubehör Lieferanten Rabatte von einigen Prozent nach erfolgreichen Rennen. Zu einer richtigen Rennspielsimulation gehören natürlich auch umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten an den Fahrzeugen. So können z.B. Reifendruck, Übersetzung der Gänge, Radsturz, Federung und Bremsen nach Vorlieben eingestellt werden. Weiterhin können je nach Geldbeutel Upgrades für die Autos im Fuhrpark gekauft werden. Dazu zählen unter anderem Verbesserungen für Motor, Antrieb und Fahrwerk ebenso wie für Reifen, Felgen, Karosserie und Aerodynamik. Wer lieber am Design der Fahrzeuge basteln möchte, kommt auch hier nicht zu kurz. Die Autos können individuell lackiert, mit Mustern oder mit Aufklebern verschiedener Hersteller versehen werden. Anschließend kann dann noch ein Foto des optisch aufgewerteten Fahrzeugs geschossen werden.
Wer nicht gerne an Autos herumschraubt, kann direkt ins Renngeschehen einsteigen und im Arcade-Modus Autos und Rennstrecken frei schalten. In den Schaurennen steht anfangs nur ein Oval zur Verfügung. Um die insgesamt 15 Strecken und letztendlich auch die Nordschleife des Nürburgrings frei zu schalten, ist mindestens ein 3. Platz in den Rennen notwendig. Ist dies in den ersten Rennen noch relativ schnell zu schaffen, erfordern die weiteren Kurse doch einiges an fahrerisches Können. In den Schaurennen stehen insgesamt 10 Fahrzeugklassen, angefangen von einfachen Straßenfahrzeugen über hochgezüchtete Sportwagen bis hin zu richtigen Prototypen, zur Verfügung. Natürlich sind nicht alle Fahrzeuge von Beginn an anwählbar, sondern werden je nach Fortschritt und erbrachter Leistung freigeschaltet. Selbst die Autos aus dem Karriere-Modus stehen zur Verfügung. Als weitere Option im Arcade-Modus stehen Zeitprüfungen zur Verfügung. Hier muss innerhalb eines Zeitlimits eine von 25 Strecken (inkl. Variationen) befahren werden. Das Fahrzeug ist allerdings bereits vorgegeben und steht nach erfolgreicher Zeitprüfung anschließend dem Spieler im Schaurennen und dem freien Lauf zur Verfügung. Ein Ghostfahrzeug, wie es auch in vielen anderen Rennspielen mittlerweile zum Standard gehört, fehlt hier natürlich auch nicht. Im "Modus Freier" Lauf können beliebige Strecken (während des Previews kamen wir auf über 40 Strecken mit Varianten) mit beliebigen frei geschalteten Autos getestet werden. Auch hier steht ein Ghostfahrzeug wieder zur Verfügung um die Bestmarke zu jagen.
Doch alle Spielmodi und noch so viele Einstellmöglichkeiten an unüberschaubar vielen Fahrzeugen nützt nichts, wenn die Spielbarkeit auf der Strecke bleibt. Und hier hat Turn 10 ganze Arbeit geleistet. Prädestiniert für eine Rennspielsimulation ist die Verwendung eines Lenkrads. Natürlich lässt sich Forza Motorsport 2 auch mit dem normalen Controller steuern, richtiges Rennspiel-Feeling kommt allerdings erst mit einem Lenkrad und Force Feedback auf. Ist es noch relativ einfach, den Wagen im Oval auf Kurs zu halten, verhält es sich auf den teilweise doch recht kurvigen Strecken ganz anders. Je nach Schwierigkeitsgrad ist schon eine gewisse Eingewöhnungszeit je Fahrzeug nötig, um die Boliden sauber auf der Strecke zu halten und dabei die Gegner möglichst im Rückspiegel zu beobachten. Jede Bodenwelle spürt man am Force Feedback Lenkrad und auch das Greifen des ABS (falls aktiviert) wird sofort spürbar. Auch das Über- sowie Untersteuern der Fahrzeuge kommt sehr realistisch rüber. Teilweise müssen die hochgezüchteten Boliden filigran wie rohe Eier behandelt werden, möchte man sich nicht ständig auf und dann neben der Strecke drehen. Daher stehen auch verschiedene Hilfen im Spiel wie das bereits erwähnte ABS oder auch Stabilitätshilfen und Automatikgetriebe zur Verfügung. Auch eine Ideallinie mit Anzeige der optimalen Bremspunkte kann eingeblendet werden. Ein Schadenmodell der Fahrzeuge ist ebenfalls im Spiel implementiert. Dies hat nicht nur optische Veränderungen wie zerkratzter Lack oder gesprungene Scheiben und eingebeulte Autos zur Folge. Je nach Schwierigkeitsgrad verhalten sich die Boliden nach dem Crash auch anders auf der Strecke. Leider beschränkten sich die abfallbaren Teile während des Previews auf Front- und Heckspoiler. Als Fahreransicht stehen Außen-, Motorhauben- und Stoßfängeransicht zur Verfügung. Leider wurde auf eine Copckit-View verzichtet. Wahrscheinlich wäre es aber auch zu aufwendig gewesen, dies für alle unterschiedlichen Fahrzeuge zu realisieren.
Grafisch gesehen ist das Game gut gelungen, der erwartete Überhammer ist es allerdings nicht. Hier wird auf viel Altbewährtes zurückgegriffen, neue Effekte sucht man vergebens. Die Hintergrundgrafik ist hübsch aber an einigen Stellen doch recht karg. Die Fahrzeugmodelle sind hingegen sehr gut modelliert.
Auch Soundmäßig gibt sich das Game keine Blöße. In den Menüs kommt angenehme Rock und Pop Musik aus den Lautsprechern. Während der Rennen dröhnen die Motoren mächtig voll, vor allem wenn eine 5.1. Anlage angeschlossen ist.
Insgesamt ist es ein sehr homogenes Game geworden. Gelegenheitsspieler kommen hier im Arcade-Modus ebenso zum Zuge wie ausgebuffte Profis im Rennspiel-Simulationssektor mit der großen Zahl an Einstell- und Tuningmöglichkeiten im Karriere-Modus. Auch Designer, die gerne ihre Autos optisch aufwerten möchten, können gefallen am Spiel finden. Die Spielbarkeit ist – besonders mit Lenkrad – fantastisch. Jedes Auto ist wieder eine neue Herausforderung. All dies fesselt über Monate. Leichte Abstriche sind allenfalls bei der Grafik zu machen. Die Messlatte ist auf jeden Fall wieder ein Stückchen nach oben gelegt worden. Sonys Konkurenzkonsole muss sich auf jeden Fall warm anziehen und hoffen, dass Gran Turismo 5 hier wieder nachlegen und überholen kann.
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